Der Kampitän geht von Bord

Die ideale Konstellation mit Matthias Pompe

Bisheriger Kapitän wird Geschäftsstellenleiter der SVG

Im neuen Spielerkader der SVG Lüneburg wird ein vertrautes Gesicht der letzten Jahre fehlen, dem Verein aber bleibt es erhalten: Matthias Pompe hat seine Karriere beendet und ist in die Administration des Volleyball-Bundesligisten gewechselt. Der 35-Jährige wird ab dem 1. Juli Leiter der Geschäftsstelle.

Routinier Pompe soll in seinem neuen Tätigkeitsfeld zu einer weiteren Professionalisierung der SVG beitragen und für die nötige Entlastung von Geschäftsführer Andreas Bahlburg – oft Hansdampf in allen Gassen – sorgen. Und mit dem Stellenwechsel des bisherigen Kapitäns kommt die SVG auch den gestiegenen Anforderungen der Volleyball-Bundesliga (VBL) laut Masterplan nach mehr Hauptamtlichkeit nach.

„Das ist für uns eine ideale Konstellation. Matze kennt schon ganz viele Abläufe, hat sich als Teammanager der letzten zwei Saisons in viele Themen eingearbeitet und ist durch seine langjährige Bundesliga-Karriere auch gut vernetzt“, sieht Bahlburg den fließenden Übergang seines neuen engen Mitarbeiters aus der Halle an den Schreibtisch positiv.

Richtiger Zeitpunkt, um aufzuhören

„Als ich vor drei Jahren gekommen bin, war ja der Plan, hier im Norden sesshaft zu werden. Schön, dass ich nun die Möglichkeit habe, im Verein und im Volleyball zu bleiben“, freut sich auch der viel herumgekommene gebürtige Leipziger Pompe, der auf insgesamt 17 Jahre einer hochklassigen Volleyball-Laufbahn zurückblickt. Und schmunzelnd fügt er an: „Ich hätte auch weiterspielen können. Natürlich fällt es von Jahr zu Jahr schwerer, und so ab März merkt man dann nach einer langen Saison schon seine Knochen – aber die Fitnesswerte sind noch top.“

Dennoch sieht der Außenangreifer den jetzigen Zeitpunkt zum Aufhören als ideal an: „Ich habe immer gesagt, dass ich diese Entscheidung selbst fällen, nicht aufs Abstellgleis geschoben werden willl – oder gar wegen einer schweren Verletzung zum Karriereende gezwungen sein will. Außerdem kommt unser Sohn Mourice nun in die Schule, es wird Zeit für mehr Familienleben und weniger Reiserei an Wochenenden mit der Mannschaft.“

Das Ende der Aktivenzeit mit dem erstmaligen Auflaufen in einem Pokalfinale und einer zweiten Medaille für Bundesliga-Platz 3 kann sich Pompe kaum besser vorstellen: „Das war noch einmal eine Saison voller Highlights. Und auch aus der Gellersenhölle habe ich mich ordentlich verabschiedet“, blickt er zurück. Im letzten Hauptrundenspiel gegen Friedrichshafen (1:3) trumpfte der „Oldie“ nochmal auf, spielte vier starke Sätze mit 12 Punkten und wurde zum MVP gewählt. „Und ich bin mit meinem Sohn an der Hand aufgelaufen“, war diese Premiere für ihn das i-Tüpfelchen.

Am Ende doch noch das ersehnte Highlight Pokalfinale

Weitere bleibende Erinnerungen aufzulisten, fällt Pompe schwer, denn: „Es gibt so viele, auch so viele schöne Momente. Ein Highlight war sicher die Teilnahme an den European Games 2015 in Aserbaidschan mit Gold in Baku – und das, nachdem ich in der Nationalmannschaft 2009 zuletzt gespielt hatte. Schön war auch die Zeit als erfolgreicher Beacher als Vize-Europameister in der U23. Oder auch die Bundesliga-Jahre in Düren und Rottenburg. Und ich bin sehr froh, dass ich die Auslandserfahrung, das eine Jahr in Ajaccio auf Korsika, mitgenommen habe.“ Nicht zuletzt ist Pompe dankbar, weitgehend ohne große Verletzungen durchgekommen zu sein. „Nur nach einem Teilriss der Patellasehne bin ich mal länger ausgefallen.“

So sehr, wie er sich nun auf den neuen Lebensabschnitt freut, ist Pompe auch gespannt, wie ihm die Umstellung gelingt. „Ich werde weiter Krafttraining machen und will mir einen Sport suchen, in dem ich weiter aktiv bleiben kann. Zum Beispiel Tennis. Oder Fußball. Beides habe ich früher gespielt, ich war im Volleyball ein Spät-Einsteiger.“ Lachend fügt er noch an: „Und bei schönem Wetter ein bisschen beachen.“ Ein Auflaufen für die zweite Mannschaft der SVG „ist erst einmal nicht vorgesehen“. Schließlich hat der neue Job Priorität. Zu dem gehören außer den bisherigen Aufgaben des Teammanagers wie Hotelbuchungen oder die Termin-Koordination auch die regelmäßige Kommunikation mit der VBL (Lizenz- und Transfer-Angelegenheiten), der Kontakt zu Sponsoren und Werbepartnern und die verantwortliche Abwicklung des operativen Geschäfts der Spielbetriebs-GmbH in der SVG