
Ein Saisonstart mit Hausaufgaben
SVG verliert in Karlsruhe mit 0:3
Von diesem Saisonstart nahm die SVG einiges mit – allerdings keine Punkte: Bei den Baden Volleys SSC Karlsruhe mussten sich die LüneHünen mit 0:3 (22:25, 23:25, 22:25) geschlagen geben.
“Karlsruhe hat gut verstanden, was sie machen müssen, um uns das Leben schwer zu machen”, fiel das Fazit von SVG-Chefcoach Stefan Hübner nach dem Spiel aus, bei dem fünf Neuzugänge ihr Bundesliga-Startdebüt feierten. Mittelblocker Shane Holdaway war aus familiären Gründen in Lüneburg geblieben.
Karlsruhe nutzt Schwachstellen im SVG-Spiel
Die Hausherren machten vor 714 Zuschauern schnell deutlich, dass die Partie keine leichte Aufgabe für die Gäste werden sollte. Das zeigte schon ein erster Satz, der lange offen blieb. Die SVG war gut gestartet (5:1) und wirkte souverän, doch Karlsruhe arbeitete sich unaufgeregt ins Spiel, setzte sich dann sogar erstmals ab. SVG-Fehler trugen zum Drei-Punkte-Vorsprung der Gastgeber bei (10:13). Die SVG blieb konzentriert und kam zurück (17:16). Doch der starke Block von Sani (20:19) markierte das vorerst letzte SVG-Highlight. Nach einem Uhl-Aufschlag krachte Ahr den Annahme-Overpass ins Feld, brachte Karlsruhe nach vorn (20:21). Ein Ass von Uhl stellte die Weichen (20:22), ein Lüneburger Aufschlagfehler beendete den Satz.
Karlsruhe machte auch im zweiten Satz schnell weiter Druck (3:5, 4:7). Stefan Hübner nahm frühzeitig die erste Auszeit, brachte zudem Patrick Rogers für Sebastiano Sani. Enlund erweiterte die Angriffspower, die SVG-Abwehr wirkte nun stabiler und auch von der Linie gab’s durch die ersten Asse von Young (13:12) und Rogers nun Zählbares (16:14). Doch Karlsruhe ließ die SVG nicht enteilen, war schnell zurück (18:18) und ging mit einer Führung in die Crunchtime (19:20). Der SVG fehlte in manchen Aktionen die Präzision – die Baden Volleys hingegen spielten wie ein Uhrwerk, allen voran Niklas Uhl, der in diesem Abschnitt sechs Angriffspunkte holte. Der Diagonalangreifer holte per Angriff auch den Satzball. Den schien Rogers per Pipe-Angriff noch zu vereiteln, doch ein Übertritt des Außenangreifers markierte den Punkt zum zweiten Karlsruher Satzgewinn (23:25).
Das SVG-Team zeigte ein Gespür für die angespannte Situation, kam direkt nach dem Satzende zum Teamkreis auf dem Feld zusammen. Es galt, die Karlsruher Effizienz in Angriff (48:43 %) und Vorteile in Annahme und Block in den Griff zu bekommen.
Karlsruher Lauf nicht mehr zu stoppen
Im dritten Satz startete die SVG gut, setzte sich ab (5:2). Doch Karlsruhe war schnell wieder da (7:7) und sicherte sich weitere gute Momente wie etwa Klimms Ass (7:8) Zur Satzmitte hatten sich die LüneHünen dennoch einen Vier-Punkte-Vorsprung herausgespielt (15:11) und kurzzeitig behauptet (18:14). Doch gegen Hausherren, die immer wieder Mittel fanden, reichte auch das nicht. Vor der Crunchtime wechselte Baden-Volleys-Coach Guido Görtzen auf der Zuspielerposition, brachte Denir Hadzic für Sam Peters.
Spätestens jetzt hatte sein Team erneut das Momentum – und erzwang auch Glück: Ein Karlsruher Danke-Ball kam als Lüneburger Overpass zurück, Yannik Ahr konnte den Ball wuchtig ins Feld schlagen (19:18). Vier Punkte in Folge machten die Badener, während es den Lünebürgern an Souveränität und Konsequenz fehlte. Stefan Hübner nahm zwei Auszeiten in dichter Folge, appellierte an sein Team: “Worauf wartet ihr?” Doch den guten Lauf der Gastgeber konnten seine Jungs nicht mehr stoppen. Enlund fand noch einmal den Briefkasten und vertagte den Matchball (22:24), doch Uhls Angriff auf der Seiten erzwang einen Abwehrfehler und sicherte nach 95 Minuten den 3:0-Erfolg der Gastgeber.
Uhl wurde kurz darauf auch als MVP gekürt. Ebenso wie Ahr kam er in der geteilten Topscorer-Bilanz auf 14 Punkte. Zudem holten beide eine starke Angriffsquote (Uhl 50 %, Ahr 52 %), waren die zentralen Akteure des Karlsruher Spiels. Auf Seiten der SVG holten Axel Enlund und Daniel Gruvaeus ebenso im Doppel die beste Bilanz (je elf Punkte). Für Karlsruhe sprach in einer sonst relativ ausgeglichenen Statistik vor allem die bessere Annahme (51:36 % positiv). Allerdings: 27 der 75 Karlsruher Punkte (36 Prozent) gingen auf SVG-Fehler zurück.
“In unserem Spiel sind zu viele Eigenfehler drin, die uns immer wieder zurückwerfen”, analysierte Coach Hübner dann auch nach Spielende. “Wir haben eine gute Führung, dann passieren uns zwei, drei vermeidbare Fehler am Stück. Das tut uns aktuell ein bisschen weh. Uns fehlt Stabilität, wir haben noch nicht die Formation gefunden, der Spirit auf dem Feld ist auch noch nicht da. Wir müssen daran arbeiten, dass wir eine andere Intensität aufs Feld kriegen. Wir brauchen mehr Kämpfer, mehr Aggressivität. Das war kein optimaler Start. Jetzt kommt es darauf an, wie wir darauf reagieren. Weiter geht’s!”
SVG: Schoenherr, Välimaa, Gruvaeus, Young, Homberger, Sani – Goto; eingewechselt: Enlund, Rein, Rogers
(gm)







Fotos: VBL/J. Frauendorf