Bereits viel Grund zum Jubeln hatten die LüneHünen in diesem Jahr

Nun zählen die Punkte doppelt…

3:0 gegen Unterhaching war ein Aufgalopp – Frankfurt ist jetzt um ein Vielfaches stärker

Der 3:0-Sieg gegen Kellerkind Unterhaching ist abgehakt, jetzt bricht die Zeit der Wochentagsspiele an. Und die haben es in sich: Zum zweiten Heimspiel in kurzer Folge gastieren an diesem Mittwoch (19 Uhr) zunächst die United Volleys Frankfurt in der Gellersenhalle. Eine Woche später müssen die LüneHünen zu den Berlin Recycling Volleys, am 25. Februar, einem Donnerstag, nach Bühl zum vielleicht alles entscheidenden Duell um die Playoff-Teilnahme. Doch auch das anstehende Match gegen Frankfurt ist eines, in dem die Punkte quasi doppelt zählen – im kommentierten Live-Stream wieder auf sporttotal.tv zu sehen und zu hören.

Frankfurt 3, Berlin 2 – und das nach einem 0:2-Satzrückstand. Derart ließen die Hessen am Wochenende aufhorchen und unterstrichen noch einmal, wie schwer einzuschätzen sie in dieser Saison sind. Das liegt in erster Linie an durchgängig immensen Verletzungsproblemen, die die Bildung einer fast komplett neuen Mannschaft noch erschwerten. Gerade einmal zwei Spieler waren – auch Corona geschuldet – im Sommer aus dem alten Kader übrig geblieben. Unter den Neuen waren dann neben namhaften Transfers auch eine Handvoll Youngster aus dem nahen Internat. Und da United dann im Saisonverlauf noch mit weiteren Zugängen nachlegte, stehen nun 17 Spieler (!) im Aufgebot.

Noah Baxpöhler freut sich auf die Rückkehr

Einer der ersten, die in der Sommerpause am Main unterschrieben hatten, war Nationalspieler Noah Baxpöhler, zurück in der Bundesliga nach einem einjährigen Abstecher beim französischen Erstligisten Toulouse. Davor war der Mittelblocker bekanntlich zwei Jahre lang sehr erfolgreich und bei den Fans beliebt ein LüneHüne. Jetzt kehrt der 27-Jährige also erstmals zurück. „Ich freue mich sehr, zurück in meine alte Heimat zu kommen und alte Gesichter und vor allem Freunde wiederzusehen. Es wäre allerdings um so schöner gewesen, wenn das Spiel vor Zuschauern stattgefunden hätte,“ schreibt er dazu.

Mit Leon Dervisaj kommt noch ein Spieler, der kurz das SVG-Trikot trug. Er ist einer von den Neuen, die im Saisonverlauf noch verpflichtet wurden. Dazu zählen auch zwei argentinische Nationalspieler mit Rodrigo Quiroga im Außenangriff und Facundo Imhoff im Mittelblock und ferner Außenangreifer Jonas Reinhardt vom Zweitligisten Mainz. Denn im Außenangriff hat Frankfurt die meisten Sorgen, da bekommt von den Youngstern Linus Hüger regelmäßig Einsatzzeit. Und dorthin wich auch schon mehrmals der Diagonale Daniel Malescha aus. Für den spielte dann wiederum Ikone Jochen Schöps auf Diagonal.

Auch für diese Personalrochaden sind Verletzungen die Ursache. Denn eigentlich hat Außen Tim Grozer einen festen Platz, fehlte aber zuletzt wegen Knie- und davor schon länger wegen Fuß-Problemen. Nur noch selten und kurz kam in den letzten Wochen Mittelblocker Jakob Günthör zum Zug, ihn plagt wie schon zu Friedrichshafener Zeiten der Rücken. Und der belgische Nationalteam-Zuspieler Nummer 1, Matthias Valkiers, ist wegen einer Bandscheiben-Operation schon ganz außer Gefecht.

Trotz Verletzungsproblemen ist United klar im Aufwind

Trotz allem haben sich die Hessen aus den zunächst unteren Regionen der Tabelle mittlerweile auf Platz 4 vorgearbeitet, gewannen fünf ihrer letzten sechs Spiele (13 Punkte) und stehen drei Zähler besser da als die SVG. Und im Pokalfinale stehen sie ja am 28. Februar auch. Das belegt, welche Qualitäten in diesem Team stecken, das nicht mehr vergleichbar ist mit dem von der SVG 3:1 gewonnenen Hinspiel. „Ohnehin ist ja nicht einfach zu sagen, wer bei denen spielt – und wo“, verweist SVG-Chefcoach Stefan Hübner auf die ständig wechselnde Starting Six beim Gegner. Das erleichtert zudem wohl nicht gerade das Videostudium. „Das geht aber ohnehin nicht ins kleinste Detail“, erwidert Hübner, „die Spieler können auch das ein oder andere spontan und selbst auf dem Feld regeln.“

Und durch nun schon vier Siege in fünf Spielen in diesem Jahr ist die Brust der Lüneburger ohnehin breiter geworden. „Die Jungs trainieren gut, haben eine gute Energie. Es passt soweit alles“, beschreibt Hübner die Stimmungslage, mal abgesehen vom Fehlen der verletzten Dalton Solbrig und Konrad Thole, und will die Bedeutung des Matches gar nicht kleinreden: „Das sind die Spiele, die für die endgültige Tabelle ausschlaggebend sein können.“ Ebenso ist auch Noah Baxpöhler bewusst, dass ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel ansteht: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe sein und zudem auch ein sehr wichtiges Spiel für die Playoffs – dafür wollen wir Frankfurter auf jeden Fall punkten.“ Es wird aus SVG-Sicht auf jeden Fall spannender als zuletzt.

BUNDESLIGASPIELE ZUSAMMENGEFASST

Der Frankfurter Sieg gegen Berlin war  DAS  Ergebnis des Spieltags, davon profitierten aber auch die powervolleys Düren, die auf Platz 2 kletterten und neben der eigenen Wochenend-Ausbeute von 6 Punkten und 6:0 Sätzen auch die vorzeitige Vertragsverlängerung um zwei Jahre von Trainer Rafal Murczkiewicz feierten.

Vorerst wieder aus den Playoff-Plätzen 1 bis 8 herausgefallen ist KW-Bestensee. Die Netzhoppers haben aber die bis 8. Februar verlängerte Transferperiode genutzt und auf den letzten Drücker noch einen Zuspieler verpflichtet, weil Stamm-Spiellenker Byron Keturakis erneut von Rückenproblemen geplagt wird. Als Ersatz für ihn kam aus der polnischen PlusLiga Kamil Droszynski (AZS Olsztyn). Dieser feierte gegen Düren bereits sein Debüt.

Corona bedingt abgesagt wurde das Friedrichshafener Spiel gegen Giesen.

Alle Begegnungen des Wochenendes:

SVG Lüneburg – TSV Unterhaching 3:0
(25:16, 25:21, 25:19)
71 Min., 0 Zuschauer
MVP: Craft – Petrusic
Scorer: Craft (16), Lindberg (14), Pörner (10), Krage, Schlien (je 6), van Solkema (2), Peemüller (1) – Topuzliev (15), Petrusic (10), J. Sagstetter (8), Zahar (3), Suck, B. Sagstetter, Thom (je 1)

Netzh. KW-Bestensee – powervolleys Düren 0:3
(13:25, 21:25, 17:25)
69 Min., 0 Zuschauer
MVP: Ratajczak – Ernastowicz
beste Scorer: Jackson (10), Allik (9), Westphal (6) – Gevert (13), Ernastowicz, van Berkel (je 11)

United Volleys Frankfurt – Berlin Volleys 3:2
(21:25, 20:25, 25:23, 25:23, 15:10)
123 Min., 0 Zuschauer
MVP: Schmidgall – Brehme
beste Scorer: Malescha (17), Imhoff (12), Baxpöhler, Schmidgall, Quiroga (je 11) – Patch (25), Michelucci, Tuia (je 14), Brehme (12)

Bisons Bühl – WWK Volleys Herrsching 0:3
(14:25, 24:26, 21:25)
71 Min., 0 Zuschauer
MVP: Gallas – Mantha
beste Scorer: Gallas (16), Kronthaler (10), Stöhr (7) – Matha (14), Penrose (12), van der Ent (10)

VC Olympia Berlin – powervolleys Düren 0:3
(19:25, 17:25, 18:25)
68 Min., 0 Zuschauer
MVP: John – Burggräf
beste Scorer: John (16), Röhrs (8), Schulz (3) – Schumann (14), Ireland (10), Ernastowicz (8)

NEWS AUS DER SZENE

Bittere Pille für Friedrichshafen

Es ist wieder Zeit für die Champions League, aber die Freude ist nicht ungetrübt. Im Pool E sollte Friedrichshafen eigentlich Gastgeber für das Rückrunden-Turnier zum Einzug ins Viertelfinale sein – und hat sich nun selbst die Zuschauerrolle verordnet. Nachdem drei Spieler und der komplette Trainerstab positiv auf das Covid-19-Virus getestet wurden, zog sich der VfB von einer Teilnahme zurück. Das Tunier findet aber dennoch jetzt am Bodensee statt, nun nur noch mit Karlovarsko/Tschechien, Novosibirsk/Russland und Trentino/Italien. Jeder aus dem Trio bekommt die Punkte vom VfB kampflos. Im Pool C mit den Berlin Recycling Volleys muss Wegiel wie schon beim Hinspiel-Turnier wegen zweier Corona-Fälle im Team auf eine Teilnahme verzichten. Alle drei Spiele der Polen werden mit 3:0 für die Gegner gewertet. Berlin trifft somit nur noch auf Ljubljana (Dienstag) und auf Gastgeber Kasan (Mittwoch).

In der Champions League der Frauen haben der SSC Schwerin und der MTV Stuttgart das Viertelfinale verpasst. Beide wurden in der Gruppenphase in ihren Pools Dritte, konnten bei den Rückspiel-Turnieren jeweils nur eines von drei Spielen gewinnen. Die Europacup-Wettbewerbe der Frauen laufen damit gänzlich ohne deutsche Beteiligung weiter.

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Der ehemalige LüneHüne und Weltklasse-Beachvolleyballer Julius Thole hat im Olympiajahr die erste Spielpraxis gesammelt, startete beim international besetzten Indoor-Turnier „Nations Clash“ in Düsseldorf – in vier Matches allerdings mit Dan John (Schüttorf) für seinen eigentlichen Partner Clemens Wickler, der zunächst wegen Kniebeschwerden aussetzte und dann noch für zwei weitere Matches einstieg. Heraus kam nach je 3 Siegen und Niederlagen letztlich Platz 4.