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SVG triumphiert nach enger Nervenschlacht

Sieg in Poitiers sichert Platz im Halbfinale des CEV Cups

Nervenstärke war gefragt – und die bewies die SVG, gewann das Viertelfinal-Rückspiel des CEV Cups bei Alterna SPVB Poitiers mit 3:1 (29:27, 19:25, 26:24, 26:24). Damit sicherten sich die LüneHünen den Einzug ins Halbfinale, treffen dort auf den Sieger des Viertelfinales zwischen Greenyard Maaseik und Galatasaray HDI Istanbul. Der Vorverkauf für das Rückspiel in der LKH Arena startet bereits am Mittwoch – mehr Infos dazu am Ende des Berichts.

Die 1892 Zuschauer im Salle Frédéric Lawson-Body Poitiers entfachten schnell eine für die LüneHünen eher ungewohnte Atmosphäre mit Trommeln, Sirenen und Anfeuerungen für den eigenen Aufschlagspieler. “Lukas! Lukas!” hieß es etwa für den Ex-LüneHünen Lukas Maase, der in Poitiers‘ Starting Six stand, nach dem ersten Satz aber ohne Punkt vom Feld musste.

Poitiers stark, SVG legt vor

“Die Halle war laut, die Stimmung war gut, Poitiers hat gut gespielt”, blickte SVG-Chefoach Stefan Hübner im Anschluss auf den Rahmen zurück. Er hatte auf die gleiche Starting Six wie im Hinspiel vor einer Woche gesetzt.

Beide Teams lieferten sich früh ein enges Duell. Poitiers zeigte, dass es den LüneHünen motiviert etwas entgegensetzen wollte. Vor allem Thomas Pujol, der die SVG im Hinspiel schon gefordert hatte, strahlte wieder viel Gefahr aus – und ließ die Fans über sein Ass euphorisch jubeln (6:6). Auch die Führung holte der Außenangreifer für sein Team zurück (10:11). Zum Start in die Crunchtime lag die SVG vorn (20:18), doch Poitiers hielt dagegen. Als Daniel Gruvaeus’ Angriff massiv weggeblockt wurde, riss es die Alterna-Fans begeistert von den Sitzen (21:21). Die SVG setzte sich erneut ab (24:22), doch der erste Satz ging in die Verlängerung. Vor allem Aufschlagfehler verhinderten eine frühere Entscheidung. Erst, als Pujol nach einem Aufschlag von Santeri Välimaa die Annahme zum Querschläger missglückte, konnte die SVG jubeln (29:27).

“Am Ende haben wir den Satz Punkt für Punkt super-ruhig zu Ende gespielt”, war Hübner zufrieden. “Das war wichtig, damit hatten wir vier Chancen auf den zweiten Satzgewinn.”

Auch der zweite Satz startete ausgeglichen (3:3, 7:7, 10:10). Wann immer sich die SVG kurz absetzte, fand Poitiers Mittel zum Ausgleich. Zur Satzmitte holten sich die Gastgeber spätestens mit Kevin Kobrines wuchtigem Angriff auf den Block (14:17) das Momentum und die erste solide Führung. Die wuchs weiter: Simon Magnin brachte den Ball in der Mitte durch (17:21), die SVG unterlag auch mit einer Blocktouch-Challenge (17:22). Ein Aufschlagfehler besiegelte den Ausgleich zugunsten der Franzosen.

“Man hat gemerkt, dass es Energie kostet. Poitiers hat einen sehr guten Side-out gespielt. Wir haben es nicht geschafft, Breaks zu machen”, fasste Hübner den Abschnitt zusammen – “aber es war auch kein wirklicher Bruch im Spiel.”

„Sensationeller Moment“ dank Ethan Champlin

Im dritten Satz geriet die SVG zunächst ins Hintertreffen. Nach Magnins Ass stand es 0:3 aus SVG-Sicht – Stefan Hübner nahm die erste Auszeit. Poitiers machte weiter Druck, die SVG versuchte viel. Doch nicht alles gelang, wie Välimaas sonst oft überraschende Zuspielerbälle. Stattdessen zog Pujol erneut durch. 8:12 – und schon die zweite Auszeit der SVG. Pujol ließ sich davon nicht beirren, baute die Poitiers-Führung weiter aus (9:14). Dann nutzte die SVG die Chance, wieder ins Spiel zu kommen: Enlund fand die Blockfinger (10:14), Cole Young knallte den Ball in der Mitte durch (15:17). Die SVG war nun wieder dran, doch Poitiers lag noch vorn und näherte sich gefährlich dem Satzgewinn. Pujol trug fast allein die Angriffslast der Hausherren, machte beim 20:23 aus SVG-Sicht schon seinen sechsten Punkt des Satzes.

Doch einer hielt mit – und trumpfte auf: Ethan Champlin. Der SVG-Außen holte beim 21:23 seinen siebten Punkt des Satzes und behielt in einer starken Aufschlagserie am Satzende auch gegen die Pfiffe der Fans die Nerven. Punkt für Punkt kämpften sich die LüneHünen zurück, machten aus einem 22:24-Rückstand eine 25:24-Führung. Gruvaeus’ Angriff zum Block-Aus sorgte für den Satzball. Der Schwede legte nach – das 26:24, der Punkt zum Halbfinal-Glück? Zunächst entschied Referee Mauro Carlo Goitre auf 25:25, doch Stefan Hübner war mit einer Blocktouch-Challenge erfolgreich. Der Halbfinal-Einzug konnte aber erst gefeiert werden, nachdem Poitiers-Coach Daniel Lewis mit einer minutenlang geprüften Übertritt-Gegenchallenge gescheitert war (26:24). Der Ball war zuerst auf dem Boden gelandet, dann Gruvaeus über die Linie gerutscht – um 21:45 Uhr konnten die SVG-Cracks in einer Jubeltraube feiern. Zwei Satzgewinne hatten nach dem 3:1 im Hinspiel zum Weiterkommen gereicht.

“Ethan hat sensationell aufgeschlagen. Beim 22:24 so eiskalt zu sein … Davon lebt es: Wenn einer das Herz in die Hand nimmt und was richtig Gutes macht”, war Hübner im Anschluss angetan. “In dem Moment waren alle voll da. Wir wussten: Wenn wir die Chance kriegen, dann nutzen wir sie. Es war sensationell, diesen Moment so zu gestalten.”

Mit dem entscheidenden zweiten Satzgewinn im Rücken rotierte Hübner sein Team für den vierten Satz. Mit Young und Libero Sho Takahashi, der mit starken Aktionen und 77 Prozent positiver Annahme erneut wichtiger Rückhalt seines Teams war, blieben nur zwei Akteure auf dem Feld. Es kamen die schon zuvor eingewechselten Axel Larsen, Christopher Byam und Kapitän Jesse Elser, ebenso Neo Laumann – und Mittelblocker Shane Holdaway, der nach Verletzung und Monaten in der Reha sein Comeback auf dem Feld feierte, sogar noch einen Angriffspunkt holte. Auch Poitiers änderte sein Team, brachte Außen Max Schulz und Mittelblocker Nathan Pierrot.

Das Spiel erhielt nun etwas mehr Dynamik, blieb bis in die Schlussphase ein offener Schlagabtausch. Auf den 23:23-Ausgleich von Poitiers reagierte Hübner mit einer Auszeit. Die hatte Wirkung: Byam holte den ersten Matchball (24:23), Young den zweiten (25:24). Der Angriff von Ex-LüneHüne Pearson Eshenko landete im Aus – und als das per Challenge bestätigt war, konnten die Lüneburger erneut in einer euphorischen Jubeltraube feiern.

Die Gastgeber holten sich donnernden Applaus ihrer Fans, aber auch für die LüneHünen gab’s nach dem Spiel Beifall sowie – ganz LKH-Arena-like – eine Abklatsch-Runde bei den Heim-Fans.

“Dass Shane zum ersten Mal auf dem Feld stand, hat mich unheimlich gefreut. Das war der zweite coole Moment”, betonte Stefan Hübner neben dem Halbfinal-Einzug einen weiteren Positiv-Moment des Abends.

In der Statistik lagen beide Teams eng beieinander. Das zeigt nicht nur die Gesamtbilanz von 100:100 Ballpunkten. Nur in der Annahme hatte die SVG einen Vorteil (63:54 Prozent positiv). Und: Obwohl die Lüneburger mehr Aufschlagfehler in der Bilanz hatten (28:23), holten sie fünf eigene Punkte mehr als ihr Gegner (67:62).

“Jetzt schauen wir, wen wir als Gegner im Halbfinale kriegen. Wir haben ein Team aus einer guten Liga geschlagen – darauf sind wir stolz”, freute sich Chefcoach Hübner nach der Partie zurecht.

Als MVP wurde SVG-Zuspieler Santeri Välimaa gekürt. Bester Scorer war Poitiers Thomas Pujol (17), die beste Punktebilanz auf SVG-Seite holte Axel Enlund (15).

SVG: Champlin (11), Young (5), Välimaa (3), Gruvaeus (12), Howe (6), Enlund (15) – Takahashi; eingewechselt: Larsen (4), Elser (3), Byam (5), Laumann (2), Holdaway (1)

(gm)

Ticket-Vorverkauf:

Der Ticket-Vorverkauf für das Halbfinale im CEV Cup am 02.04. (Donnerstag) – Gegner und genauer Spielbeginn noch offen – startet am morgigen Mittwoch, 11. März. Zu diesen Zeiten könnt ihr euch im Ticket-Onlineshop bereits eure Tickets für das nächste Europa-Highlight sichern:

  • Dauerkartenbesitzer: 11.03, 10 Uhr bis 18 Uhr
  • Freier Verkauf: 11.03, ab 16 Uhr

Auch der Vorverkauf für das erste Playoff-Viertelfinale am Samstag, 28. März (19 Uhr), steht in den Startlöchern. Der Vorverkauf für die heiße Phase der Bundesliga beginnt am Freitag, 13. März, um 14 Uhr.