Zum Hauptinhalt springen

LüneHünen mit Biss ins Finale

Nach 3:2 gegen Maaseik jetzt um die CEV-Cup-Krone gegen Piacenza

Den lautesten Jubel des Abends gab es schon um 20:12 Uhr nach 69 von später 142 Spielminuten: Mit zwei Satzgewinnen gegen Greenyard Maaseik hatte die SVG ihren zweiten Einzug ins Finale des CEV Cups nach 2024 gesichert. Dass die LüneHünen auch das Spiel im spannenden Tiebreak mit 3:2 (27:25, 28:26, 23:25, 23:25, 16:14) gewannen, rundete den großartigen Abend in der LKH Arena noch ab.

Im Finale treffen die LüneHünen jetzt auf Gas Sales Bluenergy Piacenza. Der Verkauf für Tickets für das Hinspiel in der LKH Arena am 15. April beginnt am Freitag, 3. April. Von 11 bis 18 Uhr können Dauerkarten-Inhaber ihr Vorkaufsrecht nutzen, danach startet im Online-Ticketshop direkt der freie Verkauf.

„Die ersten beiden Sätze waren auf einem unglaublich hohen Niveau. Auch Maaseik war wieder sehr, sehr gut – das kann auch anders ausgehen. Unglaublich, dass wir es wieder geschafft haben, ins Finale einzuziehen“, war Chefcoach Stefan Hübner begeistert vom Erfolg seines Teams.

Teams und Fans sorgen für großen Europa-Abend

Am Gründonnerstag machten 3200 Fans in der ausverkauften LKH Arena den Europa-Abend zum vorzeitigen Feiertag, bejubelten immer wieder euphorisch sehenswerte Aktionen der LüneHünen. Schon zum Einlauf der Teams hatte der Lüneblock mit einer Fahnen-Choreographie einen Akzent gesetzt, auch die “SVG!”-Rufe waren früh so richtig laut.

Mit einer personellen Änderung zum Hinspiel (Enlund für Byam) war die SVG ins Spiel gestartet. Schon früh lieferten sich beide Teams einen engen Schlagabtausch. Maaseik versuchte es immer wieder trickreich, doch die LüneHünen warfen sich in jeden Ball, bis hin zu Ethan Champlins Sprung über die Bande (5:7). Vor allem Hinspiel-Co-Topscorer Sil Meijs war in dieser Phase Aktivposten der Gäste, holte im ersten Satz schon acht Punkte.

Die SVG hielt den Rückstand eng – und begeisterte: Daniel Gruvaeus rettete einarmig, Champlin schloss clever ab und riss die Fans von den Sitzen (11:12). Es blieb packend – und zum Start in die Crunchtime war die SVG auch auf dem Scoreboard auf Augenhöhe (20:20). Jetzt ging es in enger Punkte-Battle um den Satzsieg. Den holte sich die SVG mit einem Ass von Gruvaeus (27:25), der mit sieben Punkten bester SVG-Scorer des Auftaktsatzes war. In der Statistik wurde der Vorsprung deutlicher: 67:54 Prozent Angriffsquote und 47:33 Prozent positive Annahme sprachen für die LüneHünen.

Beide Teams werfen sich voll rein

Im zweiten Satz war es die SVG, die zunächst einen knappen Vorsprung behauptete (4:2, 8:5). Doch es ging schnell wieder ausgeglichen-eng zur Sache (14:14, 18:18). Die SVG hatte jetzt im Aufschlag Vorteile: Meijs’ Aufschlagfehler beim 19:19 war schon der sechste des Satzes – die SVG hingegen noch gänzlich ohne. Doch den starken SVG-Angriffen hielt Maaseik stand, drehte nach dem ersten SVG-Satzball (24:23) den Spielstand zum eigenen Vorteil (24:25). Ein weiterer Meijs-Aufschlagfehler (26:26) ebnete schließlich den Weg – nach zwei Sätzen machte die Bilanz von 10:15 Fehlern hier einen Unterschied zu SVG-Gunsten. Axel Enlund brachte den Ball durch den Block (27:26) und ließ sich auch von einer Maaseik-Auszeit nicht stoppen: Der junge Schwede legte einen Angriff clever hinter das Netz, ließ die Fans im Finaljubel explodieren und rannte sofort zu den Fans im Lüneblock.

Mit dem erreichten Erfolg im Rücken setzte die SVG auf Spielpraxis. Chefcoach Hübner wechselte komplett, brachte die andere Hälfte des 14er-Kaders. Der brauchte zunächst etwas, um gut ins Spiel zu kommen. Doch nach einem 15:20-Rückstand machten es die LüneHünen noch richtig spannend. Drei Punkte in Folge, darunter ein Ass von Chris Byam, ein Doppelblock von Joscha Kunstmann und Neo Laumann sowie ein Block von Axel Larsen holten das Momentum klar auf die Seite der Lüneburger (23:23). Erst zwei Angriffe zum Block-Aus sorgten für den Satzgewinn der Gäste.

Im vierten Satz lag das nun gut eingespielte SVG-Team lange vorn, lieferte sich manche spektakuläre Rally mit den Gästen. Doch nach dem 22:22 hatte Maaseik die besseren Momente, holte sich mit einem Meijs-Ass den Satzball und sicherte sich schließlich auch den Ausgleich.

Mit dem Tiebreak holten beide Teams noch das Maximum aus dem Abend heraus. Der Schlagabtausch blieb erneut eng (6:6, 10:10). Kapitän Jesse Elser schien mit Angriff und Ass wichtige Momente geholt zu haben (12:10), doch die Gäste kamen zurück – und lagen nach dem Ass des starken Eliot de Vleeschhauwer sogar vorn (12:13). Die SVG war nach einem Aufschlagfehler der Belgier zurück. Erst punktete Larsen mit einem Angriff zum Block-Aus, dann machte Byam mit einem Ass den Sieg klar (16:14).

“Wir haben die Chance gekriegt und sie genutzt. Aber es war super-eng – ein Riesenkompliment an die Mannschaft dafür, es mit der Ruhe einfach zuzumachen. Jetzt haben die Jungs Bock auf Italien …”, wusste Stefan Hübner im Anschluss schon von Final-Vorfreude seiner Jungs.

Als MVP wurde Ethan Champlin gekürt, beste Scorer waren die Maaseik-Akteure De Vleeschhauer (19 Punkte) und Pierre Perin (18). Die beste Bilanz auf SVG-Seite holte Byam (13).

Einer auf Greenyard-Seite dürfte dem Aus noch etwas Positives abgewinnen: Präsident Jos Franssen hatte gewettet, bei einem Final-Coup zum Bad in den kalten Fluss Maas zu steigen …

SVG: Young (2), Välimaa, Gruvaeus (12), Howe (5), Enlund (9), Champlin (8) – Takahashi; eingewechselt: Larsen (9), Holdaway (5), Elser (3), Byam (13), Kunstmann (5), Laumann (4), Backhaus

(gm)

Weitere Stimmen zum Spiel

Cole Young (SVG Lüneburg): „Wir hatten erwartet, dass Maaseik sehr stark starten und es uns schwer machen würde. Sie haben uns heute definitiv einen härteren Kampf geliefert als bei ihrem Heimspiel. Sie wussten, dass es für sie um alles oder nichts geht. Stefan hat uns wirklich geholfen, selbstbewusst zu bleiben und uns auf den Druck einzustellen, und wir haben das gut gemeistert. Ein großes Lob an die Jungs im Zuspiel, denn es gab einige wirklich großartige Aufschläge, und sie haben es den Mittelblockern durch gutes Passspiel viel leichter gemacht, gut zu spielen. Im zweiten Finale der Saison zu stehen, fühlt sich ehrlich gesagt ziemlich surreal an. Ich schätze mich sehr glücklich. Ich weiß, dass das nicht oft vorkommt und für den Verein etwas Neues ist. Ich bin also gesegnet, hier zusammen mit diesen Spielern und Trainern zu arbeiten. Hoffentlich können wir das Ganze zu Ende bringen und auch im Finale gewinnen.“

Sil Meijs (Greenyard Maaseik): „Es ist auf jeden Fall schade. Als Sportler, der so kurz vor dem Erreichen eines europäischen Finales stand, ist es schade, dass die europäische Reise hier endet. Das war unsere letzte Chance. Wenn ich jetzt auf beide Spiele zurückblicke, waren wir nicht gut genug. Wir konnten unsere Chancen nicht verwerten – und wir hatten sie! Das ist auch die Stärke von Lüneburg – sie haben die wichtigen Chancen genutzt. Aber wir können als junges Team, das mit elf neuen Spielern bei Null angefangen hat, wirklich stolz sein. Wir haben in Europa fünf Gegner ausgeschaltet – und das waren nicht die schlechtesten. Darauf können wir stolz sein.“