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Noch zu wenig Schwung im Derby

SVG unterliegt Giesen im Liga-Cup-Halbfinale

Die Chance der SVG Lüneburg auf den ersten Titel der Saison wurde jäh vereitelt: Im Halbfinale des Liga-Cups 2026 mussten sich die LüneHünen am späten Samstagabend den Helios Grizzlys Giesen mit 0:3 (17:25, 27:29, 23:25) geschlagen geben. Im Spiel um Platz 3 trifft die SVG am Sonntag (15 Uhr) auf den VfB Friedrichshafen.

Trotz deutlicher Verspätung beim Spielbeginn hatten die Fans viel Lust auf das erste Derby der Saison. Die etwa 300 mitgereisten SVG-Fans boten der Heimkulisse ebenbürtig Paroli, feuerten ihr Team lautstark an. Werbung für Volleyball machten beide Fanlager.

Grizzlys machen mehr Druck

Auf dem Feld gaben jedoch schnell die Grizzlys den Ton an. Die Hausherren sorgten für Druck und setzten sich deutlich ab. Eine Aufschlagserie von Migge samt zwei Assen des Schweizers brachte Giesen mit sechs Punkten nach vorn (1:7, 2:8). Auch eine frühe SVG-Auszeit hatte keine Wirkung: Die Grizzlys dominierten weiter, brachten viel Angriffshärte auf den Boden und blockten stark. Als sich die Gastgeber zehn Satzbälle erspielt hatten (14:24), gelang den LüneHünen nur noch Ergebniskorrektur (17:25).

Im zweiten Satz meldete sich die SVG eindrucksvoll im Spiel zurück. Chefcoach Stefan Hübner hatte zweifach gewechselt, Shane Holdaway und Daniel Gruvaeus kamen für Cory Schoenherr und Sebastiano Sani ins Spiel. Schnell entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich beide Teams nichts schenkten (3:3, 8:8, 12:12). Der SVG fehlte das Momentum, die wenigen Gelegenheiten zum Absetzen zu nutzen: Homberger hatte gerade noch per Ass zur Führung gepunktet (13:12) – doch dann zog Giesen davon (14:17). Die LüneHünen kamen wieder wieder ran und führten sogar (18:18, 19:18), doch vier Grizzlys-Punkte in Serie vermasselten einen guten Start in die Crunchtime.

Die SVG steckte weiter nicht auf, zeigte erneut ihr Comeback-Gesicht. Inzwischen waren auch Anselm Rein und Axel Enlund ins Spiel gekommen – das hatte zusätzlich gewirkt. Ein Ass von Rogers sorgte für den Satzball (25:24). Doch der Jubel über den vermeintlichen Satzgewinn verstummte nach einer erfolgreichen Giesener Blocktouch-Challenge. Die LüneHünen hatten im folgenden Schlagabtausch zu wenig Konsequenz, kurz darauf besiegelte Migge per Ass den Giesener Satzgewinn (27:29). Der Außenangreifer hatte schon am Freitag im Duo mit Kyle Hobus als Giesens Topscorer überzeugt, diesmal feierte sein Kollege und US-Neuzugang nur ein Ein-Punkt-Intermezzo.

Momente machen den Unterschied

Auch im dritten Satz lieferten sich die Teams ein intensives Duell. Meist lag dabei Giesen hauchdünn vorn (6:8, 13:16) – auch weil die LüneHünen sich erneut zu viele Fehler leisteten. Zur Satzmitte etwa waren es in einer wichtigen Phase gleich drei Aufschlagfehler. Kurz vor der Crunchtime war die SVG dennoch erneut da. Erneut sorgen Rein und Enlund für Impulse, ein Block von Cole Young brachte die SVG sogar nach vorn (22:21). Eine Auszeit der Grizzlys hatte allerdings Wirkung. Und die Hausherren hatten auch das Glück auf ihrer Seite, als ein Ball von Bajrami passgenau vor der Linie landete (22:23). Dass Günthör den ersten Matchball holte, ließ die Heimkulisse kochen. Kurz darauf war die Partie entschieden: Enlund hatte den Ball zwar auf die Giesen-Seite gedrückt, doch den Punkt zum Sieg gab’s nach 87 Spielminuten für die Hausherren (23:25).

Verdient, aber etwas zu deutlich fiel die Niederlage aus SVG-Sicht aus. Zumindest in der Statistik waren die LüneHünen ziemlich gleichauf. Im Aufschlag punktete Giesen besser (8:3), leistete sich aber auch mehr Fehler (18:13). In der Annahme (39:34 % positiv) und im Angriff (49:50 %) lagen beide Teams nah beieinander.

Bester Scorer des Abends war Lars Migge (16 Punkte), auf Seiten der SVG hatte Lovis Homberger (10) die beste Bilanz.

SVG: Välimaa, Rogers, Young, Homberger, Sani, Schoenherr – Goto; eingewechselt: Gruvaeus, Holdaway, Rein, Enlund

(gm)

Stimmen zum Spiel:

Shane Holdaway (SVG Lüneburg): “Das Spiel ist eine wichtige Lektion – solange wir daraus einige Erkenntnisse mitnehmen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, also gibt es keinen Grund, irgendetwas überzubewerten. Natürlich gibt es Dinge, an denen wir arbeiten wollen, und Dinge, die wir verbessern wollen, aber es gibt auch vieles, was wir wirklich gut gemacht haben. Jetzt müssen wir uns erst einmal auf das morgige Spiel vorbereiten. Aber die wohl wichtigste Erkenntnis ist, dass man einfach von Beginn an voll dabei sein muss. Wenn man gegen gute Mannschaften einen langsamen Start hinlegt, gerät man schnell ins Hintertreffen. Und da kommt man auf diesem Niveau schwer wieder heraus.”

Tyler Koslowsky (Co-Trainer SVG Lüneburg): “Es war nicht sauber heute. Wir haben in Annahme und Aufschlag sehr flach angefangen und die haben sehr gut angefangen. Und dann sind wir plötzlich mit sieben Punkten hinten und dann ist es schwierig zurückzukämpfen. Wir haben einfach die Qualität nicht gezeigt im ersten Satz, sind dann im zweiten Satz gut ins Spiel gekommen. Aber es gab ganz viele Kleinigkeiten – eigentlich vermeidbare Fehler. Ich glaube, wenn wir nächstes Mal gegen so eine Mannschaft spielen, könnten wir einen besseren Plan haben. Und letztendlich haben wir im dritten Satz nicht geliefert. Aber auf Englisch sagen wir: ‘You only learn from these lessons when you put it in play the next time.’ So wir haben ganz viel mitzunehmen.”

Lars Migge (Helios Grizzlys Giesen): “Also wenn wir den Start wegrechnen, würde ich sagen, wir haben alle Spielelemente heute sehr konstant durchgezogen. Und das passiert uns halt nicht so oft. Ich glaube die SVG war ein bisschen überrascht. Ich war vor dem Spiel schon ziemlich positiv gestimmt von der Stimmung her vom Team. Aber wir mussten es am Schluss trotzdem aufs Feld bringen. Deswegen bin ich sehr froh, dass es geklappt hat. Das gibt uns jetzt sehr viel Selbstvertrauen. Und die Kulisse hat Mega-Spaß gemacht! Es ist toll, wenn auch die Auswärtsfans da sind und ihr Team unterstützen. Es ist auch eine schöne Stimmung, wenn du dann den Punkt machst aus einer langen Rallye und trotzdem alle jubeln. Das ist einfach cool.”

Das sind die bisherigen weiteren Ergebnisse des Liga-Cups 2026:

Vom Freitag:

SVG Lüneburg – SWD powervolleys Düren 3:0 (25:22, 25:22, 32:30)
VfB Friedrichshafen – FT 1844 Freiburg 3:1 (25:22, 25:23, 22:25, 25:18)
Berlin Recycling Volleys – Energiequelle Netzhoppers Königs Wusterhausen 3:0 (25:21, 25:23, 25:16)
Helios Grizzlys Giesen – Barock Volleys Ludwigsburg 3:1 (22:25, 25:18, 33:31, 25:21)

Vom Samstag:

Energiequelle Netzhoppers KW – FT 1844 Freiburg 1:3 (25:21, 21:25, 27:29, 25:27)
Berlin Recycling Volleys – VfB Friedrichshafen 3:1 (24:26, 25:16, 25:21, 26:24)
Barock Volleys Ludwigsburg – SWD powervolleys Düren 3:2 (25:22, 21:25, 25:17, 17:25, 15:13)