Starke Erfolgsquote, 14 Punkte, MVP: Richard Peemüller (r.) setzt sich hier gegen den Berliner Block mit Ruben Schott und Nehemiah Mote (vorne) durch. Foto: BR Volleys

Für Berlin sind verbesserte LüneHünen als Gegner noch nicht gut genug

Starker Meister ist durch nichts zu erschüttern

Über so eine Niederlage kann und muss man sich grämen, muss sich aber nicht schämen: 0:3 verlor die SVG ihr zweites Bundesliga-Auswärtsspiel der Saison in Berlin, doch alle drei Sätze waren bis zum Ende offen. 20:25, 22:25, 22:25 hieß es letztlich vor einer endlich wieder brodelnden Kulisse von 1653 Zuschauern, weil die Gäste mehrmals versäumten, den Deckel drauf zu machen, den sie schon in der Hand hielten. Zu leichtfertig ließen sie Chancen liegen und/oder machten in wichtigen Phasen leichte Fehler, schenkten so klare Führungen wieder her oder versäumten, diese noch auszubauen. Kurz: da war mehr drin.

Glückliche Fans feiern Match auf gutem Niveau

Nicht einmal zu einem Satzgewinn als Achtungszeichen sollte es schließlich reichen, zu unerschütterlich tritt diese Mannschaft aus der Hauptstadt derzeit auf, steckt das Fehlen wichtiger Spieler wie Anton Brehme und Samuel Tuia weg, kommt auch nicht aus der Spur, wenn Ben Patch (Daumenprellung) und Cody Kessel (Nasenbluten nach Ellenbogencheck eines Mitspielers) zwischendurch behandelt werden müssen und bleibt erst recht ruhig, wenn sie mal aus dem Tritt gebracht wird. Und genau das gelang den LüneHünen einige Male.

Mit Pearson Eshenko statt Michel Schlien im Mittelblock, ansonsten aber der gleichen Aufstellung wie gegen Friedrichshafen legte die SVG wieder einen guten Start hin und erinnerte in vielen Dingen an das Auftaktmatch im Süden – nur noch um einiges stärker und stabiler. „Ich habe wieder viele gute Sachen gesehen“, lautete denn auch zu Recht das Fazit von Cheftrainer Stefan Hübner. „Das Spiel aus der Annahme hat gut funktioniert, besser als zuletzt. Wir hatten wieder viele gute Angriffe, aber haben uns leider nicht belohnt. Ein Tick Mut hat letztlich gefehlt und das ist ärgerlich. Insgesamt war das ein Spiel auf richtig gutem Niveau.“

Dazu trugen die LüneHünen ihren Teil bei, obwohl Sergey Grankin erst einmal ein Ass zum 1:0 vorlegte. Doch Jordan Ewert wurde von Zuspieler Joe Worsley gleich wieder gut eingesetzt (6 Punkte im 1. Satz) und Richard Peemüller war von Beginn an gut im Spiel (4 Punkte bei 5 Versuchen). Der Diagonalangreifer hatte auch am Ende eine herausragende Quote mit 61 Prozent und wurde MVP bei der SVG. Er und Ewert waren mit je 14 Punkten auch die besten Scorer. Die SVG drehte also den Spieß um und führte lange (13:14), bis sich unnötige Schnitzer wie ein Zuspiel von Worsley ins Leere nach einem Missverständnis einschlichen:17:14. Nach der Auszeit glich die SVG kurz wieder aus (17:17), ein weiteres Mißverständnis zwischen Tyler Koslowsky und Dalton Solbrig bei der Annahme brachte aber mit dem 22:18 dann die Vorentscheidung.

In Satz zwei erhöhte Hübners Team den Aufschlagdruck – trotz auch erhöhter Fehlerquote mit Erfolg. Eine 6:4-Führung konterte Berlin zwar (6:7), doch sie eroberte die SVG zurück (10:7). Der Gegner kämpfte sich heran, doch aus einem 13:12 machte die SVG ein 16:12. Peemüller (5) & Co. schienen auf dem richten Weg, ließen aber wichtige Punkte liegen. Das nutzte bei Berlin vor allem Patch gnadenlos aus (6 Punkte, 80%). Über 16:16 ging es auf 20:20, doch nun fehlte auch ein Quäntchen Glück, Aufschläge gingen haarscharf ins Aus. Beim 23:20 war dann wieder alles klar.

Drei Asse von Schott in kurzer Abfolge

Aber die SVG kämpfte unverdrossen weiter, legte auch in Durchgang drei gut los und führte 4:1, 8:5 und 10:7. Nun jedoch schritt Ruben Schott zur Tat wie schon mehrfach in der Nationalmannschaft in diesem Sommer. Der Außenangreifer legte eine Aufschlagserie mit erstaunlicher Variabilität inklusive gleich dreier Asse hin, mal ein Hammer, mal den Ball „eingewickelt“. 13:10 stand es danach (nach 7:10). Abgesehen davon glänzte Schott, der MVP wurde, mit Quoten von 60% im Angriff und in der Annahme 73% .

Dann setzte Ewert einen Block gegen Patch-Ersatz Marek Sotola, Auke van de Kamp blockte Kessel, die SVG war wieder dran (14:13). So ging es weiter: 16:13, 18:17, 22:21, Auszeit Berlin, das nun alle Register zog – sogar Patch kehrte aufs Feld zurück. Nur wollte sich die Glücksfee an diesem Abend einfach nicht auf die Seite der LüneHünen schlagen, im Gegenteil: Ein Block von Schlien ging knapp ins Aus, in der nächsten Aktion berührte er das Netz und servierte schließlich noch Berlins ersten Matchball mit einem Aufschlag ins Netz frei Haus – 25:22, Abpfiff.

Es spielten: Worsley, van de Kamp, Eshenko, Peemüller, Ewert, Solbrig, Koslowsky; eingewechselt: Pörner, Gerken, Stöhr, Nath, Schlien.

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