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Griff nach der Tabellenspitze

SVG will mit Sieg gegen den VCO wieder nach vorn springen

Es ist der schnellste Seitenwechsel der laufenden Saison: Am Sonntag stand Libero Joris Backhaus noch im SVG-Trikot in der LKH Arena auf dem Feld und gab im Anschluss Autogramme – am Mittwoch (19 Uhr) kehrt er im Dress des VC Olympia Berlin als Spieler der Gäste zurück.

Für die LüneHünen ist die Ausgangslage klar: Bei einem Drei-Punkte-Sieg gegen das Talente-Team aus der Hauptstadt holt sich die SVG die Tabellenführung der Hauptrunde vom Meister Berlin Recycling Volleys zurück. Dann würden beide Teams punktgleich vorn stehen und sich beim letzten Spieltag am kommenden Wochenende ein Fernduell um die beste Ausgangsposition für die Playoff-Phase liefern. Denn: Der Erste hätte bis ins Finale zuerst Heimvorteil – und auch bei einem möglichen fünften, entscheidenden Duell.

“Auf das Lüneburg-Spiel hat jeder Bock”

Gegen Schlusslicht VCO, das in der Saison bislang nur die Spiele in Dachau (3:2) und am vergangenen Freitag in Warnemünde (3:1) gewinnen konnte, ist ein SVG-Sieg Pflicht. Das Internatsteam, das deutschen Talenten Spielpraxis geben soll, kommt mit kleiner gesteckten Zielen an die Ilmenau: “Wir hoffen, dass wir einen Satz holen können. Das wäre ein Mega-Erfolg. Ich bin zuversichtlich, dass wir ganz gut spielen werden”, verrät Youngster Backhaus den VCO-Anspruch an den Auftritt in der LKH Arena. “Für mich persönlich ist das Ziel, dass wir gegen gute Teams 20 Punkte pro Satz schaffen, damit es eine echte Crunchtime gibt.”

Lange Zeit musste das Ausbildungsteam Niederlage um Niederlage hinnehmen. “Wir haben am Anfang oft viele dumme Fehler gemacht”, blickt Backhaus zurück. Mit dem Sieg in Warnemünde im Rücken hat sich das geändert. Und das letzte Saisonspiel wird für die Gäste gewissermaßen zum Höhepunkt: “Auf das Lüneburg-Spiel hat jeder Bock, das wird cool!”, weiß er.

Für den 18-jährigen gebürtigen Hessen ist die Dreifach-Rolle in Schule und zwei Bundesliga-Teams anspruchsvoll. “Das Team in Lüneburg ist schon sehr speziell, die Situation mit dem ersten Titel generell krass”, ist Backhaus beeindruckt von den Erfahrungen im Kader des Pokalsiegers. Bei den Auftritten für den VCO, bei dem auch andere Spieler ein Zweitspielrecht für Ligakonkurrenten haben, ist die Doppelrolle kaum ein Thema. “Manchmal kommt ‘Lü-Lü-Lüneburg!’ von einem Freund im Team, wenn ich was Gutes mache”, sagt Backhaus lachend.

Dass er nun gegen seine Teamkollegen ran muss, ist ungewohnt. “Das war vor allem am Anfang sehr merkwürdig”, erinnert er sich an das Hinspiel im November (3:0 für die SVG). “Ich hatte noch nie gegen ‘mein’ Team gespielt. Aber im Spiel ist man dann fokussiert. Trotzdem bin ich froh, dass das Hinspiel nicht in der LKH Arena war, mit so vielen Zuschauern.”

Kein “Kaltstart” als Profi dank SVG-Erfahrung

Von der Unterstützung der SVG-Fans ist Backhaus nach den ersten Auftritten in der LKH Arena beeindruckt: “Ich hätte nie davon geträumt, dass mich alle so supporten. Ich freue mich, dass sich alle so für mich freuen.”

Auch für die Erfahrungen als Teil des Lüneburger Kaders ist er dankbar. “Man hat im Training mehr Aktionen. Ich probiere viel mit Stefan Hübner und Tyler Koslowsky zu arbeiten, mir Feedback von ihnen zu holen.” Es bleibt noch mehr hängen: “Ich habe zwar im Pokalfinale nicht gespielt, aber dabei zu sein, ist eine Erfahrung, die etwas bringt, um gut ins Profileben zu starten. Es ist kein Kaltstart”, sagt Backhaus. Vier Einsätze bestritt er bereits für die SVG, war gegen Haching sogar in der Starting Six.

Während die Saison für den VCO nach dem Spiel am Mittwoch endet, geht es für die LüneHünen in Kürze in die Playoffs. Da ist die intensive Belastung der vergangenen Wochen zwar noch spürbar, tritt aber in den Hintergrund, wie Stefan Hübner nach dem souveränen 3:0 gegen Dachau deutlich machte: “Es geht jetzt in die heiße Phase. Wir wollen voll da sein, wenn es um den ‘final push’ geht. Wir sind körperlich sicher nicht frisch, aber der Kopf ist entscheidend. Die Jungs haben Bock, zusammen zu spielen”, ist der Eindruck des Chefcoaches. “Sie können im Europapokal noch einiges erreichen, in der regulären Saison, in den Playoffs. Es passt alles, aber körperlich-mental bleibt es unglaublich herausfordernd. Die Erfahrung aus den vergangenen zwei, drei Jahren hilft uns in den Englischen Wochen. Und wir hoffen, dass wir weiter gut durchkommen.”

Und auch der Co-Trainer und Sportliche Leiter Bernd Schlesinger war vom jüngsten Auftritt des Teams angetan: “Ich bin ein großer Fan dieser Mannschaft. Wir haben sehr charakter- und willensstarke Spieler, die auch nach dem Pokalsieg sehr fokussiert geblieben sind. Egal, wer auf dem Feld ist: Jeder gönnte dem anderen die Einsatzzeiten.”

(gm)

Rund ums Spiel

Tickets: Beim letzten Heimspiel der Hauptrunde winken erneut volle Ränge. Es gibt nur noch wenige Sitzplätze, bei den Stehplätzen ist noch etwas mehr Platz. Sichert euch also noch eure Plätze im Online-Ticketshop!

Autogrammstunde: Nach dem Spiel erfüllen Neo Laumann und Christopher Byam Autogramm- und Selfie-Wünsche der Fans im Unterrang (hinter dem Lüneblock).

Spieltagsflyer: Am Spieltag findet ihr im digitalen Spieltagsheft „Crunchtime“ wieder alle Infos rund ums Spiel – diesmal mit einem Porträt von Joris Backhaus. Schaut also gern am Sonntag in der Rubrik „Spieltagsflyer & Saisonheft“ der SVG-Website oder in der SVG-App vorbei. Dort findet ihr übrigens auch die bisherigen Ausgaben.