Am kommenden Samstag macht sich der Tross der SVG Lüneburg auf den Weg in die Bundeshauptstadt Berlin. Gleich zwei Spiele gilt es für die Lüneburger dabei an diesem Wochenende zu bestreiten. Am Samstag geht es um 18:30 Uhr zunächst gegen den deutschen Meister Berlin Recycling Volleys. Und am Sonntag steigt dann um 17:30 Uhr das Spiel gegen die Juniorennationalmannschaft des VC Olympia Berlin.

BR Volleys: nicht arm, aber sexy!

Einen ehemaligen Spieler der BR Volleys haben die Lüneburger sogar in ihren eigenen Reihen. Diagonalangreifer Falko Steinke schmetterte von 2006 bis 2008 für die Berliner. Da spielten die Berliner noch in der kleinen Sömmeringhalle in Charlottenburg und hießen SCC Berlin. Inzwischen haben die Berliner mit „Berlin Recycling“ einen Namenssponsor und tragen ihre Heimspiele in der Max-Schmeling-Halle, mit einem Fassungsvermögen von 8000 Zuschauern aus. „Eine wunderschöne Halle mit einer fantastischen Atmosphäre, direkt am Mauerpark im vibrierenden Herzens des Prenzlauer Bergs gelegen“, berichtet SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg. Mit dem Wechsel in die Max-Schmeling Halle machten sich die BR Volleys auch auf zum Musterschüler der Volleyball Bundesliga zu werden. Angeführt von einem dynamischen Duo, bestehend aus Manager Kaweh Niroomaand und Matthias Klee, dem Leiter für die Geschäftstelle, Spielbetrieb und Marketing, sind die BR Volleys inzwischen zu einer der besten Adressen im europäischen Volleyball aufgestiegen. Dem berühmten Slogan „arm, aber sexy“, den Berlins scheideder Bürgermeister Klaus Wowereit einst für die Hauptstadt postulierte werden die Volleys dabei nur zum Teil gerecht. Denn mit einem Etat von ca. 1,6 Millionen Euro sind die BR Volleys, gemessen am Rest der Liga, finanziell sehr gut ausgestattet und eher wohlhabend.

Doch wenn es einen Volleyballclub in Deutschland gibt der das Prädikat „sexy“ verdient, dann sind es wohl die BR Volleys. „Die Berliner haben einen Weg gefunden Volleyball in einer Großstadt populär zu machen“, erklärt SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg. So brachte Diskus-Olympiasieger Robert Harting  schon Mal zur Saisoneröffnung die Meisterschale persönlich vorbei oder die populäre Show „Stars in Concert“ trat im Rahmen eines Heimspiels in der Max-Schmeling-Halle auf. Zudem sind die Berliner Partner der „Sportmetropole Berlin“, und werben gemeinsam mit Vereinen wie Hertha BSC Berlin, dem Handballverein Füchse Berlin oder Alba Berlin um Zuschauer.  Dabei schaut SVG Geschäftsführer Bahlburg keineswegs neidisch nach Berlin, sondern sieht die Chancen, welche der Berliner Weg aufgezeigt hat. „Die Berliner haben einen Prozess in der Liga angeschoben und tragen ihren Teil dazu bei die Sportart besser zu vermarkten und zu präsentieren. Genau dieser Entwicklung versuchen wir in unserer Region gerecht zu werden und arbeiten daran unseren eigenen Weg zu entwickeln. Eine für uns täglich fesselnde Aufgabe, die bisher auf eine fantastische Resonanz in der Regiongestoßen ist“, so Bahlburg. „Gemessen an den Berliner Möglichkeiten sind wir dann aber doch ´arm, aber sexy´, sagt Bahlburg schmunzelnd.

Berlin Recycling Volleys Mannschaft als hohe Hürde

„Das Spiel gegen den deutschen Meister im Volleyballtempel Max-Schmeling Halle ist für unsere Jungs natürlich ein Highlight“, sagt SVG Trainer Stefan Hübner. Und so möchte die SVG sich auch den Berliner Fans von der besten Seite präsentieren und den großen Favoriten ärgern. Das Erfolge der Underdogs möglich sind, zeigte der vergangene Spieltag unter der Woche. Da schlugen die Netzhoppers Königswusterhausen überraschend den TV Ingersoll Bühl und die SWD Powervolleys Düren mussten sich völlig unerwartet der VSG Coburg geschlagen geben. „Zugegeben, die BR Volleys sind noch einmal ein anderes Kaliber, doch wir fahren nirgendwo hin, um zu verlieren“, gibt Hübner weiter zu Protokoll. Untersützt wird er dabei mit einem Blick auf die Tabelle. Die wird nämlich mit 21 Punkten von den BR Volleys angeführt. Sieben Siege in acht Spielen, so lautet die eindrucksvolle Bilanz der Berliner bisher. Hinzu kommt, dass die Spieler der SVG Lüneburg in dieser Woche einer enormen Belastung ausgetzt sind. Die Spiele in Berlin sind die Partien Nummer drei und vier innerhalb von acht Tagen für die Lüne-Hünen. „Deshalb werden wir auch alle zwölf Spieler an dem Wochenende benötigen und müssen unsere Kräfte gut einteilen“, so Hübner.

Sieg gegen den VC Olympia Berlin als ZIel

Wohingegen ein Sieg gegen die BR Volleys eine kleine Sensation wäre, sollen die drei Punkte gegen die junge Mannschaft des VC Olympia Berlin auf jedenfall eingefahren werden. „Wir haben so einen tollen Saisonstart hingelegt und wollen jetzt weiter die Früchte unserer Arbeit ernten“, gibt SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg die Marschroute vor. In der Tat hätte vor der Saison wohl niemand eine so ausgeglichene Liga erwartet. Lediglich vier Punkte trennen die SVG als Tabellensechstem vom Tabellenzweiten VFB Friedrichshafen. „Eine verrückte Konstellation, doch die großen drei der Liga, mit den BR Volleys, dem VFB Friedrichshafen und dem TV Bühl, kommen als Gegner für uns erst noch. Deshalb müssen wir weiterhin gegen die Teams mit unserer Kragenweite punkten, um in die Highlight-Spiele ohne Druck gehen zu können“, so Bahlburg weiter. Das der VC Olympia Berlin dabei nicht zu unterschätzen ist, zeigten die jungen Talente in den vergangenen beiden Spielen. Erst mussten die Dresdner leidvoll eine Niederlage gegen den VC Olympia Berlin hinnehmen, ein paar Tage später quälten sich die Netzhoppers zu einem mühsamen 3:2 Erfolg. „Wir sind gewarnt und werden diese Aufgabe sehr fokussiert angehen“, zollt SVG Trainer Hübner dem Nachwuchs Respekt.

 

Eine Bildergalerie vom Heimsieg am vergangenen Mittwoch gegen Dreden findet Ihr hier:

Fotos vom Spiel gegen Dresden