Der Traum vom Halbfinale blieb unerfüllt, die Bundesliga ist für die LüneHünen vorbei. 23:25, 20:25, 22:25 hieß es nach dem 3. Playoff-Viertelfinale gegen die Berlin Volleys in der Max-Schmeling-Halle, der Titelverteidiger war noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Denn vor mehr als 3500 Zuschauern im Volleyball-Tempel, darunter nahezu eine Hundertschaft aus Lüneburg, machte die SVG dem Favoriten das Leben noch einmal schwer.

„Beide Seiten haben wenig Fehler gemacht – wir leider im Angriff ein paar zu viel. Berlin hat viel Druck im Aufschlag gemacht, wir haben aber mit viel Herz gefightet und können erhobenen Hauptes aus der Saison gehen. Und die Chancen waren da, es noch ein bisschen spannender zu machen“, lautete das Fazit von Trainer Stefan Hübner.

Der schickte bis auf eine Ausnahme die Formation aufs Feld, die beim 3:1 an Ostern so famous aufgetrumpft hatte – statt Matthias Pompe begann Ray Szeto. Doch die LüneHünen erwischten gegen die Hauptstadt-Riesen einen eklatanten Fehlstart, lagen über 4:8 und 8:16 bei den technischen Auszeiten schon fast demoralisierend 11:21 zurück. Aber nur fast – das große Aufbäumen hätte um ein Haar noch zur Wende im ersten Satz geführt. Bis auf 23:24 kam die SVG heran, eine starke Aufschlagserie von Adam Kocian ließ den Meister zittern, selbst zwei Auszeiten von Coach Stelian Moculsecu direkt hintereinander schien das Unheil nicht aufhalten zu können. In der Halle wurde es immer stiller, Pfiffe, ungläubiges Staunen – bis Adam White doch noch den Deckel drauf machte.

In Durchgang zwei war Kocian, der die SVG nach drei Jahren verlassen wird, gleich wieder als Erster am Service und setzte seine Serie fort. 8:6 stand es bei der ersten technischen Auszeit. Beim 10:9 führte erstmals Berlin, doch es blieb  eng bis in die Crunchtime, als dann die Hausherren von 19:16 vorentscheidend auf 21:17 stellten. Vor allem Paul Carroll, mit 19 Punkten bester Scorer, war immer wieder zur Stelle, auch Robert Kromm zeigte alte Klasse, servierte hervorragend und war auch sicher in der Annahme. Ein mehrtägiges Trainingslager in Kienbaum hatte offensichtlich seine Wirkung nicht verfehlt – alle Berliner wirkten höchst konzentriert und fokussiert.

Immer häufiger gewann der Favorit die langen Ballwechsel, während sich bei der SVG die leichten Fehler häuften. Dennoch: Auch noch in Satz drei keimte lange die Hoffnung. Die LüneHünen führten 11:7, steckten den Ausgleich weg, führten wieder 16:13, doch der neuerliche Ausgleich war dann nicht mehr zu verdauen. Zumal zwar viele Elemente stimmten, nicht aber die Angriffsquote. Cody Kessel als bester Scorer (13), Ray Szeto und Ryan Sclater punkteten zwar zweistellig, doch ihre Angriffsquoten (37, 44 und 28 Prozent) waren zu fehlerhaft, um bestehen zu können. Zu stark war Berlin an diesem Tag, zog vom 17:17 auf 21:17 davon und verwandelte schließlich nach 80 Minuten Netto-Spielzeit seinen ersten Matchball.

 

Nun folgen nach die Aufarbeitung der Saison im Kreis des Trainerteams und zusammen mit den Spielern sowie verschiedene andere Veranstaltungen und Termine, bevor die ausländischen Spieler in ihre Heimatländer fliegen.