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SVG prescht mit Playoff-Power vor

Start in Viertelfinalserie mit 3:0 gegen Herrsching

Mit viel Schwung sind die LüneHünen in die Playoffs 2026 gestartet: Gegen die WWK Volleys Herrsching setzte sich die SVG im ersten Spiel des Viertelfinales mit 3:0 (25:20, 25:18, 25:21) durch. Mit einem Sieg im zweiten Duell am Ostermontag könnten die Lüneburger den Einzug ins Halbfinale bereits klarmachen.

“Ein sehr gutes Spiel, sehr fokussiert”, war SVG-Chefcoach Stefan Hübner nach 76 Spielminuten zufrieden. “Wir haben eine sehr gute Einstellung für den Playoff-Start gefunden.”

Vor 2909 Fans in der LKH Arena kamen die Hausherren schnell auf Touren, zeigten bereits in der Startphase sehenswerte Aktionen. Schon Santeri Välimaas Zuspielerball nach kurzer Rally (2:0) machte Spaß, ein schöner Flugangriff von Jackson Howe (6:2) war für Gästecoach Bob Ranner Anlass zur ersten Auszeit. Die SVG ließ sich aber nicht stoppen, hatte viel Wucht in Angriffen und baute die Führung aus (12:6). Herrsching konnte nur gelegentlich Akzente setzen, wie bei Laurenz Welschs Ass (15:11). Wenig später hatten die Gäste eine gute Phase, holten drei von vier Punkten (17:14). Doch dann war die SVG wieder voll da. Daniel Gruvaeus zog mit einem verdeckten Angriff voll durch, traf platziert die Ecke (19:15) – schon sein sechster Punkt bei 75 % Angriffsquote.

Challenge-Szene wird zum Dezibel-Push

Wenig später gab es emotionale Szenen: Eine Lüneburger Touch-Challenge blieb erfolglos, auch wenn die Videobilder das Gegenteil zeigten. SVG-Chefcoach Stefan Hübner haderte mit der Entscheidung des Schiedsrichters, die Fans reagierten mit lauten “SVG!”-Rufen. Der Dezibel-Push zahlte sich aus: Ein erfolgreicher Howe-Angriff (23:18) erntete richtig lauten Jubel, zündete die Halle akustisch weiter an. Enlund machte den Satz klar, verwandelte per Angriff diagonal hinters Netz (25:20). Wie klar die SVG sich durchsetzte, zeigte eine Angriffsquote von 69:42 Prozent.

Herrsching gelang ein guter Start in den zweiten Satz. Doch die 3:0-Führung der Gäste war schnell kassiert. Nach einer Phase mit Aufschlagfehlern beider Teams zog die SVG wieder davon. Enlunds wuchtiger Angriff überraschte Herrsching-Libero Matsuo in der Abwehr (11:8) und sorgte für die erste Auszeit. Välimaa legte ein Ass nach, riss die Fans noch mehr mit. Auch Gruvaeus steuerte einen gefährlichen Aufschlag bei – ein Fast-Ass zum 15:10. Nach einem starken Doppelblock (16:11) nahm Ranner in einer Auszeit seinen Annahmeriegel Kaliberda, Matsuo und Welsch zur Seite – doch die Punkte machte weiter die SVG, holte vier in Folge. Das gelang den Gästen zwar ebenfalls noch (23:17), doch Howes Angriff in der Mitte sicherte der SVG den zweiten Satzgewinn (25:18), untermauerte zudem die weiter hohe Angriffsquote (63:43 %).

Mit gelöstem Blick zum souveränen Sieg

Die SVG schien klar auf der Siegerstraße, startete im dritten Satz souverän (3:1, 6:2). Doch eine Herrschinger Auszeit hatte Wirkung – die Gäste kamen jetzt nicht nur heran, sondern glichen nach zwei Assen von Niklas Uhl sogar aus (7:7). Der Diagonalangreifer war einer der Aktivposten der Gäste, war mit 15 Punkten am Spielende auch bester WWK-Volleys-Scorer. Der Spielstand blieb nun ausgeglichen (11:11, 14:14), doch bei einer Challenge-Pause wirkten die SVG-Gesichter entspannt-gelöst.

Es war wohl die Erwartung des Sieges, denn mit einem Block von Howe (16:14) und einem krachenden Angriff von Gruvaeus nach einer langen, spannenden Rally (17:14) setzten sich die LüneHünen wieder ab. Die Gäste blieben in der Crunchtime zwar noch dran – Gustavo Bryan Avila blockte zum 22:20 -, doch die SVG zog ihr Spiel durch. Danach war wieder Schweden-Time: Gruvaeus ergänzte seine Bilanz um ein drittes Ass (24:20), den Matchball verwandelte Enlund. Nach seinem Angriff fiel der Ball vom Herrschinger Block auf den Boden.

“Alle Elemente waren sehr stabil”, zog Hübner ein Fazit des Abends. “Der Angriff aus eigener Annahme war sehr gut. Der Aufschlag war etwas durchwachsen, hatte aufs gesamte Spiel gesehen aber eine gute Wirkung.”

Als MVP wurde Daniel Gruvaeus gekürt, der mit 15 Punkten nicht nur Teil eines Topscorer-Trios mit Axel Enlund und Herrschings Niklas Uhl war, sondern auch mit drei Assen, zwei Blockpunkten und einer Angriffsquote von 48 Prozent überzeugte. Die SVG war aber erneut vor allem als Team erfolgreich, zeigte in allen Elementen einen runden Auftritt, den 6:3 Asse, 7:3 Blockpunkte und eine Team-Angriffsquote von 59:44 Prozent nur zum Teil beschreiben können.

SVG: Champlin, Young, Välimaa, Gruvaeus, Howe, Enlund – Takahashi; eingewechselt: Larsen

(gm)

Weitere Stimmen zum Spiel

Bob Ranner (Chefcoach WWK Volleys Herrsching): “Was mich stört ist, dass wir keinen Zugriff in der Block-Feldverteidigung bekommen. Wir wussten, dass der Aufschlagdruck hoch ist, dass Lüneburg eine sehr gute Blockmannschaft ist, dass wir im Angriff da nicht so punkten können wie gegen die anderen Gegner zuletzt. Das ist alles okay. Aber der Zugriff in der Block-Feldverteidigung, das stört mich. Da müssen wir einen großen Schritt machen, wenn wir das Heimspiel nicht zu unserem letzten Spiel machen wollen.”

Jackson Howe (SVG Lüneburg): “Ich hatte erwartet, dass Herrsching frei aufspielt, viel Risiko geht. Ein bisschen was davon haben sie gezeigt. 3:0 ist großartig. Wir freuen uns auf zwei freie Tage. Deshalb war es super, dass wir da mit einem starken Auftritt reingehen und die Pause wirklich genießen können.”