
Intensive Duelle mit Lernkurve
SVG holt bei Sardinien-Cup Bronze
Es waren zwei fordernde Duelle mit starken Phasen, viel Druck – und einer Lernkurve, die nach zwei Turniertagen nach oben zeigt: Beim Sardinia International Volleyball Cup holten sich die LüneHünen den 3. Platz. Nach einer 0:3 (23:25, 15:25, 19:25)-Niederlage gegen Gas Sales Bluenergy Piacenza am Samstag folgte am Sonntag eine beeindruckende Aufholjagd samt 3:2-Tiebreak-Sieg (30:32, 16:25, 25:14, 25:19, 15:8) gegen den kommenden Champions-League-Konkurrenten VK Cez Karlovarsko. Den Turniersieg holte sich Piacenza mit einem 3:0-Finalerfolg gegen Itas Trentino.
Im Spiel gegen Piacenza gelang der SVG ein guter Start. Beim Wiedersehen der diesjährigen CEV-Cup-Finalisten entwickelte sich schnell ein intensives Spiel mit mehr Tempo als in den bisherigen Tests der Vorbereitung. Mit viel Schwung und guten Aktionen setzten sich die Lüneburger zunächst ab (2:0, 5:3, 8:5). Doch eine Piacenza-Auszeit hatte Wirkung: Beim 10:11 war Piacenza erstmals vorn, schenkte den LüneHünen auch in der Folge nichts. Im Duell auf Augenhöhe trumpfte Axel Enlund auf, baute einen erneuten SVG-Vorsprung per Ass und wuchtigem Angriff aus (15:13). Auch Daniel Gruvaeus, neben Enlund (13 Pkt.) später zweitbester SVG-Scorer (10), setzte sich immer wieder konsequent durch. Zum Start in die Crunchtime rissen die Italiener mit einem Pipe-Angriff von Manuel Zlatanov die Führung erneut an sich (20:21). Doch die SVG ließ nicht locker, lieferte Piacenza ein Duell um jeden Punkt. Bis zum Ass von Sani (23:24) blieb der Satz offen, erst der Aufschlagfehler des Außenangreifers brachte Piacenza den Satzgewinn.
Erst ein Dämpfer, dann nochmal mitgemischt
Das Spiel, das auf diesem Niveau schon richtig Spaß gemacht hatte, erhielt auf SVG-Seite danach einen Dämpfer. Nur zum Start hielten die LüneHünen noch mit (5:5), gerieten danach schnell – und deutlich – ins Hintertreffen (8:12, 12:17, 14:23). Davon erholte sich das Team nicht mehr: Der Satzball ging nach einem Missverständnis ungespielt zu Boden (15:25).
Im dritten Satz zeigte die SVG eine angemessene Reaktion und lag im wieder ausgeglicheneren Duell lange vorn (4:3, 6:4, 10:7). Zur Satzmitte war Piacenza zurück (15:15) und legte zum Start in die Crunchtime eine eindrucksvolle Fünf-Punkte-Serie zum Matchpoint hin. Cole Young und Rogers hatten noch zum 19:20 geblockt, doch obwohl sich die LüneHünen weiter motiviert in jeden Ball warfen, holten die Italiener danach alle Punkte, ein Ass des im Spielverlauf immer wieder überzeugenden Daniel Iyekbekedo besiegelte nach 75 Spielminuten den Piacenza-Sieg.
Enlunds Zwölf-Punkte-Bilanz machte ihn zum Topscorer, die beste Ausbeute der Gegner hatte Alessandro Bovolenta (9). Die Statistik zeigte im Spielverlauf Vorteile in der Annahme auf SVG-Seite (66:52 % positiv) bei klar besserer Angriffsquote für Piacenza (61:37 %).
SVG: Schönherr, Rein, Gruvaeus, Young, Enlund, Sani – Goto; eingewechselt: Homberger, Rogers

Tiebreak-Sieg nach Achterbahn-Spiel
Im Sonntag-Duell mit Karlovarsko rückten Patrick Rogers und Lovis Homberger in die Starting Six. Die Einwechsler des Vortages übernahmen im gesamten Spielverlauf für Gruvaeus und Enlund. Auf weiteren Positionen hatte die SVG keine Wechseloptionen: Santeri Välimaa und Shane Holdaway waren jeweils aus familiären Gründen nicht mit nach Sardinien gereist.
Gegen den tschechischen Klub, der mit DVV-Nationalteam-Zuspieler Eric Burggräf sowie dem letztjährigen Haching-Akteur Jakub Klajmon zwei vertraute Gesichter in seinen Reihen hat, geriet die SVG zunächst ins Hintertreffen.
Im ersten Satz lagen die LüneHünen lange deutlich zurück. Durchzugsstarke Karlsbader setzten sich auf bis zu sechs Punkte ab (11:17). Doch dann kamen Präzision und Cleverness der Lüneburger zurück: Nach guten Aktionen und zwei Assen von Rogers (19:19) und Cole Young (21:21) eröffnete die SVG die Crunchtime. Die blieb packend, weil nun beide Teams ihre Chance witterten. Nach einem Homberger-Angriff stellte eine Challenge auf 24:24, ein Rogers-Angriff brachte die erste SVG-Führung des Spiels (26:25). Doch zwei Satzbälle reichten nicht – ein Lüneburger Angriff ins Aus ließ Karlovarsko jubeln (20:32).
Im zweiten Satz gab’s ein ähnliches Bild wie am Vortag gegen Piacenza: Konsequente Gegner hängten die SVG schnell ab (6:10, 14:19). Eine Aufschlagserie von Burggräf tat ein Übriges, stellte von 15:20 auf 15:24. Ein Angriff von Michal Baláž brachte Karlovarsko mit 2:0 nach vorn.
SVG feiert starkes Comeback
Doch im dritten Satz sahen sich die Tschechen einer anderen SVG gegenüber. Nun hatten die LüneHünen ihren “Flow” gefunden. Rogers hatte beim 5:4 ein Ass markiert, Rein zum 12:9 ebenso – und legte nach einer Karlovarsko-Auszeit gleich ein weiteres nach, hatte am Spielende fünf in der Bilanz. Überhaupt waren Asse diesmal ein wichtiger Erfolgsfaktor: 14 Punkte holte die SVG von der Linie – nur drei das Team aus Tschechien. Der SVG-Motor lief auf Hochtouren (17:11), nötigte VK-Coach Stefano Mascia zu einer weiteren Auszeit. Doch die SVG blieb souverän. Zwei Asse von Sebastiano Sani (23:13) ebneten den Weg zum Satzgewinn, ein Angriff von Cole Young machte den Satzanschluss klar. Das dominante SVG-Spiel setzte sich im vierten Satz fort. Erneut spielten die LüneHünen einen Vorsprung heraus (3:0, 9:4, 16:10, 19:12), hatten nach dem Aufschlagfehler von Pierre Derouillon (25:19) den Tiebreak gesichert.
Im Entscheidungssatz setzte die SVG schnell ein Ausrufezeichen, lag nach Reins Ass (2:0) und guten Angriffen früh klar vorn (4:1). Zwei Homberger-Asse (7:3, 8:3) veredelten den Start, Sanis Angriffs-Doppelpack ebnete schon den Weg zum Sieg (10:4). Zwar kam Karlovarsko kurz noch einmal auf (13:8), aber nach einer SVG-Auszeit zogen die Jungs im blauen Trikot durch. Sanis Block gegen Ramirez sicherte nach einer starken Aufholjagd und 124 Spielminuten Turnier-Bronze.
Bester Scorer war Patrick Rogers (23 Punkte), der sich dank einer zwei Punkte besseren Tiebreak-Bilanz die Punkte-Krone knapp vor Karlovarskos Daniel Ramirez (22) aufsetzte. Auch in weiteren Werten hatte die SVG die Nase vorn: Die Bilanz im Angriff (56:54 %), den Blockpunkten (13:5) und der positiven Annahme (64:46 %) machten den Sieg zum verdienten Erfolg.
SVG: Schoenherr, Rein, Rogers, Young, Homberger, Sani – Goto
(gm)
Weitere Impressionen vom Turnier-Wochenende:










Fotos: SIVC/A. C. Mida