
SVG macht es gegen VCO spannend
Mit 3:1 gegen das Schlusslicht zurück an die Tabellenspitze
Die SVG Lüneburg hat die Tabellenführung der Volleyball-Bundesliga zurückgeholt. Mit einem 3:1 (25:19, 25:17, 24:26, 25:21)-Sieg gegen den VC Olympia Berlin lösten die LüneHünen die Berlin Recycling Volleys auf Platz 1 ab, stehen nach dem 25. Sieg im 27. Spiel nun punktgleich vorn.
Wer gegen das Schlusslicht VCO einen “leichten” Sieg erwartet hatte, wurde getäuscht. Die Youngster hielten bis in die Schlussphase des Spiels mit, profitierten dabei auch von fehlender Konsequenz der SVG.
“Wir haben viel rotiert. Es war klar, dass da der Rhythmus nicht ganz da war”, fiel die erste Analyse von Stefan Hübner aus. Der Chefcoach hatte seine Startformation gleich auf fünf Positionen geändert. Im Zuspiel kam Neo Laumann, Mittelblocker Shane Holdaway feierte sein Starting-Six-Debüt. “Die ersten zwei Sätze haben wir ziemlich gut gespielt, auch noch im dritten. Aber wir haben es leider nicht geschafft, die Endphase sauber zu Ende zu spielen”, fasste Hübner das Spiel zusammen.
Zwei souveräne Sätze vorgelegt
Die SVG hatte die Aufgabe gegen das Schlusslicht aus der Hauptstadt vor fast 3000 Fans in der LKH Arena zunächst souverän begonnen. Nach ausgeglichenem Start setzten sich sie LüneHünen mit einer Aufschlagserie von Cole Young zur Satzmitte auf vier Punkte wirksam ab (13:9). Eine Fünf-Punkte-Führung (20:15) nahm dem Spiel die ganz große Spannung, doch die Fans kamen auf ihre Kosten. Als sich beide Teams eine lange Rally lieferten, in der SVG-Libero Sho Takahashi gleich zwei Mal großartig rettete, gab’s Riesenapplaus von den begeisterten Fans. Ein Angriff von Christopher Byam, den die Gäste nicht mehr kontrolliert bekamen, sicherte den ersten Satzgewinn (25:19).
Auch im zweiten Satz hielten die VCO-Youngster zunächst mit, holten sich mit dem Angriff von Kilian Schmiedeke sogar eine Führung (3:4). Der Berliner Kapitän zeigte eine starke Phase, holte beim 10:10 schon seinen dritten Punkt des Satzes und wurde später bester Scorer der Gäste (11 Punkte). Sein Team wehrte sich verbissen, nicht immer war die SVG bisher mit ihren Aktionen durchgekommen. Doch jetzt hatten die LüneHünen Wirkung, setzten sich schnell ab (12:10) und hatten vor dem Start in die Crunchtime sogar eine Fünf-Punkte-Serie (18:11). Kapitän Jesse Elser drückte den Ball quer übers Netz, machte die 2:0-Satzführung der Hausherren klar.
Crunchtime geht an den VCO
Im dritten Satz lief es lange nach Plan für die SVG. Zur Satzmitte hatten die LüneHünen sich eine Vier-Punkte-Führung geholt, dominierten auch im Angriff klar (53:33 Prozent Quote). Doch nach dem 20:16 für die SVG holten sich die Gäste das Momentum. Erst glich der VCO aus (20:20), profitierte dann von SVG-Fehlern und lag nach drei Punkten in Folge sogar vorn (22:23). Als Young per Block ausglich, schien der VCO-Moment nur ein Fauxpas. Ein Aufschlagfehler vergab den Matchball, dann sorgten zwei Angriffsfehler für den VCO-Satzgewinn (24:26).
Zum vierten Satz kam Santeri Välimaa für Laumann. “Mit Santi hat sich das Spiel stabilisiert, auch wenn es immer noch Ungenauigkeiten gab”, ordnete Stefan Hübner im Anschluss ein. Ein Ass von Young (das einzige beider Teams im Spielverlauf) sorgte für den ersten guten SVG-Moment (2:1). Danach zogen die LüneHünen ein routiniertes Spiel auf. Elser krachte den Ball von Position 4 durch (8:6) und ging im vierten Satz mit sechs Punkten als bester SVG-Scorer voran. Der VCO ließ zwar nicht locker, doch die SVG hielt nun lange eine Vier-Punkte-Führung (14:10, 16:12, 18:14). Leonas Fritsche, ebenso wie Hannes Röhrs nun bester VCO-Akteur, knallte den Ball noch einmal mit Wucht in der Mitte durch, doch das blieb ein Strohfeuer.
Für die Fans gab’s erneut Grund zum Applaus: Beide Teams lieferten sich eine lange Rally mit teils wilden Aktionen. Am Ende fiel der Ball von Fritsche einfach auf den Lüneburger Marktplatz – ein Abstimmungsfehler, über den die Fans angesichts des leidenschaftlichen Einsatzes beider Teams hinwegsahen. Fritsche war es auch, der mit einem starken Angriff den erneuten SVG-Matchball noch abwehrte (24:21). Doch bei Daniel Gruvaeus’ diagonalem Angriff war die Partie nach 90 Minuten entschieden.
“Es sind aber immer keine einfachen Spiele gegen den VCO. Wir sind daher zufrieden mit den drei Punkten”, zog Stefan Hübner im Anschluss ein Fazit.
Als MVP wurde SVG-Mittelblocker Shane Holdaway gekürt, Silber-MVP wurde VCO-Libero und SVG-Zweitspielrecht-Akteur Joris Backhaus. Bester Scorer war SVG-Diagonalangreifer Christopher Byam, der 18 Punkte holte. Neben Byam kamen auch Holdaway, Elser und Young auf Angriffsquoten über 50 Prozent. Stark auch erneut Sho Takahashi: Der Libero kam auf 87 % positive Annahme, darunter starke 60 Prozent perfekte Annahme.
SVG: Young, Laumann, Gruvaeus, Holdaway, Byam, Elser – Takahashi; eingewechselt: Välimaa
(gm)
Weitere Stimme zum Spiel
Gregorz Rys (Trainer VCO Berlin): “Wir sind sehr zufrieden! Einen Satz gegen ein deutsches Top-Team zu gewinnen, ist eine sehr gute Erfahrung für meine Spieler. Ich bin wirklich zufrieden, besonders mit dem Niveau, auf dem wir gespielt haben. Auch der vierte Satz war sehr gut. Klar fehlte da etwas die Erfahrung. Aber ich finde es sehr wichtig, dass junge Spieler mit 17, 18 Jahren mehr Erfahrung sammeln. Daher war das perfekt, besonders, wenn man an die Zukunft denkt. Nach dem Sieg in Warnemünde und dem heutigen Satzgewinn bin ich stolz auf meine Jungs. Sie haben viel Aufwand betrieben, um diesen Satz zu holen.”