SVG-Coach Stefan Hübner assistiert in den nächsten Wochen Kanadas neuem Nationaltrainer Ben Josephson. Fotos: Behns

Neuer Nebenjob für Hübner

Für ein paar Wochen Co-Trainer bei Kanadas Nationalmannschaft statt bei Deutschlands B-/U23 
Aus einer losen Absichtserklärung, mal etwas zusammen zu machen, wenn sich die Möglichkeit ergibt, ist Realität geworden: Stefan Hübner, Chefcoach der SVG Lüneburg, arbeitet in diesem Volleyball-Sommer als einer von mehreren Assistenztrainern für Kanadas neuen Headcoach Ben Josephson, der offiziell seit 1. April im Amt ist. Hübnern betreute in den letzten Sommern ja auch schon zweimal die deutsche B-/U23-Nationalmannschaft.

Man kennt sich und man schätzt sich seit vielen Jahren, in diesen Tagen gerade lernen sich Hübner und Josephson auch persönlich kennen. „Bisher war das ein freundschaftlicher Kontakt schon über Jahre hinweg, jetzt arbeiten wir tatsächlich mal Seite an Seite. Wir haben viele ähnliche Auffassungen über Spieler und das Volleyballspiel an sich und konnten uns eine Zusammenarbeit immer vorstellen. Als Ben sich nun ein Trainerteam zusammengestellt und bei mir angefragt hat, habe ich auch zugesagt“, erzählt Hübner von seinem neuen Job in den nächsten Wochen. Seit Jahren in Kontaktmit bisherigem TWU-Coach

Hintergrund ist die Tatsache, dass Josephson bisher höchst erfolgreich das kanadische Collegeteam „Spartans“ der Trinity Western University (TWU) unter seinen Fittichen hatte und die SVG seit dem Bundesliga-Aufstieg 2014 von dort immer wieder Akteure holte, die – zudem bestens ausgebildet – gut zu Hübners Spiel-Philosophie passten. Bereits seit 2007 ist Josephson Chefcoach der Spartans, war zuvor drei Jahre Co-Trainer und davor Zuspieler dort.

Neben fünf Meisterschaften und weiteren herausragenden Platzierungen mit TWU entwickelte der 43-Jährige im Lauf der Zeit auch ungefähr 30 Nationalspieler und wurde dreimal zu Kanadas Trainer des Jahres gewählt. Ende November 2021 erfolgte dann die Berufung zum Nationalcoach als Nachfolger des abgetretenen Glenn Hoag, der die Ahornblätter zehn Jahre lang zum Weltranglisten-12. geformt und sie 2016 und 2021 zu den Olympischen Spielen geführt hatte (Platz 5 und 8).

Inzwischen hat der neue Nationalcoach seinen eigenen Staff aufgestellt, und Hübner gehört als einer von mehreren Co-Trainern dazu, wenn jetzt für die Spieler im Trainingszentrum Gatineau (bei Ottawa) die Lehrgänge in Hinblick auf die Nations League laufen. Eins der ersten Turniere dieses Wettbewerbs findet dann auch von 7. bis 12. Juni in Ottawa statt, Gegner für die Gastgeber ist in dieser 8er-Gruppe u.a. das deutsche Team. Sieben Wochen lang wird Ex-Mittelblocker Hübner also für die Kanadier arbeiten, für den Rest der Nations-League-Auftritte und dann auch für die WM im Spätsommer rücken andere Coaches in Josephsons Team. Wiedersehen mitehemaligen SVG-Spielern

Hübner trifft dabei auch alte Bekannte: natürlich SVG-Akteur Pearson Eshenko, aber auch die ehemaligen LüneHünen Ryan Sclater (Sète/Frankreich), inzwischen Kanadas Nummer 1 als Diagonalangreifer, und Steven Marshall (Nizza/Frankreich). Oder auch Ex-Zuspieler Adam Schriemer. Der ist seit zwei Jahren Co-Trainer von Josephson bei den Spartans – und nun auch übergangsweise im Trainerteam der Nationalmannschaft. In der neuen College-Saison übernimmt Schriemer dann bei TWU mit einem weiteren bisherigen Co-Trainer, Ben Ball, die Nachfolge von Josephson. Ferner bei TWU mit dabei ist – in Lüneburg ebenfalls bestens bekannt – Nick del Bianco als „Wellness-Direktor“.

Der SVG-Chefcoach sieht die Zeit in Nordamerika auch als eine Fortbildungsmaßnahme: „Es geht nicht nur um spezielle Mannschafts-Positionen, in meinem Fall zum Beispiel die Mittelblocker, sondern auch um andere Bereiche der Trainingsarbeit. Ich will dabei auch etwas für mich mitnehmen, auch von den anderen lernen.“ Für Kanada wird es in jedem Fall ein Neuanfang, nicht nur wegen des Debüts für Josephson. Einige etablierte Spieler haben nach Olympia 2021 aufgehört, der neue Olympiazyklus bis 2024 hat begonnen und Nachfolger werden gesucht. 
Playoff-Finale 
 Mehr Spannung geht nicht: Die Berlin Volleys haben in der „best-of-5-“Finalserie tatsächlich einen 0:2-Rückstand gegen den VfB Friedrichshafen wieder ausgeglichen und sich auswärts die Chance auf die Titelverteidigung erkämpft. Dabei setzten in einem erneut in jedem Satz engen Match die Häfler Außen Luciano Vicentin und Daniel Muniz sowie der überragende Libero Nikola Pekovic lange die Akzente, doch Berlin behielt die Nerven. Im zweiten Satz kam auf Außen Samuel Tuia für Ruben Schott und sorgte vor allem mit Aufschlagserien in den Crunchtimes des zweiten und dritten Durchgangs für entscheidende Impulse. In Abschnitt drei wurde der immer öfter geblockte Ben Patch von Marek Sotola abgelöst – der neue Diagonale verwandelte dann reihenweise seine Angriffe. Tuia blieb es aber vorbehalten, schließlich den ersten Matchball zu verwandeln.

Das alles entscheidende Spiel 5 beendet nun am Sonnabend um 18.30 Uhr die Bundesliga-Saison 2021/22 in der Max-Schmeling-Halle. Zu sehen ist es auch wieder im Live-Stream, mit Vorberichterstattung ab 17.30 Uhr auf www.twitch.tv/spontent bzw. auf sportdeutschland.tv (ohne Vor- und Nachberichte).

Das Finale im Stenogramm, 4. Spiel:
VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys 1:3

(26:24, 24:26, 24:26, 20:25 – Stand: 2:2)
123 Min., 2391 Zuschauer (in Ulm)
MVP: Pekovic – Carle
Scorer: Vicentin (22), Muniz (18), Hirsch (9), van Berkel (6), Böhme (5), Vincic, Maase (je 3) – Carle (15), Patch (12), Tuia (11), Sotola (10), Mote (7), Klein (6), Schott, Grankin (je 3) 
NEWS aus der Liga 
 Mittelblocker-Talent Lennart Heckel (20), zuletzt beim TSV Haching Müchen, hat sich für einen Wechsel als Nummer 3 auf dieser Position zu den United Volleys Frankfurt entschieden. Und Uniteds Young-Libero Leo Bernsmann (17) hat einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben, nachdem er in der vergangenen Saison schon einen ersten überzeugenden Einsatz hatte.

Der TSV Haching München hat für die kommende Saison Außenangreifer Florian Krenkel (21) vom Zweitligisten TSV Grafing unter Vertrag genommen. 
NEWS aus der Szene 
 Dieser Titel hat sich schon lange abgezeichnet: Die Meisterschaft in Slowenien holte sich ACH Volley Ljubljana mit 3:0-Siegen im Playoff-Finale gegen Calcit Kamnik, nachdem das Team die ganze Saison über ungeschlagen blieb und auf dem Weg zur 18. Landesmeisterschaft auch den Pokal gewann. Zudem gewann Ljubljana die MEVZA, die mitteleuropäische Volleyballliga der besten Teams aus Slowenien, Österreich, Ungarn, der Slowakei und Kroatien.

Zum 21. Mal in der Vereinsgeschichte ist HAOK Mladost Zagreb Meister in Kroatien, gab Ribola Kastela mit zwei Siegen im Playoff-Finale das Nachsehen. Zagreb hatte auch schon den Pokal gewonnen (zum 22. Mal).

Mit 3:1-Siegen gegen Falkenbergs VBK in der Playoff-Finalserie hat sich Hylte/Halmstad VBK die schwedische Meisterschaft gesichert – insgesamt zum 10. Mal.

Mit drei Finalsiegen gegen Neftohimic Burgas ist wie im Vorjahr Hebar Pazardzhik erneut Meister in Bulgarien – und Triple-Sieger nach dem Gewinn des nationalen Pokals und des Supercups.

Diagonalangreiferin Louisa Lippmann (27), fünffache Volleyballerin des Jahres und Aushängeschild der „Schmetterlinge“, hat sich nach 162 Länderspielen (vorerst) aus der Nationalmannschaft zurückgezogen und sich generell eine Auszeit vom Leistungssport genommen. 
SVG-NEWS in Kürze 
 Die meisten Profis der SVG Lüneburg erholen sich gerade von einer anstrengenden Bundesligasaison. Einige LüneHünen – wie die nun abgetretenen Urgesteine Michel Schlien (auf dem Foto vorne rechts) und Jannik Pörner (hinten rechts) – waren aber jetzt noch bei einem Nachwuchs-Training am Volleyball-Stützpunkt Lüneburg dabei, das für 25 Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren aus verschiedenen Vereinen der Region stattfand und von der Sparkasse Lüneburg unterstützt wurde.

Volleyball-Bundesliga, Volleyball-News

Schreibe einen Kommentar

Volleyball Bundesliga