Es war der 20. Februar 2016, als den LüneHünen ein historischer Coup gelang: Erstmals landeten sie einen Sieg gegen den Rekord-Meister und –Pokalsieger VfB Friedrichshafen. 3:1 hieß es in der brodelnden Gellersenhalle. Eine Wiederholung käme nun zum Ende der Hauptrunde gerade recht… Es wird enorm schwer gegen den souveränen Spitzenreiter (Sonnabend, ausnahmsweise schon um 19 Uhr), aber ein Fünkchen Hoffnung besteht schon allein deshalb, weil die Häfler im Spiel- und Reisestress sind. Nicht einmal 48 Stunden vor dem Auftritt bei uns mussten sie noch gegen den deutschen Dauerrivalen Berlin das Rückspiel in den Playoffs-12 der Champions League bestreiten, bevor die Reise gen Norden anstand.

Fünf unserer letzten sieben gingen über die volle Distanz von fünf Sätzen, das sorgte für einigen Verdruss, weil stets mehr drin war und Punkte verschenkt wurden. „Ja, wir könnten Vierter sein mit diesen fünf Punkten mehr aus den Tiebreak-Spielen. Leider haben wir nicht stabil genug gespielt“, räumt Chefcoach Stefan Hübner ein. Nun ist im Idealfall immerhin noch Platz 5 drin, wenn alles schlecht läuft, kann die SVG aber auch noch Achter werden. Dann müsste sie in den Playoffs schon am Mittwoch wieder gegen Friedrichshafen ran. Derzeit, als Siebter, hieße der Gegner Berlin (2.).
Rechenspiele, die weitgehend vermeidbar gewesen wären, hätte das Team um Kapitän Matthias Pompe nicht plötzlich seine „Vorliebe“ für Tiebreaks entdeckt, nachdem diese längste Variante eines Volleyball-Matches zwölf Spiele lang bis Ende Januar gänzlich vermieden wurde. Nun aber dürfte es zum Abschluss ruhig noch einmal sein  …
Morgen gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Scott Kevorken, in den ersten drei Bundesliga-Jahren unser Kapitän, bevor er im vergangenen Sommer in den Süden wechselte. Dort hat er sich schnell etabliert, hat schon erste Titel mit Supercup und DVV-Pokal gewonnen und ist in fast allen Spielen zum Einsatz gekommen, auch in der Champions League, wenn auch manchmal nur als Einwechselspieler.
In der Bundesliga stehen für den Mittelblocker 126 Punkte zu Buche: 17 im Aufschlag, 83 im Angriff und 26 Blockpunkte. Im Ranking der besten Blocker steht er damit auf Platz 17, eine Position hinter seinem Mannschaftskameraden Philipp Collin (28 Punkte). Und Sechster ist Jakob Günthör (37) vom VfB, was zeigt, wie stark die Häfler allein auf dieser Position besetzt sind. Auf Rang elf wird da übrigens der LüneHüne Noah Baxpöhler (33) gelistet.

Baxpöhler & Co. wollen nun noch einmal alles abrufen, um eine Überraschung zu landen. Gerade gegen die Topteams gelingt das ja immer wieder einmal. Doch gegen den Seriensieger dieser Saison mit 33 Erfolgen in Bundesliga (19), DVV-Pokal (4) und Champions League (9) sowie im Oktober zum Start im Supercup wird das extrem schwer. Denn trotz der hohen Belastung mit vielen Matches und Reisen ist der VfB-Kader gut genug besetzt, um erfolgreich zu bleiben. Nur bleibt völlig ungewiss, wer bei der Rotation von Gästetrainer Vital Heynen geschont wird. Zuletzt waren das Simon Tischer (Zuspiel), Philipp Collin (Mittelblock) und Außen Athanasios Protopsaltis, der sprunggewaltige, kleine Grieche, der den LüneHünen bisher stets so große Probleme bereitete. Vielleicht darf er sich nach dem Champions-League-Auftritt am Donnerstag auch schonen…

Neben der Klasse der Gäste kommt aber erschwerend hinzu, das bei der SVG Ray Szeto ausfällt, nachdem er sich im letzten Spiel bei einer Rettungsaktion, die in der Werbebande endete, verletzte. In dem lädierten Zeh des Außenangreifers ist eine Kapsel verletzt, ein längerfristiger Ausfall droht aber wohl nicht.

Der Vorverkauf für das Playoff-Viertelfinale läuft bereits an den bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet bei Ticketmaster. Unser Heimspiel der Best-of-3-Serie findet am Ostersonnabend, 31. März, um 20 Uhr in der CU Arena in Hamburg-Neugraben statt. Dorthin gibt es auch wieder eine Mitfahrgelegenheit ab Lüneburg, Reppenstedt oder Kirchgellersen, buchbar in der Geschäftsstelle.