Mit einer bärenstarken Leistung hat die SVG Lüneburg den Deutschen Meister souverän und ungefährdet mit 3:0 geschlagen. Das Fazit von SVG-Coach Stefan Hübner klang nach Begegnung deutlich: „Wir haben drei Sätze konstant durchgespielt, und uns nur wenige Schwächen erlaubt. Ich bin natürlich hochzufrieden mit unserer Leistung.“

Ausgeglichen ging es ins Spiel, die erste zwei Punkte Führung gelang Lüneburg zum 7:5. Fortan zeigte das Team von Stefan Hübner, dass sie nicht gewillt sind, den Deutschen Meister großartig ins Spiel kommen zu lassen. Der erste erfolgreiche Block war das erste Ausrufezeichen, der zweite folgte sogleich (11:7). Berlin-Coach Luke Reynolds versuchte noch mit einer Auszeit den Sturm der LüneHünen aufzuhalten, doch ohne Erfolg. Lüneburg hielt die Führung (17:13). Mit Verstand und Übersicht punkteten die Lüneburger und machten den Satz schließlich mit einem Block zu (25:22).

Scheinbar wachgeküsst, aber noch nicht vollständig aufgewacht, ging Berlin im zweiten Durchgang zunächst in Führung. Lüneburg blieb aber konzentriert und als nach einer starken Rallye zum ersten Mal die Gastgeber in Führung lagen (7:6), erwachte auch der Geist der Gellersenhölle in der Harbuger CU Arena vor 1600 Zuschauern. Tyler Koslowski wehrte ein ums andere Mal mit spektakulären Reaktionen die Angriffe der Berliner ab und peu à peu zog Lüneburg davon (11:8). Diese Führung verteidigten die LüneHünen über Tische und Bänke, mit Kopf und Fuß, Berlin schien einfach zu verzweifeln. Mit drei Blockberührungen in einem Ballwechsel wurde die Lüneburger Mauer für die Gäste unüberwindbar. Beim Stand von 16:10 wechselte Recycling-Coach Reynolds Paul Carrol ein. Der Aufwind war aber nur ein Hauch, die Führung gab Lüneburg nicht mehr ab und beendet den Satz erneut mit einem Block (25:20).

Was Lüneburg dann im dritten Satz zeigte, umschrieb MVP und Geburtstagskind Ryan Sclater passend: „Wir hatten einen perfekten Tag, waren gut vorbereitet, hatten ein gutes Gefühl und auch das Selbstvertrauen, dann passt es einfach.“ Und dass es passte, bekam Berlin auch im dritten Durchgang zu spüren. Wieder liefen sie fast ganze Zeit einem Rückstand hinterher und gingen nur bis zum 2:3 in Führung. Gegen Satzende keimte Spannung auf (19:19), doch das LüneHünen-Selbstvertrauen schien unzerstörbar, Raymond Szeto punktete sogar mit einem Einer-Block zum wichtigen 22:20 gegen Paul Carrol. Die ltzte Auszeit der Berlin Recycling Volleys nützt nichts mehr. Lüneburg gewann ungefährdet den Satz (25:22) und das Spiel.

Der Erfolg gegen den Deutschen Meister ist gleich in dreierlei Hinsicht positiv besetzt. 1. Lüneburg kann wieder Aufschläge (Nur 10 Fehler bei 3 Assen). 2. Berlin kann Lüneburg nicht (Im vierten Gastspiel gab es die vierte Niederlage für die Recycling Volleys). 3. Die SVG kann auch eine Topleistung in einer großen, respektive hohen Halle abliefern. Coach Stefan Hübner dazu: „Natürlich lieben wir unsere Gellersenhölle, aber in einer höheren Halle kann man auch besseren Volleyball spielen. Auch für uns ist es nicht immer leicht, in der Gellersenhalle die Bälle entsprechend flach zu halten.“ Und mit Blick auf die Leistung der eigenen Mannschaft ergänzt er: „Wir haben das heute sehr, sehr gut gemacht. Wenn Berlin so viel Reisestress hat, muss man so eine Chance auch nutzen. Heute hatten wir die Qualität, haben viele Bälle berührt und konstant gespielt.“