Michel Schlien (r.) spielte in München gegen Herrsching erst im Diagonal-, dann im Außen-Angriff und machte seine Sache auf beiden ungewohnten Positionen gut. Archivfoto: Behns

Nur wenig Spaß im „Gaudi Dome“

Ersatzgeschwächte SVG macht es Herrsching viel zu leicht

Angesichts der derzeitigen Verletzungsproblematik waren die Ansprüche bei der SVG von vornherein gering, der Auftritt bei den WWK Volleys Herrsching am Freitagabend bestätigte dann die schlimmsten Befürchtungen. Außer Spesen nichts gewesen hieß es nach 79 Minuten und einem 0:3 (22:25, 19:25, 22:25) im Münchner Audi Dome, den die Bayern seit ihrem ersten Aufschlag dort nur noch „Gaudi Dome“ nennen. Und Gaudi, also Spaß, hatten tatsächlich auch nur sie und ihre 400 Fans im weiten Rund. Schon am kommenden Sonnabend kommen die Bayern zum Rückspiel in dieser Zwischenrunde in die LKH Arena.

Team umgekrempelt, Ewert pausiert zur Vorsicht

Wie schon im Vorfeld überlegt, ging Chefcoach Stefan Hübner angesichts des nahenden Pokalfinales kein Risiko ein und ließ Jordan Ewert (Bauchmuskelprobleme) pausieren – der dritte Ausfall nach Jannik Pörner und Tim Stöhr (wieder auf der Bank, aber noch nicht fit). Arthur Nath, den es schon länger im Knie zwickt, spielte, blieb aber deutlich unter seinen Möglichkeiten. Immerhin aber war der zuletzt verletzt ausgewechselte Auke van de Kamp wieder voll da: Topscorer mit 13 Punkten und einer Angriffsquote von guten 55%.

Die LüneHünen, in der Starting Six wieder mit Richard Peemüller im Diagonalangriff, und Nath zurückversetzt auf Außen, begannen trotz einiger Mängel ordentlich. In der Mitte des Satzes kippte aber nach einer 12:10-Führung das Spiel. Pech war auch dabei: Bei einer Abwehraktion landete der Ball ausgerechnet am Videowürfel, ein Ball prallte van de Kamp von der Netzkante ins Gesicht. Zudem lief beim Gegner Mittelblocker Djordje Ilic heiß. Der Serbe setzte schon 3 seiner am Ende 5 Blocks. 3 weitere Blocks sorgten bei der SVG für hängende Köpfe.

Immerhin van de Kamp (5) und die Mittelblocker Dalton Solbrig (4) und Pearson Eshenko (3) kamen durch. Wirkungslos blieben Nath (1) und Peemüller (1). Beim 21:18 schien der Satzrückstand schon perfekt. Die SVG glich aber noch einmal aus, auch dank 2 Punkten des eingewechselten Michel Schlien – diagonal. Ihn hatte Hübner trotz guter Trainingsleistungen zunächst draußen gelassen, um den Mittelblocker als Option für den Diagonalangriff in der Hinterhand zu haben. Nach dem kurzen Aufbäumen war der Satz dann verloren, und überraschend blieb Schlien auch in Durchgang zwei auf der ungewohnten Position.

Wieder begannen die Gäste recht ordentlich – nur die Aufschlagfehler häuften sich – und führten bis zur Satzmitte (14:13). Doch dann legte Herrschings Zuspieler Luke Herr eine Aufschlagserie hin und drehte auf 19:14. Bei der SVG war inzwischen auch die Angriffsquote eingebrochen (nur 36%), der hohe Rückstand war so nicht mehr aufzuholen, zumal bei den Hausherren Mittelblocker Luuc van der Ent nun mit Schnellangriffen glänzte (4).

Schlien wechselt von Diagonal auf Außen

Zu Satz 3 hatte Hübner eine neue Variante parat: Nath ging wieder auf Diagonal, Allzweckwaffe Schlien wechselte in den Außenangriff. Und das sehr beachtlich mit 4 Punkten bei 50% Quote. Solbrig und van de Kamp kamen auf identische Werte. Nach erneut gutem Beginn kam die Wende zum drittenmal Mitte des Satzes, als Herrsching von 11:12 auf 13:12 stellte, Ferragut (6) und Kapitän Tim Peter (5) immer stärker wurden und zudem drei Asse gelangen – darunter das von Herr beim Matchball zum 25:22, nachdem die SVG sich noch einmal den Ausgleich (22:22) erkämpft hatte. Ferragut wurde als bester Scorer Herrschings (13 Punkte) auch MVP, bei der SVG war dies Zuspieler Joe Worsley.

Trainer Hübner, sonst mit Kritik eher sparsam, ließ die Personalprobleme nur bedingt als Entschuldigung für einen insgesamt enttäuschenden Auftritt gelten. „Keine Frage, das waren heute schwierige Umstände. Aber es geht auch immer darum, wie man verliert. Ich bin unzufrieden über die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Das war ein Level, unter das wir nicht kommen wollen. Dabei geht es um die Basics, um Kleinigkeiten – so wollen wir nicht auftreten. Wir haben es denen viel zu leicht gemacht, waren in der Abwehr unaufmerksam, einige Male überhaupt nicht wach, in der Annahme nicht konzentriert, im Angriff oft zu ungeduldig. Wenn man alles gegeben hat, der Gegner aber am Ende besser ist – okay. Aber so geht das nicht.“

SVG: Nath, Eshenko, Peemüller, van der Kamp, Solbrig, Worsley; Koslowsky. Eingewechselt: Schlien, Gerken.

SVG-NEWS in Kürze

Tickets für das Pokalfinale

Noch vier Wochen bis zum Pokalfinale SVG – Friedrichshafen am 6. März in Mannheim – und nun läuft auch eine zweite Phase des Kartenvorverkaufs, der wegen der Corona-Pandemie einige Wochen lang gestoppt wurde. Laut neuester Verordnung in Baden-Württemberg sind nun (Stand heute) 3000 Zuschauer zugelassen und auch der Spielplan ist nun festgelegt: ab 14 Uhr findet zunächst das Frauen-Finale zwischen Stuttgart und Dresden statt, ab 16.45 Uhr dann das Männer-Finale. Tickets gibt es auch über diesen Link auf der SVG-Homepage: https://tickets.saparena.de/shop/125

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Auch Karten für das Rückspiel der SVG in der Bundesliga-Zwischenrunde gegen Herrsching am 12. Februar, 20 Uhr, in der LKH Arena sind weiterhin verfügbar: https://tickets.svg-lueneburg.de/produkte/44096-tickets-heimspiel-svg-lueneburg-wwk-volleys-herrsching-lkh-arena-lueneburg-am-12-02-2022

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