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Nagelprobe auf höchstem Niveau

SVG misst sich bei Turnier auf Sardinien mit Europa-Teams

Es ist noch nicht die Saisonform, die die LüneHünen am Wochenende testen – doch ein Schritt hin zum nächsten Level: Beim Sardinia International Volley Cup in Cagliari misst sich die SVG in einem Viererturnier mit Teams, die 2026/27 ebenfalls in Champions League und CEV-Cup, den höchsten europäischem Klubwettbewerben, antreten.

Am heutigen Donnerstag reiste der SVG-Tross via Amsterdam nach Cagliari. Nach drei Trainingseinheiten am Abend, am Freitagnachmittag und Samstagvormittag geht es gleich auf Top-Niveau los: Im Halbfinalspiel feiern die SVG und Gas Sales Bluenergy Piacenza am Samstag (16 Uhr) im PalaPirastu in Cagliari die Neuauflage des diesjährigen CEV-Cup-Finales. Die Duelle im Frühjahr gewannen die Italiener jeweils mit 3:0.

Hohes Niveau bei Piacenza:
Selbst mit EM-Silber im Kampf um die Position

Piacenza ist in einer ähnlichen Situation wie die SVG: Erst seit Dienstag ist Daniel Iyegbekedo wieder beim Team, der Kader damit endlich komplett. Der 19-jährige Mittelblocker hatte EM-Silber mit Frankreich geholt. Im Januar war er nach Piacenza gewechselt, um dort die Verletzungslücken von Robertlandy Simon and Gianluca Galassi zu füllen. Inzwischen hat Simon den Klub zwar verlassen, doch dass Iyegbekedo trotz seines Karrieresprungs weiter um seine Rolle kämpfen muss, spricht für das hohe Niveau im Team. Mit Galassi, McHenry und Comparoni hat er durchweg Starting-Six-Kandidaten vor sich. Fehlen wird bei Piacenza Außenangreifer Cooper Robinson. Der US-Boy ist nach Knie-OP noch in der Reha.

Das jüngste Duell der Saisonvorbereitung gewann Piacenza am Mittwoch gegen Cuneo Volley (mit Ex-LüneHüne Ethan Champlin) mit 4:0. Das Turnier auf Sardinien ist die Generalprobe für den SuperLega-Start am 18. Oktober in Padua (mit Ex-LüneHüne Joscha Kunstmann).

Livestream: Das Spiel am Samstag wird live bei Youtube übertragen.

Je nach Ergebnis des Samstag-Duells steht am Sonntag das Spiel um Platz 3 (15 Uhr) oder das Finale (17.30 Uhr) an. Dort trifft die SVG auf einen der beiden weiteren Turnierteilnehmer:

  • Itas Trentino Volley, Champions-League-Sieger von 2024 und zuletzt 2025 italienischer Meister, kommt mit den beiden italienischen Nationalspielern Alessandro Michieletto und Daniele Lavia nach Sardinien. Im Team von Coach Marcelo Mendez steht auch Ex-LüneHüne Simon Torwie.
  • Der tschechische Meister VK ČEZ Karlovarsko wird vom Sarden Stefano Mascia trainiert – der Heimauftritt mit seinem Team nach zehn Jahren Arbeit bei ausländischen Teams gibt dem Turnier eine besondere Note. Karlovarsko ist außerdem mit der SVG in Gruppe C der CEV XTB Champions League – ein Wiedersehen bei den Duellen im Dezember und Februar steht also schon fest.


Doppel-Vorfreude bei Sani

Geburtstag in der Heimat und der enge Draht zum Italien-Duo

“Das Wochenende bietet eine wirklich gute Gelegenheit, gegen Mannschaften anzutreten, die uns in vielen Bereichen herausfordern werden”, ist Sebastian Sani überzeugt. “Es sind drei europäische Top-Teams, was für uns definitiv eine gute Herausforderung sein wird und einen guten ersten Eindruck vom Wettkampf auf höchstem Niveau vermittelt. Insbesondere bei der Annahme, da wir es mit sehr guten Aufschlägen zu tun bekommen werden. Es wird auch eine großartige Gelegenheit sein, zu zeigen, was in uns steckt, zu erkennen, wo wir uns noch verbessern müssen, und eine wirklich gute Herausforderung, auf die wir uns freuen.”

Der Außenangreifer, einer der Neuzugänge im SVG-Team, weiß aber auch um die Ausgangslage: “Ich glaube nicht, dass wir unbedingt schon jetzt unser bestes Volleyball zeigen müssen. Wir hatten bisher gerade mal ein oder zwei Wochen Zeit, um als komplette Mannschaft zusammen zu spielen. Das hat sich also noch nicht so richtig eingespielt, aber das kommt mit der Zeit.”

Zum Geburtstag ein Duell mit dem Heimatklub?

Für Sani ist es ein besonderes Turnier: Der US-Amerikaner mit italienischem Zweitpass ist nicht nur in der Heimat seiner Familie – er feiert zudem just am Samstag seinen 21. Geburtstag in seinem Geburtsland. Mögliches Lieblingsgeschenk: Ein Erfolg mit seinem Team gegen Piacenza – und dann ein Duell mit Trento?

Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß, denn in Piacenza war Sani in der Saisonvorbereitung 2025 Trainingsgast. „Ich konnte einen Monat lang dort sein und Volleyball auf hohem Niveau erleben, mit Spitzenvolleyballern trainieren und von wirklich guten Leuten trainiert werden.” Ebenso eng ist die Verbindung nach Trento (deutsch: Trient): “Dort bin ich aufgewachsen …” Kein Wunder, dass “Seba” sich auf das Treffen – und den sportlichen Vergleich – freut: “Es sind zwei Mannschaften, mit denen ich wirklich, wirklich gut vertraut bin, mit denen ich mich identifizieren kann und zu denen ich Verbindungen habe – und ich kann es kaum erwarten!”

Die Rolle des “Italien-Erfahrenen” im Team muss aktuell ebenfalls neu verteilt werden. Zuletzt war es allein Chefcoach Stefan Hübner, der aus neun Italien-Spielzeiten als Profi Sprache und Lebensart mitbrachte. Jetzt gibt’s mit “Seba” noch mehr Italien-Erfahrung im Team. “Ja, das ist lustig”, findet auch Sani. “Stefan und ich reden manchmal über Italien, seine Erfahrungen dort, wie ihm das Essen gefallen hat, die Leute, … Und wir scherzen ständig über meine Erfahrungen, meine Ansichten, seine Ansichten, seine Erlebnisse. Das macht uns auf jeden Fall beiden viel Spaß!”

Auf eine neue Rolle ist Sani jedenfalls vorbereitet: “Was das Team angeht, werde ich auf jeden Fall eine Art Reiseleiter sein oder so. Wenn wir in Restaurants gehen oder einfach so zusammen rumhängen, stehe ich auf jeden Fall jedem zur Verfügung, der mich etwas fragen möchte.” Eine Selbstverständlichkeit für den gerade noch 20-Jährigen, der gerade selbst Ankomm-Erfahrung sammelt: “Normalerweise bin ich hier in Deutschland derjenige, der alle möglichen Fragen stellt. Deshalb würde ich mich jetzt sehr freuen, mich revanchieren zu können …”

(gm, Fotos: SVG/Höfel)