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Es geht gleich richtig in die Vollen

Vier Spiele in neun Tagen – zum Auftakt nach Karlsruhe

Aufschlag in die Volleyballsaison 2026/27 – und es geht gleich in die Vollen: Nach dem dreitägigen Ligacup-Turnier mit drei Auftritten folgen für die SVG Lüneburg nun vier Bundesliga-Spiele innerhalb von neun Tagen, beginnend mit einer – zum dritten Mal in Folge – Auswärtsaufgabe. Nun erfolgt der Start bei den Baden Volleys Karlsruhe: an diesem Mittwoch, 20 Uhr, live im (kostenpflichtigen) Stream auf Dyn.

Acht Teams einschließlich der mit sehr wechselhaften Leistungen aufwartenden SVG waren am Wochenende ausgiebig zu studieren, Karlsruhe war als zuletzt Tabellenzehnter nicht dabei. Doch das Geschehen in Hildesheim haben die Süddeutschen aufmerksam verfolgt. Nach wechselhaften Leistungen bei den LüneHünen gab es noch einiges aufzuarbeiten, der Entwicklungsprozess ist noch in vollem Gange. Doch die Zeit war knapp. Am Montag gab es eine lange, vierstündige Trainingseinheit, am Dienstagmorgen ging’s auf die 560-Kilometer-Tour nach Karlsruhe. Mit im Gepäck natürlich: die frischen Eindrücke des Ligacups.

Das Fazit von Chefcoach Stefan Hübner aus den drei Tagen: „Es war super, Dinge im Wettkampf zu sehen – da fallen auch Sachen auf, die im Trainingsbetrieb nicht so offensichtlich werden. Da werden die Bereiche deutlich, in denen wir noch stabiler werden müssen. Das sah man am Wochenende recht klar. Die Gedanken in Richtung Karlsruhe sind dann: Was können wir machen in diesem Bereich? Wie können wir die Zeit bis zum Spiel noch gut nutzen, um Dinge weiter zu stabilisieren?“

Karlsruhes Trainer tippt SVG als Meister

Auch seinem Kollegen Guido Görtzen wird nicht verborgen geblieben sein, wo beim Vizemeister noch der Schuh drückt. Dennoch hat er eine hohe Meinung vom Auftaktgegner, tippte bei der Frage nach einem Titelfavoriten sogar auf die LüneHünen: „Ich denke an Lüneburg. Sie spielen seit Jahren konstant auf einem hohen Niveau und klopfen schon lange an die Tür. Irgendwann fällt es dann auch auf ihre Seite. Vielleicht ist dieses Jahr der richtige Moment.“

Die Karlsruher haben dagegen nach einer enttäuschenden Saison – wie schon im Jahr davor – enorm das Personalkarussell gedreht. Wieder kamen elf Neue, neun gingen, nur ein Quartett blieb. Nach zwei ernüchternden Jahren ohne Playoffs, in die es der damalige Aufsteiger 2024 bei seiner Liga-Premiere schaffte, hofft man, nun wenigstens um den 8. Platz mitspielen zu können. Der war zuletzt um elf Punkte in weiter Ferne. Ziel ist, bis zum Schluss diese Chance zu haben.

Also baute Görtzen den Kader für sein zweites Jahr im Verein komplett um. Wobei der einstige holländische Olympia-Teilnehmer den ein oder anderen Spieler sicher auch gerne gehalten hätte. So wie den Diagonalen John Obi, den besten Punktesammler. Den Kanadier zog es aber weiter nach Spanien. Die Lücke soll Niklas Uhl füllen, bekannt aus Herrsching, wo er eine gute Saison spielte (zuvor in Dachau). Ob er Obi gleichwertig ersetzen kann, bleibt abzuwarten. Sein Konkurrent wird Jakob Schwarz, ein gebürtiger Mainzer, der zuletzt auf einem US-College war und auch im Außenangriff spielen kann.

Besser zu kompensieren ist für die Fächerstädter sicher der Verlust von Libero Mika Ahmann (nach Rottenburg), der sich den Posten bisher mit Jackson Holland teilte. Holland, Stammspieler der australischen Nationalmannschaft, hatte im Sommer reichlich Einsätze in der AVC Continental Championship, der Meisterschaft der Verbände Asien und Ozeanien (vergleichbar der Europameisterschaft), und im prestigeträchtigen AVC Nations Cup – trotz der großen Konkurrenz von Weltstar Luke Perry (Modena, davor Zawiercie).

Mittelblock ist komplett neu

Der Mittelblock ist komplett neu formiert. Gesetzt sein dürften Thom van der Ent aus der holländischen Nationalmannschaft und Samuel Peters. Van der Ent, 2,14 Meter groß, kommt aus Sète/Frankreich und spielte davor in seiner Heimat in Apeldoorn, insgesamt sogar drei Jahre in der 1. holländischen Liga. Auch im Nationalteam durfte der erst 21-Jährige bereits ran, allerdings nicht in diesem Sommer. Peters, ein Mann mit britischem und US-Pass und englischer Nationalspieler, kommt aktuell vom rumänischen Erstligisten CSM Bukarest, zuvor lief er für College-Teams auf.

Im Außenangriff sind Urgestein Alexander Benz und seit letztem Jahr Corey Mayotte (USA) feste Größen, Neuzugang Yannik Ahr hat aber zuletzt bei den Giesen Grizzlys – aus der 2. Mannschaft hochgerückt – gezeigt, dass er mehr als ein Ergänzungsspieler sein kann. Und eine weitere Alternative ist hier Jakob Schwarz (s. o.). Spannend wird, wie sich die Situation auf der Zuspielposition entwickelt. Da verdrängte in der letzten Saison Eigengewächs Denir Hadzic aus der 2. Mannschaft den eigentlich gesetzten Eli Irizarry, neu gekommen aus Puerto Rico und gleich mit dem Kapitänsamt betraut. Der ist nun wieder weg. Hadzic verlängerte und bekam neue Konkurrenz durch Paul Klimm von den cerebricks Volley GOATS Mitteldeutschland.

Welche Rolle die weiteren Neuen im 15er-Kader spielen können, wird sich erst im Saisonverlauf zeigen: die Mittelblocker Darius Diefenbach aus Ludwigsburg, wo er nur eine Nebenrolle spielte, und Olaf Dunajski, ein Deutsch-Pole vom Drittligisten TV Bühl, sowie Youngster Karl Sternecker, ebenso aus dem Talentschuppen der YoungStars Friedrichshafen wie Henry Günther, ein weiterer Diagonaler. Auch der 2. Libero Damir Cebotar vom Zweitligisten Aligse wird eher mit Teileinsätzen rechnen können.

(hre/gm)