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Im “kleinen Finale” nur knapp das Nachsehen

Liga-Cup: SVG wird nach Duell mit Friedrichshafen Vierter

Die SVG Lüneburg belegte beim Liga-Cup 2026 den 4. Platz. Im Spiel im Platz 3 unterlagen die LüneHünen am frühen Sonntagabend dem Ligakonkurrenten VfB Friedrichshafen mit 2:3 (25:21, 24:26, 25:22, 27:29, 13:15).

Nach der Halbfinalniederlage vom Vortag war die SVG mit einer umgestellten Starting Six ins Spiel gegangen, verschaffte allen Spielern Einsatzpraxis: Reeve Gingera und Joris Backhaus standen erstmals auf dem Feld, Sebastiano Sani und Cory Schoenherr, im Halbfinale ausgewechselt, rückten zum Start wieder aufs Feld, im Zuspiel übernahm Anselm Rein.

SVG legt dynamisch los

Bei der Neuauflage des DVV-Pokalfinales 2026 hatte die SVG einen guten Start: “Neuling” Gingera legte mit dem 1:0 los, Homberger mit Auge hinter den Block (2:1) – die Spielfreude war schnell da. Homberger legte ein Ass nach (6:3), machte mit einem wuchtigen Angriff schon seinen dritten Punkt (9:5) – es lief früh vieles gut für die LüneHünen. Auch lange Challenge-Pausen wussten die Lüneburger zu überbrücken: bei den “SVG!”-Rufen der etwa 200 mitgereisten Fans klatschten auch die Spieler mit.

Nach dem schwungvollen SVG-Start kam Friedrichshafen ins Spiel und glich aus (11:11). Doch schnell setzte sich die SVG erneut ab, baute die Führung mit cleveren Aktionen und auch Wucht im Angriff aus (13:11, 17:13, 20:14). Santeri Välimaa und Axel Enlund gaben ein Intermezzo, mischten aktiv mit – wie Enlund beim 21:16. Reeve Gingera überzeugte auf Außen ebenfalls, knallte Bälle mit Energie aufs Feld – und holte mit einem diagonalen Ball von Position 4 den ersten Satzball. Wenig später besiegelte ein Aufschlagfehler von Friedrichshafens Flowerday die Lüneburger Satzführung.

Der zweite Satz schien lange eine deutliche Angelegenheit für die SVG zu werden. Die LüneHünen hatten sich früh abgesetzt (4:2, 8:4) und dabei immer wieder gute Mittel in Block und Angriff gefunden. Bis auf sieben Punkte wuchs der Vorsprung (14:8, 15:8) gegen Häfler, die durchaus auch Wege durch den SVG-Block fanden – und dann mit Wirkung ins Spiel kamen: Ein Fünf-Punkte-Lauf von 17:10 auf 17:15 wirkte noch wie ein Zwischenhoch. Doch die Häfler ließen sich nun nicht mehr abschütteln. Zum Auftakt in die Crunchtime führte die SVG noch (20:18), aber jetzt machte es der VfB den Lüneburgern richtig schwer. Ab dem 22:22 wogte der Satzgewinn hin und her – Fehler auf SVG-Seite rächten sich nun besonders. Ein missglücktes Zuspiel brachte Friedrichshafen erstmals nach vorn – und das zum Satzball (24:25). Den verwandelte Simon Kohn mit einem Block gegen Enlund.

Prädikat „Kleines Finale“ absolut verdient

Im nächsten Abschnitt holten beide Teams wieder alles heraus und setzten das intensive Duell fort. Die SVG hatte zunächst Vorteile, setzte sich ab (9:7). Der VfB hatte ein Zwischenhoch, gewann auch eine sehenswerte Rally – und wohl auch die längste des Turniers (10:11). Doch die SVG ließ sich nicht beeindrucken, zog später mit fünf Punkten vorweg (18:13). Zwar leisteten sich die LüneHünen auch immer wieder Fehler, machten sie mit wichtigen Punkten aber wieder wett – wie beim starken Doppelblock von Holdaway und Schoenherr (21:19). Der Häfler Ausgleich (21:21) wirkte nur kurz als Dämpfer, denn die SVG agierte jetzt konstanter: Schoenherr blockte stark, Sani fand den Weg zum Block-Aus und holte damit den Satzball. Die 2:1-Führung leitete der US-Außenangreifer mit einem starken Aufschlag ein, den die Häfler nach Deckenkontakt nicht mehr gespielt bekamen (25:22).

Im vierten Satz sah die SVG sich abermals viel VfB-Druck gegenüber – und verschenkte eine 8:5-Führung auch durch zu einfache Fehler (10:11). Zudem hatten die LüneHünen bei der einer der zahlreichen Video-Challenges das Nachsehen (1:12) – elf Mal im Spiel hatten die Coaches kurz nach dem Satzbeginn schon das “C” gezeigt. Im engen Schlagabtausch ging es weiter bis in die Crunchtime – und die hatte nochmal richtig viel Action zu bieten: Mit 21:24 schien die SVG nach einem van-Huizen-Ass schon abgeschlagen, doch eine Aufschlagserie von Sani vereitelte die drei VfB-Satzbälle (24:24). Nun ging es rasant um jeden Punkt, eine Führung nach Ass von Schoenherr (26:25) brachte die SVG nicht durch. Ein Block von Holdaway hielt die Lüneburger im Spiel, doch nach einem Decken-Pingpong auf SVG-Seite blockte Mikkelsen entscheidend (27:29).

Der Tiebreak schien schnell eine klare Sache für die Häfler zu werden (1:5, 2:6, 4:10). Bei der SVG häuften sich nun Fehler. Dass Schoenherr per Ass, Holdaway per Block und Gingera per Ass punkteten, schienen nur noch Akzente im Lauf des VfB. Doch mit einer Aufschlagserie von Holdaway war die SVG plötzlich wieder zurück, holte von 11:14 noch auf 13:14 auf – stark! Erst ein ins Aus geblockter Ball besiegelte nach 164 packenden Spielminuten die knappe SVG-Niederlage.

Ebenso knapp wie in der Gesamtbilanz ging es in der Scorerwertung zu: Sebastiano Sani und Simon Kohn teilten sich mit je 19 Punkten die beste Bilanz. Bei den Aufschlagpunkten lag die SVG knapp vorn (9:8), den größten Unterschied machte wohl die Annahme (38:49 % perfekt).

SVG: Rein, Gingera, Holdaway, Homberger, Sani, Holdaway – Backhaus; eingewechselt: Enlund, Välimaa

(gm)

Stimmen zum Spiel:

Stefan Hübner (Chefcoach SVG): “Das Ergebnis ist einfach schade. Die Jungs machen so viele gute Sachen, spielen sich gut in Führung und machen sich selbst durch Eigenfehler das Leben einfach schwer – drei, vier Aktionen am Stück. Die guten Phasen noch länger zu machen, den Fokus noch länger hochzuhalten, dem Gegner nicht immer wieder die Chance zu geben, noch zurückzukommen – das wird der Prozess sein über die nächsten Wochen. Aber: Die Freude ist da auf dem Feld. Wir geben auch nicht auf, wir sind immer nochmal wieder zurückgekommen. Einfach schade, dass sich die Jungs für diese guten Sachen, die sie gemacht haben, nicht belohnt haben.“

Lovis Homberger (SVG): “Wir haben richtig gut angefangen. Dann haben wir sie ins Spiel kommen lassen, sie wurden immer besser. Wir haben sehr viele Eigenfehler gemacht: Netzfehler, Übertritt, Aufschlag – ich habe das so noch nie erlebt, dass es so viele waren. Dann konnten wir es am Ende einfach nicht mehr durchziehen. Ich denke, es ist noch viel Luft nach oben. Wir haben eine gute Basis. Aber um zu den Top-4 zu gehören, müssen wir noch zwei, drei Schippen drauflegen und die kleinen Dinge das ganze Spiel lang durchziehen.”

Shane Holdaway (SVG): “Das war nicht das Spiel, das wir zeigen wollten – da kommt auch die Enttäuschung bei den Jungs her, unabhängig vom Ergebnis. Wir können daraus lernen – aber die Art und Weise ist das Entscheidende. Da wollen wir definitiv besser sein. Es gibt viele gute Dinge, die wir machen – und Dinge, bei denen wir noch besser sein können. Aber ich freue mich total, dass wir eine lange Saison vor uns haben – und zu sehen, wie weit wir dabei kommen. Jeder im Team kann spielen – also werden wir sehen, was daraus wird.“

Fotos: SVG/Höfel