Der Kanadier kommt als etablierter Nationalspieler zurück
Hinter dieser Vertragsunterschrift steht ein dickes Ausrufezeichen: Ryan Sclater, in der vergangenen Saison zweitbester Scorer der Volleyball-Bundesliga, hat bei der SVG Lüneburg um ein Jahr verlängert. Und der Kanadier wird mit breiter Brust aus der Sommerpause zurückkommen, ist er doch seit gut einer Woche frisch gebackener A-Nationalspieler.
Schon in seiner Premierensaison bei den LüneHünen hinterließ Sclater trotz einiger Leistungsschwankungen (wie die gesamte SVG) deutliche Spuren in der Bundesliga, wurde zweitbester Scorer der Hauptrunde mit 345 Punkten aus 19 Spielen hinter Christoph Marks (Herrsching/373, 20 Spiele) und deutlich vor Marvin Prolingheuer (Düren/303, 20 Spiele).
Eine Bilanz, die auch in seiner Heimat aufmerksam registriert wurde – Nationaltrainer Stephane Antiga holte ihn zunächst zu den sogenannten „Tryouts“ nach Gatineau, das Trainingszentrum bei Quebec, in dem sich Spieler für das B- und A-Team empfehlen können. Im B-Team spielte Sclater schon im Sommer 2017, nun berief ihn der Coach ins A-Team für die Turnierserie der Nations League.
Lobeshymnen auf „Super Sclater“
Da schlug der 24-Jährige groß ein, wurde in bisher allen sechs Spielen der Kanadier eingesetzt und zuletzt als „Super Sclater“ gefeiert. Am 25. Mai gab er gegen Russland (0:3) sein Debüt, wurde in allen drei Sätze eingewechselt für seinen Konkurrenten Bradley Gunter, der schon ein wenig Länderspielerfahrung hatte. Nominiert für die Nations League ist auch die Nummer 1 der kanadischen Diagonalangreifer, Gavin Schmitt (164 Länderspiele), dem aber die beiden Youngster derzeit vorgezogen werden.
Und inzwischen hat Sclater die Nase vorn vor Gunter. Gegen Südkorea (3:0) wurde er zweimal kurz für den Rivalen eingewechselt, gegen Polen (1:3) spielte er in den Sätzen 3 und 4 durch und wurde schon zweitbester Scorer seines Teams mit 11 Punkten (Gunter 10). Am vergangenen Wochenende nun war der LüneHüne klar besser. Gegen Italien (3:1) kam er in Satz 1 und 2 rein und spielte dann die Sätze 3 und 4 von Beginn – 11 Punkte. Gegen Argentinien (3:1) und den Iran (3:1) spielte jeweils nur Sclater und kam auf 11 und 18 Punkte.
„Ich bin sehr froh, dass wir die Chance hatten, ihn – wie zuvor auch Ray Szeto – weiter zu verpflichten“, freut sich SVG-Chefcoach Stefan Hübner, dass er in seinem Diagonalangriff nicht schon wieder umdisponieren muss. „Er ist sehr präsent im Angriff, auch gut in der Abwehr und hat eine positive Ausstrahlung. Er passt zu uns und hat noch Entwicklungspotenzial. Ihm fehlt zum Beispiel noch Konstanz. Dass er jetzt auf hohem Niveau Nationalspieler ist, freut mich natürlich auch. Das ist auch gut für uns, wenn er den Sommer über so gefordert wird und sich beweisen kann.“
„Es gibt viele gute Gründe zu bleiben“
Sclater selbst, der sich mit Ehefrau Amy gut in Lüneburg eingelebt hat, sagt zu seiner Vertragsverlängerung: „Es gibt viele gute Gründe zu bleiben, nicht nur die schöne und gemütliche Stadt Lüneburg, sondern auch die tolle Gruppe von Teamkameraden und Coaches und die starke deutsche Liga. Ich glaube, dass wir in der Entwicklung noch nicht am Ende sind. Wir haben in der letzten Saison ein Fundament gelegt, auf das wir jetzt aufbauen und uns noch verbessern können. Ich freue mich schon auf die Rückkehr und all die freundlichen Gesichter. Und ich bin sicher: Das wird ein weiteres tolles Jahr.“ Und zum Aufstieg im Nationalteam fügt er an: „Ja, es läuft im Moment gut für mich. Aber ich muss auch hart arbeiten, um meinen Platz zu behalten.“
Wir werden es weiter gespannt verfolgen.