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Piacenzas Kader voller Jung-Stars und Alt-Stars

Endspielgegner eine Riesen-Herausforderung für SVG

Auf die Zielgeraden der Saison ist die SVG Lüneburg mit viel Power gegen die Powervolleys Düren am Sonntag eingebogen, nun geht es mit voller Energie gegen Bluenergy Piacenza sogar um Titel-Ehren. Die Italiener treten im Hinspiel-Finale des CEV Cups an diesem Mittwoch (19 Uhr) in Lüneburg an, eine Woche später fällt die Entscheidung im Rückspiel. Die Devise lautet also, sich mit einem guten Ergebnis im ersten Teil alle Chancen offen zu halten – mit den eigenen, euphorischen Fans in der ausverkauften LKH Arena im Rücken.

Gegen Teams aus Italien und Polen sind die LüneHünen trotz aller auch im Ausland Aufsehen erregenden Erfolge sicher weiterhin in der Außenseiterrolle. Allerdings wendet SVG-Chefcoach Stefan Hübner an dieser Stelle des Gesprächs gleich ein: „Das Wort Außenseiter kommt nicht in unserem Vokabular vor. Wir gehen die Aufgabe mit Respekt und Freude an und versuchen, ein gutes Spiel zu machen. Da haben die Jungs tierisch Bock drauf. Aber keine Ehrfurcht. Im Sport kann schließlich viel passieren.“

„Wort ‚Außenseiter‘ nicht in unserem Vokabular“

Hübner, für den Vergleiche gegen italienische Mannschaften ein offenes Buch sind, weil er durch seine lange Spieler-Karriere auf dem „Stiefel“ auf viele alte Bekannte oder deren Söhne trifft, die Sprache bestens beherrscht und deshalb Neuigkeiten aus der Serie A bestens einordnen kann, weiß natürlich: „Das ist eine tolle Mannschaft mit tollen Spielern. Für unsere ist es einfach cool, gegen solche Leute zu spielen. Eine Riesen-Herausforderung wird, in der Annahme deren Aufschläge zu halten – da geht es immer nur volle Pulle.“

In der Tat ist frappierend, in Streamings zu sehen, welche Fackeln da, egal von wem, übers Netz kommen und mit welch geringer Fehlerquote. Und dann gibt es da natürlich noch – wie hier schon ausführlich dargestellt – die „Erscheinung“ Robertlandy Simón, den kubanischen Mittelblocker-Schrank. Der ragte auch in den gerade beendeten Halbfinal-Playoffs gegen Perugia heraus. Piacenza verlor zwar alle drei gegen den Club-Weltmeister und Hauptrunden-Ersten, Simón war aber stets äußerst präsent, jetzt am Sonntag mal wieder als Topscorer mit 14 Punkten (3 Blocks, 1 Ass) bei 100 % Angriffsquote.

Der 38-Jährige hatte im Saisonverlauf genug Zeit zur Schonung, wurde in der Hauptrunde nur gelegentlich eingesetzt – welcher Luxus. Die „Wölfe“, so der Spitzname von Gas Sales Bluenergy Piacenza, haben genug hochklassiges Personal in der Hinterhand. So den 20-jährigen französischen Nationalspieler (Debüt 2024) Joris Seddik oder seinen Landsmann Daniel Iyegbekedo (19), letztes Jahr U19-Weltmeister, die Simón ebenso bestens vertraten wie Francesco Comparoni, CEV-Cup-Gewinner 2022 mit Monza. Und inzwischen ist auch Gianluca Galassi (28) wieder fit. Der jeweils zweifache Weltmeister und Olympia-Teilnehmer fehlte lange wegen einer Krebserkrankung.

Auch auf anderen Positionen im 16-köpfigen Kader ballt sich Extraklasse. Zuspieler Paolo Porro (24) ist in Italien die Nummer 3 hinter den unantastbaren Doppel-Weltmeistern Simone Giannelli und Riccardo Sbertoli. Porros Vertreter Dragan Travica (39) hat die ganze Volleyball-Welt gesehen, holte u. a. 2012 mit Italien Olympia-Bronze. Der Diagonale Alessandro Bovolenta (21) gehört auch schon zum Nationalteam und sammelte Medaillen in Italiens Nachwuchsmannschaften. Sein Konkurrent Henri Léon (22) kam im Sommer als französischer Meister aus St. Nazaire. Libero Domenico Pace (25) ist in der Squadra Azzurra die Nummer 2, wurde schon Meister und Champions-League-Sieger mit Trentino. Sein auch oft eingesetzter Rivale Luca Loreti (20) wurde letztes Jahr U21-Vize-Weltmeister.

Lüneburg-Kenner Mandiraci hat Verletzungsprobleme

Im Außenangriff schließlich gibt es neben dem hier schon vorgestellten türkischen Topstar Ramazan Efe Mandiraci einen zweiten Kubaner, der deutschen Volleyballfans spätestens seit letztem Sommer bekannt sein könnte: José Miguel Gutiérrez Suárez, Rufname Gutiérrez. Der 24-Jährige, nur 1,94 Meter groß, aber sprunggewaltig, hinterließ 2025 in der Nations League tiefe Spuren, sammelte gegen das deutsche Team 20 Punkte beim 3:1-Sieg.

Außen spielen im Team von Chefcoach Dante Boninfante (49) ferner der brasilianische Nationalspieler mit deutschen Wurzeln, Lukas Bergmann (22), in München geboren, und Routinier Robbert Andringa. Der 35-jährige Niederländer war bereits sechs Jahre lang in Polen, zudem in Frankreich und Belgien, ist ein Annahme-Spezialist, der in Hollands Nationalteam auch schon als Libero auflief. In Piacenza vertrat er vor allem in den letzten Matches den angeschlagenen Mandiraci sehr effektiv. Ob der Türke mit Erfahrung in Lüneburg (mit Izmir) nun wieder fit ist, bleibt abzuwarten. Zuletzt wurde er nur zu Kurzeinsätzen eingewechselt. Aber das Aufgebot ist ja auch so erlesen genug …

Und Piacenza ist heiß auf den CEV Cup. „Dieses Finale ist deren absolutes Saison-Highlight“, weiß Stefan Hübner zu berichten. Denn die Siegerliste des erst 2018 neu gegründeten Vereins ist noch nicht lang. Sie enthält bisher nur den Gewinn des italienischen Pokals 2023, dazu einige Bronzemedaillen wie die im CEV Cup 2023 durch ein Halbfinal-Aus im Golden Set gegen Roeselare/Belgien. Der Vorgängerverein Volley Piacenza bzw. Copra Piacenza (nach einem Küchenhersteller als Hauptsponsor) hat da einiges mehr vorzuweisen, stand sogar mal im Finale der Champions League (2008 gegen Kazan), musste aber 2018 Insolvenz anmelden.

Piacenzas Weg in die Finals: Ceske Budejovice/Tschechien 3:1 (H) und 1:3 (A) – Golden Set 19:17; Rio Duero Soria/Spanien 3:1 (A) und 3:1 (H); Playoffs: Jastrzebski Wegiel 3:1 (A) und 3:1 (H); Berlin Recycling Volleys 3:0 (A) und 3:0 (H) sowie im Halbfinale ACH Volley Ljubljana 3:2 (H) und 3:1 (A).

(hre)

Rund ums Spiel:

Tickets/Stream: Das Spiel ist bereits restlos ausverkauft. Sporteurope.tv zeigt die Partie im Stream, kommentiert von Roman Gerth und „Paddy“ Kruse.

Autogrammstunde: Nach dem Spiel erfüllen Jesse Elser und Axel Enlund Autogramm- und Selfie-Wünsche der Fans im Unterrang (hinter dem Lüneblock).

Spieltagsflyer: Am Spieltag findet ihr im digitalen Spieltagsheft „Crunchtime“ wieder alle Infos rund ums Spiel. Schaut also gern am Mittwoch in der Rubrik „Spieltagsflyer & Saisonheft“ der SVG-Website oder in der SVG-App vorbei. Dort findet ihr übrigens auch die bisherigen Ausgaben.