
Neun intensive Sätze im Duell der Vizemeister
SVG und Groningen im Trainingsvergleich
Endlich mal Sechs-gegen-Sechs – das war schon bei den Tests gegen ETV Hamburg und SV Warnemünde die zentrale Botschaft im SVG-Team. Am Freitag und Samstag gab’s erneut eine Gelegenheit zum Vergleich in voller Feldstärke: Der niederländische Vizemeister Lycurgus Groningen war zu Gast im SVG-Training. In zwei Vergleichsduellen gab es am Freitag ein 2:2 (20:25, 25:19, 23:25, 25:14), am Samstag einen 3:2-Sieg der SVG (25:20, 23:25, 17:25, 25:20, 15:7).
Sichtlich ausgelaugt verließen die LüneHünen nach den 92 Minuten am Freitagabend und den 101 Minuten am Samstag die Arena. Anders als die Gäste, die nach drei Trainingswochen schon mit einem kompletten 14er-Kader antraten, hatten die Gastgeber kaum eine Wechseloption. Zudem waren die Duelle in voller Stärke noch von Orientierung geprägt. Im dritten und vierten Sechs-gegen-Sechs-Auftritt sah manches schon gut aus, aber auch das Potenziel für die weitere Arbeit wurde deutlich. Trainingsgast Groningen verlangte den LüneHünen dabei schon viel ab: Energisch gingen beide Teams zu Werke, lieferten sich für die frühe Phase besonders am Samstag ein intensives Duell mit manch umkämpfter Rally.
“Natürlich gibt es zu Beginn der Saison noch viel zu tun – und dabei wird es auch bleiben”, fiel das Fazit von Shane Holdaway aus. “Als Mannschaft sind wir meiner Meinung nach auf einem guten Weg. Ich mag diese Freundschaftsspiele wirklich sehr, weil man sich dort messen kann und die Schwächen der Mannschaft als Gruppe aufgedeckt werden.” Der Eindruck des Mittelblockers nach den bisherigen vier Testvergleichen: “Individuell sind wir alle eine ziemlich talentierte Truppe, jeder kann gut spielen. Aber da es eine relativ neue Mannschaft mit neuen Spielern ist, müssen wir einfach lernen, etwas besser zusammenzuspielen, damit wir uns im Laufe der Saison weiter verbessern.”
Angesichts des Testcharakters nicht überzubewerten, aber doch interessant: Im Aufschlag lief es am Freitag gut für die SVG (7:2 Asse), am Samstag holte Lovis Homberger gleich sechs Asse. In beiden Vergleichen waren die Angreifer Sebastiano Sani, Daniel Gruvaeus (Außen) und Lovis Homberger (Diagonal) ein punktestarkes Trio.
Holdaway sah in Groningen eine gute Messlatte für den aktuellen Leistungsstand: “Sie haben uns in einigen Sätzen richtig gut unter Druck gesetzt – sowohl bei der Annahme als auch beim Block und in der Abwehr waren sie wirklich gut. Sie sind super kämpferisch und können sehr gut verteidigen. Man muss also lernen, im Angriff besonders entschlossen zu sein, wenn man gegen die beste Mannschaft spielt. Deshalb müssen wir uns in diesem Bereich mit unserem Angriff einfach weiter verbessern. Selbst bei Block und Abwehr müssen wir beim Aufschlag etwas mehr Druck ausüben können, wenn wir das Gefühl haben, dass wir beim Aufschlag keinen so guten Tag haben.”
Kurzdebüt für Rogers nur zwei Tage nach der Ankunft
Im Vergleich am Samstag feierte Patrick Rogers sein Debüt im SVG-Trikot. Der US-Boy hatte noch zu Wochenbeginn mit dem Nationalteam das Norceca-Turnier in Kanada gewonnen, war am Donnerstag nach Lüneburg gekommen. Am Freitag stand er schon im SVG-Trikot in der Halle, am Samstag kam er am Ende der ersten beiden Sätze zu Kurzeinsätzen. “Es ist toll hier!”, fasst er die ersten Eindrücke bei der SVG zusammen. ”Jeder ist nett und super-freundlich. Sie haben mich echt gut aufgenommen. Die Arena ist wirklich cool – selbst wenn sie noch leer ist. Und das Team macht einen guten Eindruck. In manchen Momenten sieht es schon gut aus – das weckt Vorfreude auf die Saison!”
Die Treffen mit Groningen haben Tradition: Schon seit 2014 gibt es immer wieder Tests gegeneinander, 2022/23 gab’s zudem ein Aufeinandertreffen im CEV Cup. Nach einem wirtschaftlichen K.o. 2025 und einem Neuaufbau waren die Trainingsgäste schnell wieder in der Spur, wurden in der vergangenen Saison Meisterschafts-Vize und starten in der kommenden Saison im CEV Cup. Zudem kamen neben Ex-LüneHüne Gijs van Solkema auch aus der Bundesliga bekannte Gesichter zu einem Wiedersehen in die LKH Arena: Liam Kristjanson spielte in Freiburg (2024-2026), Isaiah Olfert bei den Netzhoppers KW (2025/26).
SVG (Fr.): Rein, Gruvaeus, Schoenherr, Homberger, Sani, Young – Goto; eingewechselt: Holdaway
SVG (Sa.): Holdaway, Rein, Gruvaeus, Young, Homberger, Sani – Goto; eingewechselt: Rogers, Schoenherr
(gm)
Fotos vom Freitag:









Fotos: SVG/Höfel