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SVG jubelt nach intensiver Crunchtime

3:0-Sieg in Freiburg baut Erfolgsserie aus

Mit einem 3:0 (25:19, 25:23, 33:31)-Erfolg bei der FT 1844 Freiburg haben die LüneHünen ihre Siegesserie ausgebaut, holten den vierten 3:0-Sieg in Folge. Doch bis die SVG-Profis nach 97 Spielminuten jubeln konnten, war vor allem im dritten Satz einiges an Arbeit nötig.

Zwei Sätze das Spiel im Griff

Die Lüneburger waren vor 1420 Zuschauern in der Act-Now-Halle gleich motiviert und effizient ins Spiel gestartet. Schnell behaupteten sie einen Vier-Punkte-Vorsprung (6:2, 9:5). Doch der schrumpfte, als die Gastgeber sich ins Spiel arbeiteten. Ab dem 11:11 hielten sie die SVG im engen Schlagabtausch. Auch eine erste Auszeit von FT-Coach Jakob Schönhagen (11:9) wirkte – bis kurz vor die Crunchtime blieb der Satz umkämpft. Doch in der Schlussphase drückte Axel Enlund dem Spiel seinen Stempel auf. Der Diagonale eröffnete die Crunchtime mit einem starken Block (20:17), legte dann weitere Punkte per Block und mit zwei Angriffen nach – und besiegelte mit einem Ass (25:19), seinem neunten Punkt, die Lüneburger 1:0-Führung.

Im zweiten Satz sorgte Freiburg früher für Druck. Eine erfolgreiche Lüneburger Blocktouch-Challenge verhinderte die erste FT-Führung noch (5:4). Doch die Gastgeber suchten Lücken im SVG-Spiel – und fanden sie. Brentel legte auf den Marktplatz, danach steckte Lindemanns starker Block gegen Enlund nach der ersten intensiven Rally des Spiels die Kulisse emotional an (7:7). Kurz darauf war Mittelblocker Lindemann, der bisher in Freiburgs 2. Mannschaft spielt und sein Heimdebüt im Erstliga-Team feierte, erneut gegen Enlund erfolgreich (8:10). Eine Freiburger Serie mit fünf Punkten in Folge und Drei-Punkte-Führung (13:16) schockte die SVG jedoch nicht. Holdaways Ausgleich (16:16) eröffnete das Rennen erneut. Das blieb eng, doch die Lüneburger kamen nun mit Effizienz. Rogers fand mehrfach mit Wucht die Blockhände (20:20, 22:21). Auch Gruvaeus nutzte den Block, holte drei Satzbälle für die SVG. Den zweiten verwandelte Välimaa, der einen Zuspielerball clever ins Freiburger Feld drückte (25:23).

Bei klarer Führung kurz den Fokus verloren

Die Rolle als fleißige, konzentrierte Arbeiter nahmen die LüneHünen mit in den dritten Satz. Konsequent bauten die Gäste eine Führung aus (4:2, 7:4), Enlunds starker Block gegen Kameyama war ein erstes Highlight (11:7). Der junge Schwede blieb konsequent, holte weitere Zähler. Weil auch seine Teamkollegen energisch mitpunkteten und sich im Team nur wenig Fehler leisteten, wuchs die SVG-Führung weiter (17:11, 21:14). Dass den Lüneburgern dann die Konstanz verloren ging, rächte sich: Mit einer Aufschlagserie von Anton Jung holte Freiburg fünf Punkte in Serie (21:19). Was zunächst wie eine Ergebniskorrektur wirkte, machte die Crunchtime erst so richtig prickelnd. Denn plötzlich war der Satz völlig offen. Rogers holte zwar den ersten Matchball (24:22), doch beide Teams warfen nun alles rein und lieferten sich ein intensives Duell. Sechs Mal wehrte Freiburg einen Matchball ab, hatte seinerseits drei Satzbälle. Erst, als Rogers gegen Frohberg energisch blockte (33:31), war die Partie zugunsten der Gäste entschieden.

Freiburg, nah dran am ersten Satzgewinn der Saison, konnte das als emotionales Achtungszeichen verbuchen. Die Lüneburger nehmen die Erfahrung des riskanten Fokusverlusts aus dem dritten Satz mit, hatten sich mit der Arbeit über weite Phasen des Spiels ihren Sieg verdient – und punkteten am Ende mit der mentalen Stärke, waren trotz der Freiburger Aufholjagd nicht hektisch geworden oder auseinandergefallen.

Zudem brachten die Gäste einiges an Potenzial aufs Feld. Mit Patrick Rogers (55 Prozent) und Axel Enlund (41 Prozent) kam nicht nur ein punktestarkes Angriffsduo auf gute Angriffsquoten, auch Mittelblocker Shane Holdaway punktete stark mit, holte neun Angriffspunkte (69 Prozent) – und hatte mit Enlund zudem den besten Block-Scorer (sechs Punkte) neben sich. Überhaupt machte der Block den Unterschied: mit 14:6 Punkten dominierte die SVG hier klar, während beide Teams in Angriff und Annahme fast gleichauf lagen

Als MVP wurde Shane Holdaway gekürt. Bester Scorer war Axel Enlund, der 19 Punkte holte.

SVG: Välimaa, Gruvaeus, Holdaway, Enlund, Rogers, Young – Goto; eingewechselt: Homberger, Sani, Rein

Stimmen zum Spiel:

Shane Holdaway (SVG-Mittelblocker): “Es war eine Kombination aus vielen kleinen Dinge, kleine Fehler, die sich dann häuften. Freiburg wurde mehr und mehr selbstbewusst, wir hätten es selbst bei einer Sechs-Punkte-Führung besser machen können. Mit ihrem Selbstbewusstsein konnten sie uns dann einen guten Kampf liefern. Doch wir können etwas für die Saison mitnehmen: Selbst in schweren Spielen lernt man eine Menge über sich selbst. Es ist gut, dass das jetzt passiert ist und nicht später. Wir können lernen, dass wir nicht aufgeben. Es ist wichtig zu wissen, wer die Jungs in engen Phasen sind, wie wir da am Ende eines Spiels reingehen und wer den Ball durchkriegt. Wir lernen, wie wir jeden Satz angehen müssen, um am Ende der Saison, wenn es in die Playoffs geht, wirklich alles rauszuholen.”

Peer Lindemann (Freiburg-Mittelblocker): “Es hat übertrieben Bock gemacht! Unser erstes Ziel war, die Stimmung in der Halle mitzunehmen, nachdem wir nicht den beste Start in die Saison hatten. Da ist es umso wichtiger, dass wir heimstark sind. Wir haben alles auf dem Feld gelassen, hatten im ersten Satz schon das Gefühl, dass etwas in der Luft liegt. Auf einmal funktionieren wieder verrückte Sachen. Vorher haben vielleicht zehn Prozent in den Spielen gefehlt, heute waren es vielleicht drei. Obwohl wir verloren haben, habe ich selten so viel Spaß gehabt.”

(gm)

Fotos: VBL/T. Huth, SVG