Giesens neuer Diagonalangreifer Jacob Kern überlistet den SVG-Block mit Konrad Thole und Michel Schlien mit einem Lob

Noch viel Arbeit für LüneHünen

SVG in Hildesheim drei Sätze lang klar unterlegen

Auf die LüneHünen wartet in den Trainingseinheiten bis zum Bundesligastart am 17. Oktober noch viel Arbeit. Das machte das letzte Testspiel am Sonnabend bei den Giesen Grizzlys überaus deutlich – eine Generalprobe, die über weite Strecken schwer verdauliche Kost bot und viele Defizite offenlegte. Einer der wenigen positiven Aspekte war, dass Chefcoach Stefan Hübner nach seiner Erkrankung an die Linie zurückkehrte.

Der Trainer ließ Michel Schlien und Florian Krage im Mittelblock, Konrad Thole und Jordan Ewert auf Außen, Jannik Pörner im Diagonalangriff und Leon Dervisaj als Zuspieler zusammen mit Libero Tyler Koslowsky beginnen. Diese Formation schien im ersten Satz aber nur auf dem Papier in der Halle zu sein. 8:3 und 16:7 hieß es bei den technischen Auszeiten, der Vorsprung der wie aus einem Guss aufspielenden Gastgeber wuchs immer mehr. Da wirkte sich auch aus, dass sie schon wesentlich öfter getestet hatten als die SVG, so auch unter der Woche gegen die United Volleys Frankfurt mit 3:1 und 4:0 düpiert hatten. Die Hessen sind in zwei Wochen der Bundesliga-Auftaktgegner der LüneHünen.

Neue Grizzlys beißen kräftig zu

Die SVG war vor etwa 200 Zuschauern in Hildesheim in allen Belangen unterlegen, hatte große Probleme in der Annahme, im Block (auch Außen), bei eigenen Angriffen und mit einem zu drucklosen Aufschlag. Insbesondere die drei Giesener Neuzugänge Jacob Kern (17 Punkte, Diagonal), Anton Menner (14) und Stijn van Tilburg (13, beide Außen), immer wieder gut von Zuspieler Jan Röling in Szene gesetzt, ließen die SVG schlecht aussehen. Und selbst in der Mitte, eigentlich die stärkste Zone der SVG, war gegen Magloire Mayaula und Pearson Eshenko (je 8) wenig auszurichten. Das Hübner-Team profitierte dagegen noch einige Male von Fehlern des Gegners, machte im ersten Satz selbst nur 10 Punkte.

Die Angriffsquote wurde im zweiten Durchgang etwas besser, trotzdem bestand nie die Chance auf den Satzgewinn. Und Abschnitt drei wurde dann – nach der ersten Führung überhaupt mit 2:1 – wieder so desaströs wie Satz eins. Giesen stellte von 4:5 auf 7:5 und zog dann mehr und mehr davon, wobei van Tilburg eine Aufschlagserie von 17:13 auf 21:13 einstreute, gegen die kein Kraut gewachsen war. Im SVG-Mittelblock spielte inzwischen Dalton Solbrig (für Krage), im Satz zwei hatten zwischendurch auch Richard Peemüller und Hannes Gerken (für Pörner und Dervisaj) eine Chance bekommen.

Erst im Bonussatz – nun auch mit Will Craft – gestalteten die Gäste das Ergebnis noch etwas erträglicher, führten von Beginn an und ließen sich diese Führung auch nicht mehr nehmen. Ab der zweiten technischen Auszeit (13:16) wuchs sie bis auf zwischenzeitlich acht Punkte an. Nun war auch ein guter Rhythmus im Spiel, gelang plötzlich einiges, was vorher kaum zu sehen war. So war jetzt zum Beispiel Schlien „on fire“, machte in diesem Satz allein 5 seiner 9 Punkte. Auch Pörner punktete hier fünfmal, war mit insgesamt 15 Zählern (Quote: 57%) bester Scorer vor Youngster Thole (12 bei 58%), der sich einmal mehr für weitere Einsätze empfahl.