Zum Hauptinhalt springen

Finalgegner Piacenza: Schon Simón allein ist das Eintrittsgeld wert

Endspielgegner im CEV-Cup ist ein ganz großes Kaliber

Nun also zur Abwechslung mal wieder ein Gegner aus Italien – bei ihren Highlight-Matches gegen die besten Mannschaften Europas misst sich die SVG als nächstes mit Piacenza, und diese Matches sind nicht weniger als die beiden Endspiele im CEV Cup. Welche Hürde stellt sich da den LüneHünen am 15. April in der LKH Arena (19 Uhr, wenige Tickets gibt es noch im Ticket-Onlineshop) und auswärts am 22. April (Uhrzeit noch offen) entgegen? Eine erste Vorstellung:

Piacenza, der Club aus der Emilia Romagna, 74 Kilometer südöstlich von Mailand, das ist (natürlich) eine Ansammlung von internationalen Topstars. Die „Wölfe“, wie sie auch genannt werden, haben wie im Vorjahr die Hauptrunde der Superlega als 5. abgeschlossen und sich gerade in fünf dramatischen Duellen gegen Modena (4.) für das Playoff-Halbfinale qualifiziert. Drei Spiele gingen dabei in den Tiebreak, zwei davon wurden verloren. Nächster Gegner wird Club-Weltmeister und Hauptrunden-Sieger Perugia.

Mandiraci war schon mit Izmir in der LKH Arena

Im letzten Spiel am vergangenen Sonntag, beim 3:1 in Modena, fiel einer besonders auf, nicht nur, weil er MVP wurde: Ramazan Efe Mandiraci. Der Außenangreifer aus der Türkei sammelte 22 Punkte (59 % Angriffsquote), darunter waren gleich neun Asse – eine seiner Spezialitäten. Denn der 24-Jährige serviert nicht nur variantenreich, meist enorm hart, sondern gerne auch genau in die Schnittstelle zwischen Libero und einem Annahmespieler. Der 2,06-m-Mann, auch stets gefährlich per Pipe, wird einigen SVG-Fans vielleicht bekannt vorkommen. Vor zwei Jahren war er mit Arkas Spor Izmir zu Gast in der LKH Arena, beim legendären Golden-Set-Sieg (nach 3:1) der LüneHünen zum Finaleinzug sammelte er 21 Punkte. Beim 3:0 im Hinspiel waren es zwölf.

Schon damals war absehbar, dass Mandiraci ein Topstar wird. Spätestens seit der WM im vergangenen Jahr ist er es, als er mit der Türkei erst im Viertelfinale gegen Polen ausschied. Er selbst landete in den Top 20 der besten Scorer und bei den Aufschlägern auf Platz 3. In der Hauptrunde der laufenden Superlega war er 7. bei den Topscorern und 3. bei den Aufschlägern. Im Viertelfinale des CEV Cups bekam ihn auch Berlin nicht in den Griff (13 und 11 Punkte beim 0:3 und 0:3).

Champions-League-Sieger mit Civitanova gegen Kazan

Unter vielen weiteren Stars ragt einer heraus, der allein schon das Eintrittsgeld wert ist: der Kubaner Simón (voller Name: Robertlandy Simón Ates), ein wahrer Koloss von einem Mann, 2,08 Meter groß, 114 kg schwer. Der mittlerweile 38-Jährige hat in seiner schillernden Karriere in seinen Clubs fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Der Mittelblocker ist nach einem ersten Aufenthalt 2012 bis 2014 seit 2022 zurück in Piazenza, war auch schon in Brasilien, Katar, Südkorea und dem Iran. Mit Civitanova hat Simón 2019 gegen das damals kaum schlagbare Zenit Kazan (vier Triumphe zuvor) die Champions League gewonnen und wurde danach auch Club-Weltmeister – jeweils als einer der herausragenden Akteure.

Hinzu kamen zahlreiche weitere Medaillen wie Bronze im CEV Cup 2023 oder Gold im Challenge Cup 2013 und natürlich Medaillen satt auf Vereinsebene. Nur mit der – nicht so starken – kubanischen Nationalmannschaft blieben die Erfolge weitgehend aus, bis auf die Vize-WM schon 2010. Nach längerer Pause gab er 2019 für Kuba ein Comeback, spielte auch im letzten Jahr bei der WM nochmal, doch trotz seiner beachtlichen Auftritte blieb Kuba in der Gruppenphase hängen. In der Olympia-Qualifikation für Paris 2024 war Simón nicht dabei, Kuba scheiterte in seiner Gruppe hinter dem DVV-Team und Brasilien.

Und der Mittelblocker hat persönliche Auszeichnungen gesammelt wie andere Leute Briefmarken. Frühere Explosivität und Schnelligkeit haben zwar etwas nachgelassen, wenn er aber auf dem Feld ist, ist das immer noch eine Augenweide. Nur spielt er nicht mehr jedes Match, in Italien nur 33 Sätze in der Hauptrunde. Im aktuellen CEV-Cup-Wettbewerb war er im Halbfinal-Hinspiel gegen Ljubljana (3:2) mit 17 Punkten beteiligt (5 Blocks, Angriffsquote 60 %), im Rückspiel am Gründonnerstag (3:1) waren es „nur“ 12 (4 Blocks) bei 78 %. Aber da war ja nach zwei Sätzen der Finaleinzug gegen die SVG schon so gut wie perfekt …

(hre, Foto: Legavolley)