Mittelblocker Pearson Eshenko (l.) war mit 15 Punkten bester Scorer der SVG in Kraljevo. Archivfoto: Behns

Hinspiel-Triumph noch verspielt

SVG reicht 3:0 nicht – 1:3 und Golden Set verloren

Das war kein goldener Abend für die SVG Lüneburg. Statt mit Jubel über den Einzug in die 2. Runde des CEV Cups endete das erstmalige Gastspiel auf internationaler Bühne mit Frust. Das souveräne 3:0 aus dem Hinspiel gegen OK Ribnica Kraljevo reichte nicht zum Weiterkommen im zweitwichtigsten europäischen Volleyball-Vereinswettbewerb. Das Rückspiel entschieden die Serben mit 3:1 (25:18, 25:22, 21:25, 25:18) für sich, Gleichstand somit – ein Golden Set musste über den Gesamtsieger entscheiden. Und da hatten die Gastgeber klar mit 15:10 die Nase vorn.

„Zu viele Leute sind bei uns nicht auf Normalniveau gekommen. Und man hat gemerkt, dass uns in solchen Situationen Erfahrung fehlt, als Druck und Stress immer höher wurden. Sehr, sehr schade. Das tut jetzt natürlich richtig weh – aber das muss auch wehtun“, brachte Chefcoach Stefan Hübner einen rabenschwarzen Abend auf den Punkt und ergänzte: „Das ist auch ein Lernprozess. Solche Matches muss man öfter spielen, um in ihnen bestehen zu können.“

Kraljevo trat mit seinen Routiniers in vielen Situationen einfach cleverer auf und war insgesamt besser als im Hinspiel. Die Annahme stand felsenfest (79%), wurde aber von zu wenig druckvollem Service der SVG zu wenig gefordert. Zwar unterliefen wenig Fehler, aber es gelang auch nur ein Ass. Und auch Aufschläge mit Wirkung blieben rar. Und auch die Angriffsleistungen (42% Erfolgsquote) blieben deutlich hinter dem ersten Duell (59%) zurück.

Kraljevo besser und cleverer als im Hinspiel

Satz eins ließ schon wenig Gutes ahnen. Die SVG, die mit der gleichen Starting Six antrat wie vor einer Woche, lag schnell hinten, beim 11:7 nahm Hübner die erste Auszeit. Besser wurde es nicht (16:10), auch nicht, als Auke van de Kamp für Jordan Ewert kam. Nur Arthur Nath (6 Punkte) und Pearson Eshenko (4) waren gut im Spiel. Über 19:12 und die zweite Hübner-Auszeit ging es dem Ende des ersten Satzes nach 24 Minuten entgegen.

In Durchgang zwei, wieder mit Ewert, kamen die LüneHünen besser ins Spiel, wurden auch über eine bessere Annahme allmählich gleichwertig (12:12 nach 6:9-Rückstand). Keine rechte Lösung fanden sie allerdings gegen Außenangreifer Ivan Todorovic: Der glatzköpfige 40-Jährige düpierte immer wieder mit seinen Wischern gegen den Block, am Ende war er mit 14 Punkten zweitbester Scorer der Hausherren. Gnadenlos wie im Hinspiel nutzte zudem der Diagonale Stefan Okosanovic seine Chancen (22). Aber die SVG hielt das Geschehen offen, machte kurz vor der Crunchtime sogar aus dem langen, knappen Rückstand (18:19) eine Führung (20:19). Sie hielt nur kurz, auch dieser Satz war weg.

Doch es keimte noch einmal Hoffnung auf. Abschnitt drei, nun von Beginn an mit Dalton Solbrig statt Michel Schlien im Mittelblock, begann mit einer 5:1-Führung und Auszeit Kraljevo. Trotzdem baute die SVG den Vorsprung noch aus (7:2). Zwar kam der Gegner wieder heran und glich sogar aus (15:15), doch die SVG – inzwischen mit van de Kamp für Arthur Nath – holte sich diesen Satz über 17:15, 20:16 und 23:19. Damit also nur noch 2:1 für die Serben – und nur noch ein Satzgewinn fehlte den LüneHünen zum Happyend.

Gewonnener 3. Satz nur ein Strohfeuer

Es blieb aber ein Strohfeuer. Durchgang vier wechselte zwar die Führung hin und her, insgesamt aber setzte sich die SVG im Angriff zu selten durch. Und als sie hinnehmen musste, dass aus ihrer 13:12-Führung ein 13:16 wurde, lief es auf den Golden Set hinaus. Nach insgesamt 99 Minuten hatte Kraljevo tatsächlich das 3:1 verbucht, alles war damit wieder offen.

Und im Golden Set erwischten die Hausherren dann den besseren Start (5:3, 7:4), eine Auszeit Hübners brachte keine Wende mehr, der Vorsprung wuchs auf 9:4. Ein kurzes Aufbäumen noch (von 10:5 auf 10:7), dann war der Europacup-Traum nach 112 Minuten mit dem ersten Matchball für Kraljevo beim 14:10 ausgeträumt.

Die SVG spielte mit: Schlien (-), Worsley (2 Punkte), Nath (8), Eshenko (15), Pörner (13), Ewert (9), Koslowsky; eingewechselt: van de Kamp (7), Peemüller (2), Gerken (-), Solbrig (9).

CEV-Cup, Volleyball-News

Schreibe einen Kommentar

Volleyball Bundesliga