Trentino Itas trifft im Finale der Champions League auf ZAKSA Kedzierzyn-Kozle

Stelldichein der Superstars

In der Champions League geht es um die Titel 2021

Es ist der Abschluss und Höhepunkt einer Saison im Vereins-Volleyball, ein Stelldichein der Superstars: der Finaltag in der Champions League, der Tag, wenn bei Frauen und Männern an einem Ort der Gewinner des Titels in der Königsklasse ermittelt wird. Diese „Superfinals“ genannte Veranstaltung findet dieses Mal am 1. Mai im italienischen Verona statt – das Männer-Endspiel ab 20.30 Uhr.

Was bis 2018 noch in einem Final4-Turnier für Männer und Frauen an unterschiedlichen Orten stattfand, erlebte 2019 eine glanzvolle Premiere als „Superfinals“ in Berlin. 9200 Fans füllten die Max-Schmeling-Halle zum Bersten. Auch für 2020 war Berlin schon als Spielort vorgesehen, der Ausbruch der Corona-Krise verhinderte eine Austragung. Und für die jetzige Neuauflage ohne Fans war eine Austragung im deutschen Volleyball-Tempel kein Thema mehr.

Trentino wie in alten Zeiten?

So wird nun also auch der Nachfolger von 2019-Triumphator Cucine Lube Civitanova gesucht. Die Italiener gewannen in Berlin 3:1 gegen den damaligen Titelverteidiger Zenit Kasan. Die Russen hatten zuvor viermal in Folge gewonnen, diese Dominanz haben sie aber inzwischen eingebüßt. Im laufenden Wettbewerb sind sie im Halbfinale an ZAKSA Kedzierzyn-Kozle gescheitert, trotz Stars wie Earvin Ngapeth und Maxim Mikhailov. Die Polen gewannen in Kasan 3:2 und verloren ihr Heimspiel mit 2:3, entschieden dann aber den Golden Set mit 15:13 für sich. Dieses Rückspiel wurde zu einem Mammut-Match über 154 Minuten.

Endspielgegner ist Trentino Itas – durchaus eine Überraschung. Denn die Italiener mussten vor den Gruppenspielen noch durch die Qualifikationsmühle (3 Runden) und kamen dann souverän bis ins Halbfinale, wo sie im inner-italienischen Duell Perugia mit dem kubanisch-polnischen Superstar Wilfredo Leon sowie den Deutschen Jan Zimmermann und David Sossenheimer das Nachsehen gaben. Nach einem 3:0 daheim wurde es im Rückspiel noch einmal eng. Perugia, damals noch trainiert vom inzwischen entlassenen Vital Heynen, legte ein 2:0 vor, bevor Trentino mit dem Ausgleich das Finale klar machte. Die 2:3-Niederlage war dann zu verschmerzen.

Schnappt sich nun Trentino, Gewinner von 2008 bis 2011, mal wieder die Krone? Oder der gerade von Jastrzebski Wegiel entthronte polnische Meister? Bei dem ist vor allem der französische Zuspieler Benjamin Toniutti, 2014/15 in Friedrichshafen, bekannt. Der Star ist der Trainer: der Serbe Nikola Grbic, ein ehemaliger jugoslawischer Zuspieler, Olympiasieger 2000, zu seiner Zeit einer der besten der Welt – und aktiv einst auch bei Trentino.

Star bei den Italienern heute sind der holländische Diagonalangreifer Nimir Abdel-Aziz, Italiens Zuspieler Simone Gianelli, der brasilianische Außenangreifer Lucarelli – als bester Außenangreifer der Olympischen Spiele 2016 mit Gold für Brasilien ausgezeichnet – und der serbische Mittelblocker Srecko Lisinac, einst auch in Berlin. Abdel-Aziz ist der beste Aufschläger und der beste Scorer dieser Champions-League-Saison, weit vorne mit 188 Punkten in 13 Spielen (43 Sätze), im Durchschnitt 4,37 Punkte pro Satz. Auf Platz zwei: Außenangreifer Kamil Semeniuk beim Finalgegner Kedzierzyn-Kozle, 153 Punkte, Durchschnitt 3,92.

Zuerst um den Titel der Frauen

Vor diesem Endspiel findet schon um 17 Uhr das Frauen-Finale zwischen Carraro Imoco Conegliano (Italien) und Vakif Bank Istanbul statt. Istanbul hat den Titel bisher viermal gewonnen, zuletzt 2018, und wird vom ehemaligen deutschen Frauen-Bundestrainer Giovanni Guidetti (bis Januar 2015) gecoacht. Der Gegner ist Titelverteidiger (von 2019) Igor Gorgonzola Novara, ebenfalls Italien, der damals in Berlin 3:1 gegen eben Conegliano gewann.

Im Free-TV sind die Superfinals nicht zu sehen, nur im bezahlten Stream – entweder auf EuroVolley.TV oder auf xyzSports.TV, beide monatlich zu abonnieren und zu kündigen.

NEWS AUS DER SZENE

Titelverteidiger entthront: Trotz einer 2:0-Führung nach Siegen in der Best-of-5-Serie hat es für den MTV Allianz Stuttgart nicht zur erneuten deutschen Meisterschaft der Frauen gereicht. Wie Spiel 3 und 4 gewann der Dresdner SC auch das alles entscheidende 5. Match, siegte 3:0 (25:20, 25:23, 26:24), und wurde erstmals nach 2015 und zum sechsten Mal insgesamt Meister.

Meister in der 2. Liga Nord wurde der SV Lindow-Gransee vor dem Kieler TV und dem Moerser SC. In der Süd-Staffel stehen noch Spiele aus.

Der Franzose Jenia Grebennikov, einer der besten Liberos der Welt und einst auch in Friedrichshafen (2013 – 2015), wechselt von Leo Shoes Modena in Italien zu Zenit St. Petersburg nach Russland.

Nach einem 0:1-Rückstand in der Best-of-3-Serie gegen Chaumont HM hat sich AS Cannes die Meisterschaft in Frankreich mit zwei knappen 2:1-Siegen geholt. Außenangreifer Christian Fromm, Co-Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und zuletzt Meister im griechischen Piräus, spielt künftig in Cannes.

Cucine Lube Civitanova hat zum sechsten Mal die Meisterschaft in Italien gewonnen, setzte sich in der Finalserie mit 3:1-Siegen gegen den Hauptrunden-1. Sir Safety Conad Perugia durch und verteidigte damit seinen Titel von 2019.

Karla Borger/Julia Sude schnitten beim zweiten von drei Vier-Sterne-Turnieren der Weltserie im Beachvolleyball kurz hintereinander im mexikanischen Cancun am besten ab, wurden 5. Victoria Bieneck/Isabel Schneider überzeugten als 9. ebenfalls. Für Margareta Kozuch/Laura Ludwig, Chantal Laboureur/Cinja Tillmann sowie das Interimsduo Julius Thole und Yannick Harms war bereits in der ersten K.o.-Runde Schluss. Gar schon in der Vorrunde schieden Nils Ehlers/Lars Flüggen aus.

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