
SVG marschiert souverän zum Sieg
LüneHünen gewinnen 3:1 beim SV Warnemünde
“Ich hoffe, dass wir das Spiel dominieren können”, hatte sich SVG-Chefcoach Stefan Hübner vor dem Auswärtsspiel beim SV Warnemünde gewünscht. Sein Team setzte diese Erwartung um, holte beim 3:1 (25:15, 25:21, 21:25, 25:14) den 20. Saisonsieg und bleibt damit auch in der Bundesliga-Tabelle weiter vorn.
801 Zuschauer, darunter auch ein großer SVG-Fanblock (“So viele Gäste-Fans wie noch nie in dieser Halle”, hieß es im Anschluss von SVW-Seite), sorgten schon beim Start für eine euphorische Kulisse.
Sechs SVG-Asse schon im ersten Satz
Hübner hatte sein Team im Vergleich zum 3:2 gegen Düren umgestellt: Axel Larsen und Christopher Byam rückten in die Starting Six. Schnell lag die SVG vorn und setzte sich klar ab (10:5, 15:7). Vor allem von der Aufschlaglinie sorgten die Gäste für viel Druck, markierten schon im ersten Abschnitt sechs Asse. Davon ging die Hälfte auf das Konto von Axel Larsen. Auch im Angriff waren die LüneHünen dominant (Positiv-Quote am Satzende: 57:33 Prozent), setzten sich aus allen Positionen immer wieder durch. Erst nach dem Start in die Crunchtime gelang Warnemünde kurzzeitig Entlastung durch zwei Punkte von Jan Wawrzyniak. Ein Ass von Ethan Champlin machte das 1:0 perfekt.
Im zweiten Satz starteten die Hausherren besser, schlossen auch die erste längere Rally des Spiels zu ihren Gunsten ab (3:5). Doch beim 7:6 übernahmen die LüneHünen wieder die Kontrolle – und gaben sie nicht mehr ab. Warnemünde leistete sich drei Aufschlagfehler in Folge, auf SVG-Seite hingegen war Joscha Kunstmanns Ass zum 13:8 bereits das neunte des Spiels. Dem SVW gelang zur Satzmitte eine Vier-Punkte-Serie, die das Team in Rot euphorisch jubeln ließ (16:13), auch die Crunchtime konnten die Gastgeber enger als zuvor gestalten. Doch mit dem Aufschlagfehler von Jan-Philipp Krabel ging auch der zweite Satz auf das Lüneburger Konto (25:21).
Krabel ist kaum zu stoppen
Die Dynamik des dritten Satzes lieferte den Fans auf beiden Seiten ein intensives Duell. Die SVG war zwar erneut gut gestartet (5:1), doch mutige Warnemünder legten einen Mega-Run hin, machten aus einem 2:6-Rückstand eine 9:6-Führung. Zentraler Akteur war der Diagonale Krabel, der mit zwei Angriffen und zwei Blocks die SVG auflaufen ließ. Stefan Hübner nahm eine Auszeit, appellierte an sein Team: “Spielt mit mehr Selbstbewusstsein!”. Doch die Gastgeber hielten ihr Momentum fest, bauten die Führung sogar aus (10:14, 15:20). Eine zweite Lüneburger Auszeit wirkte, brachte die SVG noch einmal um drei Punkte heran (18:20, 20:22). Doch Warnemünde blieb konsequent, erwies sich wie schon gegen Berlin als Favoritenschreck und sicherte sich mit Wawrzyniaks erfolgreichem Angriff einen Satzgewinn. Nach dem Satz hatten die Gastgeber zudem die Angriffsquote fast ausgeglichen (51:49 % aus SVG-Sicht).
Axel Larsen eröffnete den vierten Satz mit einer Aufschlagserie, die die SVG mit 6:0 in Führung brachte – und holte dabei zwei Asse und einen Angriffspunkt. Die LüneHünen zogen nun ihr Spiel durch (12:5, 14:7) und lagen beim Start in die Crunchtime schon mit neun Punkten vorn (20:11). Zwei Asse von Champlin (21:11, 23:11) ebneten den Weg zum schnellen Matchball. Joscha Kunstmanns Angriff fand den “Briefkasten” vor SVW-Mittelblocker Joshua Glasbergen und besiegelte nach 93 Spielminuten den verdienten Lüneburger Erfolg.
Besonders 15:3 Asse waren Beleg für die Qualität der SVG, bei der es erneut im Kollektiv gut funktionierte. Jackson Howe kam auf eine sehr starke Angriffsquote (73 Prozent), holte den Topwert in einem Quartett von Akteuren mit 50 Prozent oder mehr.
“Wir sind sehr gut gestartet, haben viel Druck im Aufschlag gemacht, das Angriffsspiel war gut”, blickte Stefan Hübner im Anschluss auf den Spielverlauf. “Im zweiten Satz wurde es im Angriff schon etwas schwerer, im dritten Satz gab es nach den ersten Punkten etwas Spannungsabfall. Wir haben nicht sauber blockiert, wenn der Ball drüben weg vom Netz war, waren etwas schwächer im Aufschlag. Dadurch sind wir hinterhergelaufen, im Angriff etwas zögerlich geworden, nicht mutig geblieben. Da hat sich Warnemünde das verdient. Wir sind dann aber wieder mit viel Druck im Aufschlag in den letzten Satz gestartet, haben den Satz von Anfang an dominiert und eigentlich im ganzen Spiel eine gute Kontrolle gehabt.”
Als MVP wurde Libero Sho Takahashi gekürt. Topscorer war Warnemündes Jan-Philipp Krabel, der auf 19 Punkte kam. Die beste Bilanz bei den LüneHünen holten Ethan Champlin und Axel Larsen (je 18).
SVG: Kunstmann, Välimaa, Champlin, Howe, Byam, Larsen – Takahashi; eingewechselt: Laumann, Elser
Weitere Stimmen zum Spiel:
Maurizio Forte (Chefcoach SV Warnemünde): “Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Wir haben es leider nicht immer geschafft, aus einem guten Blocktouch oder einer Abwehr einen Punkt zu machen. Daran arbeiten wir, aber das ist schwer – vor allem, weil heute das Niveau richtig hoch war. Am Anfang waren wir etwas zu ängstlich – darüber werden wir am Montag bestimmt mal reden, das müssen wir lösen. Wir haben die Qualität, müssen uns selbst mehr vertrauen. Wir haben einen starken dritten Satz gespielt. Und: Lüneburg war das letzte ‘unmögliche’ Spiel für uns, jetzt kommen Spiele gegen Gegner, gegen die wir gepunktet haben und gegen die wir auch gewinnen können. Der Kalender ist auf unserer Seite – jetzt müssen wir den Schritt machen, um in der Liga zu bleiben.”
Axel Larsen (SVG Lüneburg, Außenangreifer): “Wenn wir, wie heute, erst am Spieltag anreisen, ist es immer etwas schwer, den Rhythmus in Aufschlag, Zuspiel usw. zu finden. Aber wir haben das gut hinbekommen, besonders im ersten und im letzten Satz. Da haben wir die Aufschläge gut getroffen, Asse gemacht, sie vom Netz geholt. Im dritten Satz hatten sie mehr Power im Aufschlag, wir haben uns Fehler geleistet. Da hatten sie ein wenig das Momentum. Aber insgesamt war es ein gutes Spiel, vor allem auch mit einer anderen Aufstellung als sonst. Am Ende haben wir es gut gemacht – und in den Sätzen, in denen wir gut gespielt haben, haben wir es auch deutlich gemacht.”
(gm)

MVP Sho Takahashi & Co. bedankten sich beim beeindruckend großen SVG-Fanblock, der mit nach Rostock gereist war. Foto: SVG/Höfel