In der Vorweihnachtszeit nichts zu verschenken

LüneHünen wollen Erfolgsserie weiter ausbauen

Bis Weihnachten dauert es noch ein wenig, Geschenke gibt es noch nicht zu verteilen – wenn die SVG Lüneburg an diesem Sonnabend (19 Uhr) zum letzten Heimspiel des Jahres in die Gellersenhalle bittet, soll der Gegner mit leeren Händen wieder auf die Heimreise gehen. Zu Gast ist mit den Heitec Volleys Eltmann ein ganz neuer Kontrahent im jetzt sechsten Bundesligajahr der LüneHünen, ein Aufsteiger aus der 2. Liga Süd.

Drei Siege, 9 Punkte, 9:1 Sätze – mit dieser Bilanz machte die SVG zuletzt nicht nur den Fans, sondern auch dem Trainerteam Spaß. „Die Jungs sind fokussiert, es ist spannend, mit ihnen zu arbeiten, wir sind super zufrieden, wie es läuft“, schwärmte Chefcoach Stefan Hübner nach dem 3:1 im Derby gegen die Giesen Grizzlys, bevor es in eine Bundesliga-Pause ging, weil am vergangenen Wochenende das Pokal-Halbfinale auf dem Programm stand.

Abwechslung durch die Pause tat mal ganz gut

Ist dadurch nun der Rhythmus gestört oder hat der Break vielleicht sogar gut getan, nachdem das Programm davor lange eng getaktet war? Hübner glaubt eher an einen positiven Effekt. „Es war auch mal ganz gut, einen anderen Rhythmus im üblichen Ablauf und mehr Abwechslung zu haben“, beantwortet er die Frage und denkt dabei mit Sicherheit auch an solche Dinge wie das Mannschafts- Weihnachtsessen oder auch das gemeinsam Plätzchen backende Team zugunsten der Kinderklinik.

Nicht zuletzt kam die Pause sicher Gijs van Solkema entgegen – der Zuspieler musste wegen einer Handverletzung eine Trainingspause einlegen. „Jetzt ist er aber wieder voll einsatzfähig, macht das komplette Mannschaftstraining mit“, gibt sein Coach, der damit auf den kompletten Kader bauen kann, Entwarnung. Und nach den letzten Erfolgserlebnissen dürfte auch das Selbstvertrauen groß sein. Wie sagte doch schon Mittelblocker Michel Schlien nach dem Match vor zwei Wochen: „Wir sind auf einem guten Weg. Unser Ziel muss es jetzt sein, diese Serie auszubauen – sie soll in diesem Jahr möglichst nicht mehr reißen.“ Das ist mal eine Ansage – es folgt noch das Spiel bei den Alpenvolleys Haching…

Schon das jetzige Match wird alles andere als leicht, da sollte sich niemand vom letzten Tabellenplatz und den erst drei Punkten Eltmanns täuschen lassen. Die Unterfranken haben als wohl größtes Problem, dass das Aufstiegsteam nahezu komplett ausgewechselt wurde und die Abläufe noch nicht sitzen, nachdem der letzte der insgesamt zehn Neuzugänge – Libero Shunsuke Watanabe – erst Anfang November kam. Das Team dürfte – ähnlich wie im Jahr davor Giesen als Aufsteiger – noch auf Touren kommen, wenn es erst einmal richtig eingespielt ist.

„Das ist natürlich nicht so einfach – und wird nicht einfacher, je länger der Erfolg ausbleibt. Zuzutrauen ist es ihnen. Gut gespielt haben sie ja oft, nur eben nichts mitgenommen. Wir müssen uns auf jeden Fall auf einen guten Gegner einstellen“, verweist Hübner darauf, dass die Mannschaft aus der Nähe Bambergs mit einigen aktuellen oder ehemaligen Nationalspielern formiert wurde. An erster Stelle steht da Diagonalangreifer Irfan Hamzagic, ein Serbe, der zuletzt im französischen Cannes unter Vertrag stand, in Eltmann sofort eine Hauptrolle einnahm und mittlerweile Vierter auf der Liste der Bundesliga-Topscorer ist.

Gäste mit vielen Klingenden Namen

Auch Spieler wie der Slowake Tomas Halanda (Außenangriff), der Holländer Luuc van der Ent (Mittelblock), der Österreicher Mathäus Jurkovics (Mittelblock) oder der Brasilianer Carlos Antony (Außenangriff) haben eine hohe Qualität. Dennoch: „Wir wollen da anknüpfen, wo wir gegen Giesen aufgehört haben – ich habe da ein ganz gutes Gefühl“, lässt auch SVG-Coach Hübner Optimismus erkennen.

Zu diesem Match können wir übrigens auch einen weitgereisten Gast in der Gellersenhalle begrüßen: den japanischen Sport-Blogger Daiki Yamamoto. Der ist am Mittwoch in Tokio gen Frankfurt/Main gestartet, hat im Eltmanns Training ein Youtube-Video mit Libero Watanabe gedreht, hat noch einen Abstecher nach Rottenburg gemacht, um sich mit dessen Libero Taichi Kawaguchi zu treffen, fuhr von dort weiter per Zug nach Lüneburg und dann nach Reppenstedt. Am Sonntag geht es über Hannover via Helsinki zurück in die Heimat. Was für eine Tour!