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LüneHünen können notfalls auch den Golden Set …

Zwei Gewinnsätze in Poitiers reichen für Halbfinale

Der 3:1-Erfolg im Hinspiel schmeckt, aber noch ist der Kuchen nicht gegessen. Unter dieser Prämisse tritt die SVG Lüneburg an diesem Dienstag (20 Uhr) zum Viertelfinal-Rückspiel im CEV Cup bei Alterna Stade Poitevin Volley-Ball im west-französischen Poitiers an. Mit einem „Nachschlag“ von zwei gewonnenen Sätzen wäre das Halbfinale perfekt – aber das kann noch ein weiter Weg werden.

Ein weiter Weg war es für die LüneHünen auch Richtung französischer Atlantikküste. Den nahmen sie gleich vom Bundesligaspiel in Freiburg aus per Bus in Angriff, 800 Kilometer aus dem Breisgau, nach einer Kraft-Trainingseinheit in einem Fitness-Studio am Sonntag vor Ort. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt die SVG auch das Rückspiel, ist sie weiter. Verliert sie 2:3, dann ebenfalls. Dann hat sie die drei Punkte aus dem Hinspiel plus einen aus dem zweiten Duell. Gewinnt Poitiers 3:1 oder 3:0 herrscht Gleichstand. Dann muss ein Golden Set (wie ein Tiebreak, bis 15 Punkte bei 2 Abstand) entscheiden.

SVG will Nervenkitzel möglichst vermeiden

Diesen Nervenkitzel boten die Franzosen ihren Fans im Achtelfinale, verloren erst bei Dinamo Bukarest 0:3, gewannen dann daheim 3:0 und anschließend einen dramatischen Golden Set mit 16:14. Deshalb haben die „All blacks“ auch noch keineswegs aufgegeben. Schon nach dem 1:3 in Lüneburg formulierte der Ex-LüneHüne Pearson Eshenko eine Kampfansage für das zweite Aufeinandertreffen: „Es ist noch nicht vorbei. Nächste Woche kommen wir stärker zurück.“ Aber Erfahrungen mit dem Golden Set hat ja auch die SVG, schaltete so im Vorjahr im Playoff zum Viertelfinale der Champions League Berlin aus. Und erinnert sei auch an das legendäre Halbfinale im CEV Cup 2023/24 gegen Izmir.

Vor so einem erhofften epischen Kampf setzte Poitiers am Wochenende erst einmal seinen Erfolgsweg in der Liga fort, festigte Platz 4 mit einem 3:2-Heimerfolg gegen Sète (6.). Der Gegner – mit Gage Worsley und Lorenz Karlitzek – führte dabei schon 2:0 nach Sätzen, dann nahm Chefcoach Daniel Lewis zwei entscheidende Wechsel vor. Im Diagonalangriff musste Kevin Kobrine weichen (nur 6 Punkte), für ihn kam – wie schon in der LKH Arena – Dusan Nikolic. Der serbische Nationalspieler punktete noch 20 Mal (57% Erfolgsquote) und wurde MVP. Und in den Mittelblock rückte für den wirkungslosen Eshenko dauerhaft Jung-Nationalspieler Simon Magnin und sammelte noch 7 Zähler.

In Lüneburg hatte Magnin krank gefehlt, Nikolic war auch da nach zwei Sätzen gekommen und hatte mehr Gefahr ausgestrahlt als vorher Kobrine (8 Punkte). Vielleicht läuft der 2,07-Meter-Mann, der meist nur Ersatzmann ist, nun von Beginn an auf – die SVG ist hinreichend gewarnt. Zu beachten sein wird aber auch wieder Außenangreifer Thomas Pujol, im Hinspiel Bester bei Poitiers (20 Punkte), im Ligaspiel jetzt gerade zum wiederholten Mal Topscorer (23). Dabei knackte er auch die 400-Punkte-Marke in dieser Saison.

Um in der Arena „Salle Frédéric Lawson-Body“ zu bestehen, braucht die SVG sicher eine ähnliche Leistung wie im Hinspiel, wo nahezu alle Spielelemente sehr gut bis überragend waren. Gerade der Aufschlag ist jetzt auch wieder eine Waffe, wie auch im Freiburg-Match zu beobachten war, als z.B. Ethan Champlin im zweiten Satz drei Asse in Folge gelangen, wobei er sich bei seiner Aufschlagserie auch von einer Auszeit nicht aus dem Takt bringen ließ. Positiv auch, dass sich Jesse Elser nach langer Pause eindrucksvoll zurückmeldete, sodass Viel-Spieler Daniel Gruvaeus mal aussetzen konnte. Der Mann für oft entscheidende Punkte (Satzball, Matchball) stand bisher fast immer auf dem Court.

Kommen die LüneHünen weiter, treffen sie laut seit langem feststehendem Baum im Halbfinale – zuerst auswärts – auf den Gewinner aus Greenyard Maaseik gegen Galatasaray Istanbul. Die Belgier gewannen das Hinspiel in der Türkei 3:2, Match zwei findet am späten Mittwochabend statt. Das Halbfinale ist dann angesetzt in der übernächsten Woche zwischen dem 24. und 26. März, das Rückspiel steigt in der Woche darauf vor Ostern. Dieser Termin liegt dann auch schon mitten in der Playoff-Phase der Bundesliga, wo das Viertelfinale am 28. März beginnt.

Ein Streaming des SVG-Spiels gibt es bedauerlicherweise nicht.

(hre)