So nah dran war die SVG Lüneburg noch nie, in Berlin etwas mitzunehmen: Nach einer sehr guten Leistung verlor der Volleyball-Bundesligist beim deutschen Meister Berlin Volleys mit 1:3 (20:25, 27:25, 21:25, 14:25). „Wir haben drei Sätze sehr guten Volleyball gegen einen starken Gegner gespielt.

„Dieses Spiel gibt Selbstvertrauen, wir können auch gegen Teams wie Berlin mithalten“, so Kapitän Matthias Pompe.

Zu viele Aufschlagfehler bei den Lüneburgern. In der Tat begegnete die SVG dem Spitzenteam aus der Hauptstadt zumeist auf Augenhöhe. Die Lüneburger begannen hochkonzentriert, waren sicher bei der Annahme, das Zuspiel funktionierte und die Angriffsbälle fanden ihr Ziel. So führten die Gäste 8:5 und 11:8, ehe Berlin langsam auf Betriebstemperatur kam. Dafür sorgte einmal mehr Diagonalangreifer Paul Carroll, der immer wieder durchkam und insgesamt 20 Punkte erzielte. So ging der erste Satz nach einigen Anlaufproblemen doch an die Volleys.
Im zweiten Durchgang ging es zunächst genauso weiter. Berlin, mit dem Ex-Lüneburger Steven Marshall, der auch MVP wurde, wirkte souveräner (13:10), schaffte es aber nicht, die SVG abzuschütteln. Ryan Sclater (insgesamt 18 Punkte) hielt das Team von Trainer Stefan Hübner immer wieder im Spiel. Mit unbändigem Kampfgeist und einer starken Feldabwehr nutzten die Gäste schließlich den dritten Satzball zum 27:25.Die SVG hatte damit einen Wirkungstreffer erzielt, Berlin wirkte angeknockt. Mitte des dritten Satzes (15:12 für die SVG) bahnte sich sogar eine Sensation an.

„Aber wir haben dann unsere Chancen nicht genutzt, das hat Berlin besser gemacht“, sagte Hübner.

Der SVG-Coach war auch mit dem Aufschlag nicht zufrieden: „20 Aufschlagfehler sind deutlich zuviel. Wir haben auch mit unseren Aufschlägen, die drin waren, nicht so viel Wirkung erzielt.“ Berlin stabilisierte sich, profitierte von einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen und hatte im eingewechselten kürzlich an die Spree gewechselten Top-Star Pierre Pujol in Zuspiel und Abwehr den entscheidenden Faktor auf seiner Seite. Der Franzose brachte neues Leben in das Team des Meisters, hatte zahlreiche erstklassige Abwehraktionen.
Im vierten Satz war die Luft raus bei den Lüneburgern, bei denen Raymond Szeto als MVP ausgezeichnet wurde.

Das 14:25 in diesem Durchgang ärgerte Hübner: „Da sind wir eingebrochen und haben unser Level nicht gehalten. Von daher fährt man hier ein wenig mit einem Beigeschmack aus Berlin weg. Das ist ein bisschen ärgerlich.“