Die letzten guten Leistungen bestätigt, dieses Mal aber ohne Lohn geblieben: Die Volleyballer der SVG Lüneburg verloren das Verfolgerduell in der Bundesliga bei den powervolleys Düren mit 1:3 (22:25, 25:20, 18:25, 23:25) und mussten damit Platz vier wieder an den Gegner abgeben. Dennoch gab es auch Grund zur Freude: Bühl verlor überraschend 1:3 in Herrsching, Rang fünf der SVG ist dadurch derzeit fest zementiert.Trainer Stefan Hübner überraschte in der Anfangs-Sechs mit Falko Steinke (erstmals nach Verletzungspause) und Adam Kocian als Zuspieler statt der zuletzt starken Jannik Pörner und Carlos Mora Sabaté. Und ein dritter Wechsel war erzwungen: Libero spielte Immo Brüggemann für den grippegeschwächten Erik Mattson. Trotz der Umstellungen fanden die Gäste gut ins Match, führten bei der ersten technischen Auszeit 8:5, ließen dann aber nach und gerieten mit bis zu vier Punkten in Rückstand (15:19).Doch die SVG zeichnet aus, dass sie nie aufgibt, sich immer wieder herankämpft. Beim 20:21 schien wieder eine Wende möglich, doch Düren, in den ersten beiden Sätzen getragen vom starken Diagonalen Sebastián Gevert, hatte eine Antwort und machte nach 26 Minuten den Sack zu. Dennoch zeigte sich: da kann etwas gehen, beide Teams agierten auf Augenhöhe in einem Match auf erwartet hohem Niveau. „Leider haben aber Falko und Adam nicht wie erhofft ihren Rhythmus gefunden“, bedauerte Hübner, der schon Ende des ersten Durchgangs wieder auf Pörner und Sabaté gewechselt hatte. Im zweiten Abschnitt lief es dann auch besser. Brüggemann, von Düren beim Aufschlag immer wieder gesucht, hatte eine gute Annahmequote (am Ende 50 Prozent positiv), das eigene Service der SVG kam, auch mit einigen Assen, auch an der Angriffsquote gab es wenig auszusetzen. Und so machte das Team um den starken Kapitän Scott Kevorken (11 Punkte) aus einem 13:16 bei der zweiten technischen Auszeit erst ein 18:16, dann noch ein 25:20.Die folgende Zehn-Minuten Pause half dann aber eher Düren, obwohl Gevert nun immer öfter geblockt wurde. Dafür sprangen aber die Außen Matthias Pompe und Jan-Philipp Marks (Bruder von SVG-Angreifer Nico Marks) häufiger in die Bresche, hatten am Ende je 18 Punkte in der Bilanz. Sehr stark auch Mittelblocker Rudy Verhoeff mit 12 Zählern. Bester SVG-Scorer war Nick Del Bianco (15), zweistellig punkteten auch Pörner und Steven Marshall (je 10).Im dritten und Anfang des vierten Satzes haben wir aber zu viele Eigenfehler gemacht. Da haben wir gegen Dürens guten Block keine guten Lösungen gefunden, waren oft zu ungeduldig, haben es mit der Brechstange versucht“, analysierte Hübner die entscheidende Phase des Duells. „Augen zu und drauf bringt gegen so einen starken Gegner nichts, wir haben zu viele Blocks gegen uns bekommen, um das Blatt zu wenden. Aber ich freue mich, dass wir uns nach klaren Rückständen immer wieder herangekämpft haben“, lobte der SVG-Coach die gute Moral. So lag sein Team im dritten Satz 6:12 zurück und glich beim 14:14 wieder aus. Insgesamt zeigte sich aber auch die Cleverness der international erfahrenen Dürener, die in engen Situationen immer wieder geschickt den SVG-Block anschlugen und meist die langen Ballwechsel für sich entschieden.Satz drei ging klar weg, Nummer vier schien sogar noch schneller entschieden. 7:14 stand es schon, Dürens Feldabwehr holte selbst unerreichbar scheinende Bälle. Doch die SVG-Moral ist so schnell nicht zu brechen. Bis auf 16:18 und 21:23 kam sie mit dem eingewechselten René Bahlburg, der noch fünfmal punktete, wieder heran, wehrte auch zwei Matchbälle ab, doch die powervolleys retteten ihren Vorsprung nach 108 Minuten ins Ziel. „Wir hatten in den kritischen Momenten immer jemanden, der mutig vorweg gegangen ist“, atmete ein erleichterter Dürener Trainer Anton Brams auf.

SVG: Marshall, Steinke, Schlien, Kevorken, Kocian, Del Bianco, Brüggemann; eingewechselt: Pörner, Sabaté, Bahlburg.