Noah Baxpöhler (r.) machte den alten Kollegen von der SVG schwer zu schaffen, erzielte 13 Punkte für Frankfurt. Hier kommen Dalton Solbrig (Nr. 11) und Jordan Ewert (l.) zu spät. Foto: Behns

Jetzt ganz schnell den Frust verdauen

0:3 im Verfolgerduell gegen Frankfurt – Mittwoch geht es schon weiter mit dem Pokal-Halbfinale

Das war ein Tiefschlag, der Wirkung zeigte und hoffentlich nur einem einzelnen, gebrauchten Abend geschuldet war. 0:3 (24:26, 24:26, 17:25) verlor die SVG das Bundesliga-Verfolgerduell gegen die United Volleys Frankfurt und verspielte damit wohl nicht nur für den Moment Platz vier. Den Frust gilt es nun schnell zu verarbeiten, denn bereits am kommenden Mittwoch lockt ein noch größeres Ziel. Dann geht es in der LKH Arena gegen Herrsching um den Einzug ins Pokalfinale. Tickets dafür sind noch verfügbar beim Klick auf diesen Link: https://tickets.svg-lueneburg.de/produkte/43049-tickets-heimspiel-svg-lueneburg-wwk-volleys-herrsching-lkh-arena-lueneburg-am-22-12-2021

Nicht wiederzuerkennen waren die LüneHünen im Vergleich zu den letzten Wochen, selbst Chefcoach Stefan Hübner brauchte ungewohnt lange, um das Gesehene zu verdauen. Und zog dann, immer noch konsterniert, sein Resümee: “Die ersten beiden Sätze haben wir unglücklich jeweils in der Crunchtime verloren, das kann auch anders laufen. Aber die Frankfurter waren abgezockter und haben die Chancen, die wir ihnen geboten haben, konsequent genutzt. Letztlich waren wir in allen drei entscheidenden Spiel-Elementen schlechter, und dann kannst du eben nicht gewinnen.”

Eine große Chance liegen gelassen

Zusätzlich blieb aber auch der Eindruck hängen, dass der letzte Punch, die absolute Gier, die 100%-ige Konzentration, fehlte. Steckte da vielleicht auch schon der anstehende Pokal-Hit in einigen Köpfen? “Ich könnte es letztlich keinem verdenken, wenn es so wäre. Und hinterher sage ich auch: Wenn das der Grund war – okay. Vorher will man das aber auf jeden Fall vermeiden”, erwiderte Hübner, der selbst solche Gedanken gut aus dem Hinterkopf verdrängen kann. “Letztlich haben wir aber eine große Chance verpasst, es in der Tabelle noch einmal richtig interessant zu machen”, bedauerte er mit Blick auf die ab 22. Januar anstehende Zwischenrunde, in der die Plätze 1 bis 4 und 5 bis 8 jeweils in Hin- und Rückspiel unter sich bleiben, und die Playoffs danach.

Die Chance, nochmal ein Ausrufezeichen zu setzen, war auch deshalb groß, weil dem Tabellendritten neben dem verletzten Topscorer Daniel Malescha in Zuspieler Byron Keturakis eine weitere Stütze fehlte. Doch dessen Konkurrent Leon Dervisaj machte seine Sache gut und setzte die United-Angreifer sehr variabel ein – insbesondere zwei weitere Ex-Lüneburger. In der Mitte kam immer wieder Noah Baxpöhler mit Schnellangriffen zum Zug, verwandelte 9 von 14 und buchte zudem 4 direkte Blockpunkte. Außenangreifer Viktor Lindberg kam sogar auf 16 Zähler und wurde MVP.

Und dann gab es da ja noch den 38-jährigen Jochen Schöps (10 Punkte) diagonal. Die deutsche Volleyball-Ikone zeigte, was für ein feines Händchen er noch hat, düpierte die nicht durchgängig wache SVG immer wieder mit seinen trickreichen Lobs und Roll-Shots. Aber auch über die Außenpositionen und beim Pipe kam Frankfurt immer wieder nahezu blockfrei zum Erfolg. Ohnehin war das Blockspiel der SVG ungewohnt wirkungslos, auch im Angriff. Nur gemeinsam 6 Punkte sammelten die Mittelblocker Michel Schlien und Dalton Solbrig, darunter zwei direkte Blocks und 2 Asse (Schlien). Und für Angriffe bekamen sie gerade mal zusammen 8 Bälle aufgelegt.

Baxpöhler und Lindberg stark

Das alles war anfangs noch nicht absehbar. Denn da lief Richard Peemüller bei seinem Comeback nach einer Woche Verletzungspause regelrecht heiß, sammelte 9 Punkte, und das nicht nur mit Wucht wie sonst, sondern auch mit Raffinesse. Auch Ewert (6) war gut im Spiel in diesem Eingangssatz. So machte die SVG einen Rückstand bis zu vier Punkten wett und schien eingangs der Crunchtime in die Erfolgsspur zu kommen, als sie von 19:18 auf 21:18 und dann auf 24:22 stellte. Doch Lindberg glich aus und machte dann auch den Satzball mit einem Block gegen den eingewechselten Auke van de Kamp – 24:26, vier Punkte in Folge von United.

Satz zwei lief ähnlich. Nun kam bei der SVG Arthur Nath (5) statt Peemüller (nur noch 2) besser zum Zug, und nun führten die LüneHünen schon früher deutlich (14:10). United glich wieder aus (15:15) und im dann offenen Schlagabtausch wähnte sich die SVG beim 23:22 erneut vor einem Satzgewinn. Dieses Mal hatte Baxpöhler etwas dagegen, sorgte für das 23:24, blockte erst Ewert, dann Nath – 24:25. Ein Annahmefehler beim Aufschlag des gerade eingewechselten Paul Henning besiegelte das 0:2.

Im dritten Durchgang stieg dann die Fehlerquote der SVG, und als Frankfurt aus einem 8:9 ein 8:12 u.a. mit zwei Assen von James Weir (eins per Netzroller) machte, war die Moral der Hausherren gebrochen, obwohl Peemüller mit 8 Punkten aus der Versenkung auftauchte. Doch das reichte nicht, weil Außen und in der Mitte kaum noch Gefahr für die Hessen aufkam. Peemüller war mit 19 Punkten (Quote 56%) denn auch bester Scorer und Silber-MVP.

SVG: Worsley, Nath, Schlien, Peemüller, Ewert, Solbrig; Koslowsky. Eingewechselt: Gerken, van de Kamp.

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