
Auf kürzestem Weg ins Halbfinale
Nach zweitem Sieg gegen Herrsching geht’s jetzt gegen Düren
Die SVG hat den Einzug ins Playoff-Halbfinale klargemacht: Mit einem 3:1 (25:13, 22:25, 25:18, 25:21)-Sieg bei den WWK Volleys Herrsching vermieden die LüneHünen in der Best-of-three-Serie ein weiteres Duell. Nun geht’s im Halbfinale gegen die SWD powervolleys Düren – der Ticketverkauf für das erste Duell in der LKH Arena am Sonntag, 12. April, läuft bereits im Ticket-Onlineshop.
SVG legt gleich stark los
Vor 970 Zuschauern in der Unterhachinger Geothermie-Arena ging die SVG mit der gleichen Startformation ins Spiel wie beim Heim-3:0 vor zehn Tagen. Die Lüneburger behaupteten früh einen Vorsprung, doch ein Ass von Cole Young (12:9) wurde zur zusätzlichen Initialzündung. Jetzt baute die SVG mit einer Aufschlagserie von Santeri Välimaa die Führung rasant aus (17:10), ließ sich auch von zwei Auszeiten von Herrsching-Coach Bob Ranner nicht stoppen. Välimaa selbst steuerte ein Ass bei, Jackson Howe holte einen Blockpunkt gegen Uhl. Das klappte wenig später erneut (20:11), auch der Folgepunkt gehörte Howe, der blockfrei zum Angriff aus großer Höhe verwandelte. Jetzt sah das SVG-Spiel richtig gut aus: Axel Enlund blockte (22:11), Daniel Gruvaeus legte per Zuspiel über Kopf für Ethan Champlin auf, der den Ball ins Feld drosch (23:12). Den Satzgewinn markierte Young, der einen Angriff mit Wucht vollendete (25:13). Die SVG hatte dominant Fahrt aufgenommen, lag am Satzende bei 79:29 Prozent Angriffsquote und 5:0 Blockpunkten.
Im zweiten Satz legte Herrsching besser los, zeigte in allen Elementen eine Steigerung. Korrecks Ass (1:3) oder starke Blocks wie von Bryan gegen Champlin (4:7) sorgten lange für eine Führung der (Fast-)Hausherren. Die SVG setzte ebenfalls Akzente, wie bei Howes heftigem Angriff gegen den Block, der im Briefkasten landete (9:11), oder ein Ass des kanadischen Mittelblockers, das Welsch überraschte (13:14). Nach einer Auszeit schafften die Lüneburger einen Zwischensprint, glichen aus, gingen auf Augenhöhe in die Crunchtime – und zeigten weiter Sehenswertes, wie etwa Howes Angriff zum 21:21. Hier war die Nummer 6 der LüneHünen richtig hoch aufgestiegen und hatte den Ball ins Feld geknallt. Doch die entscheidenden Punkte machten dann die Bayern. Als Enlunds Angriff mit viel Risiko ins Aus ging, feierte Herrsching den Satzausgleich (22:25).
“Wenn der erste Satz so deutlich ausfällt, ist der zweite Satz immer tricky”, ordnete Chefcoach Stefan Hübner den Verlauf der beiden Abschnitte ein. “Herrsching ist dann im Aufschlag Alles oder Nichts gegangen und hat mutig gespielt, bei uns waren die Bälle zu weit weg vom Netz.”
Satz 3 erneut dominant, dann entscheidend zum Sieg abgesetzt
Satz 3 wurde zum Spiegelbild des ersten Abschnitts. Die SVG fand schnell ihren “Flow”, setzte sich nach dem 4:4 klar ab. Ein Ass von Champlin (11:7) war für Bob Ranner der Auslöser zu einer erneut frühen zweiten Auszeit. Doch die LüneHünen blieben am Drücker, profitierten auch von einer starken Aufschlagbilanz (nur 2:10 Fehler im Satz). Und erneut gab’s für die Zuschauer Sehenswertes: Young blockte stark gegen Jannes Wiesner (12:7), Howe schloss eine der wenigen langen Rallys mit viel Power ab (15:10). Der Vorsprung wuchs weiter – neun Punkte waren es kurz vor Satzende (23:14). Ein Aufschlagfehler von Wiesner brachte den ersten Satzball, Howes Angriff machte wenig später den 2:1-Spielstand klar (25:18).
Im vierten Satz feierten die Gastgeber ein weiteres Comeback, waren deutlich präsenter und hielten den Abschnitt bis zur Mitte offen. Die SVG, für die auf der Diagonalposition inzwischen Christopher Byam für Enlund gekommen war, zog ihr Spiel aber weiter routiniert durch. Vor allem Champlin gelangen in dieser Phase clevere Aktionen, etwa sein platzierter Angriff aus gutem Winkel (14:14). Auch Herrsching hatte einen, der Lösungen fand: Simon Gallas kam immer mal wieder durch, holte auch die letzte WWK-Volleys-Führung.
Dann drehte eine Aufschlagserie von Välimaa entscheidend das Spiel, machte aus einem 16:17-Rückstand eine 20:17-Führung. Mittendrin: Eine coole Dankeball-Rettungsaktion in bester Fußballer-Manier von Daniel Gruvaeus – intensiv gefeiert, weil der folgende Herrsching-Angriff im Aus landete. Wiesners Angriff ins Aus brachte der SVG eine Matchball-Serie. Byam war es schließlich, der den Ball mit viel Wucht kurz hinter die Drei-Meter-Linie brachte und nach 98 Spielminuten den Lüneburger Erfolg besiegelte (25:21).
“Herrsching war wieder gut, aber wir konnten einen kleinen Schlusssprint hinlegen”, freute sich Stefan Hübner über den Auftritt seines Teams im vierten Satz. “Wir wussten nach dem zweiten Satz, dass wir nochmal gefordert sein werden. Da war die Frage: Können sie ihr Level halten? Aber wir konnten am Ende selbst nochmal zulegen.” Der Chefcoach betonte nach dem wettbewerbsübergreifend zwölften Sieg in Folge auch: “Das bringt uns einen Schritt näher zum Finale – aber das ist alles keine Selbstverständlichkeit.”
Als MVP wurde zunächst Daniel Gruvaeus geehrt. Das war einem organisatorischen Patzer geschuldet – danach ging die Auszeichnung dann doch an den Voting-Sieger Jackson Howe, der mit 15 Punkten und 69 Prozent Angriffsquote noch etwas mehr Anteil am SVG-Erfolg hatte. Topscorer war Ethan Champlin (17 Punkte), der mit 56 Prozent Angriffsquote einen ebenso wichtigen Beitrag zum Teamerfolg lieferte wie Libero Sho Takahashi, der 91 Prozent positive Annahme und 55 Prozent perfekte Annahme erreichte.
Auf das SVG-Team warten jetzt zwei freie Tage. “Die Jungs wollten das ganz klar”, wusste auch Hübner um den positiven Nebeneffekt des Sieges vor dem anstehenden Pensum in CEV-Cup und den weiteren Playoff-Spielen. “Das ist der letzte Moment für so eine Pause, das ist körperlich ein großer Erholungsfaktor. Danach geht es bis zum Ende im engen Abstand weiter – da ist das jetzt nochmal Gold wert.”
SVG: Champlin, Young, Välimaa, Gruvaeus, Howe, Enlund – Takahashi; eingewechselt: Larsen, Byam
(gm)