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Länderspiel: Diese Premiere war ein Hit!

6300 Volleyballfans von Länderspielen begeistert

Einmal ausverkauft, einmal fast: Mehr als 6300 Volleyballfans strömten an diesem Wochenende in die LKH Arena zu den Testspielen zwischen Deutschland und Belgien im Rahmen der WM-Vorbereitungen beider Teams. Und sie bekamen eine Menge geboten. Im offiziellen Länderspiel inklusive Streaming-Übertragung und Challenge-System am Sonnabend gab es einen 3:2-Erfolg für das deutsche Team nach einem 1:3 tags zuvor im öffentlichen Trainingsmatch.

Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft

Die Premiere eines offiziellen Länderspiels in Lüneburg bot alles was das Volleyball-Herz begehrt: hochklassigen Volleyball, Spannung bis zu letzten Ballwechsel und aus deutscher Sicht ein Happyend. Die 3200 Zuschauenden in der seit Monaten ausverkauften Halle waren aus dem Häuschen. Das war ein echter Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft ab 12. September auf den Philippinen.

Bundestrainer Michal Winiarski schickte Georg Grozer als Diagonalangreifer, Erik Röhrs und Tobias Brand im Außenangriff, Anton Brehme und Florian Krage im Mittelblock, Jan Zimmermann als Zuspieler sowie Libero Leonard Graven auf den Court. Und der unverwüstliche Grozer, 40 Jahre jung, war mal wieder „on fire“. Beim 7:4 ließ der Kapitän die Stimmung mit einem Ass hochkochen, schon sein 3. Punkt von 7 in diesem Satz. Beim 17:11 zog er das nächste Ass aus dem Ärmel. Und auch sonst lief es wie geschmiert mit druckvollem Service, Angriffen über die Außen und die Mitte und krachenden Blocks.

So konnte es eigentlich nicht weitergehen – und tatsächlich, Belgien mit seinem überragenden Italien-Profi Ferre Reggers (Mailand) wurde immer stärker, zog im 2. Satz auf 9:12 und 10:15 davon. Die Deutschen kamen vor allem durch Aufschlag-Joker Tim Peter wieder auf 16:18 heran (1 Ass), der Ex-LüneHüne Brehme servierte ein Ass, Grozer glich zum 23:23 aus. Doch der Gegner hatte knapp das bessere Ende für sich.

Ähnlich lief es in Durchgang 3. Belgien legte vor (8:12), der DVV kam wieder heran, Mathijs Desmet sorgte mit zwei Assen in Folge für den alten 4-Punkte-Abstand (12:16), wieder kam der DVV – auch durch Peters Aufschlag-Qualität – heran und glich sogar auf 22:22 aus, dann ließ Desmet das nächste Ass folgen und so war auch dieser Satz weg. Aber das Winiarski-Team, frenetisch unterstützt von den Fans, gab noch noch nicht geschlagen, auch nicht nach einem 6:9-Rückstand in Abschnitt 4.

Der Ex-Lüneburger Krage machte nun einige Punkte im Block und Schnellangriff in Serie und Grozer, etwas weniger ins Match einbezogen, meldete sich mit Nachdruck wieder an, war am Ende mit 25 Punkten Topscorer und MVP (Trainer-Wahl). Zudem hauten sich die Teams in diesem Satz die Asse um die Ohren. Lange lag Belgien immer mit einem Punkt vorne, kurz vor der Crunchtime wendete sich das Blatt: 19:18 durch Röhrs, das er abfeierte wie zu besten SVG-Seiten. Bei 24:22 jagte auch Peter nochmal ein Ass raus und Brehme sorgte mit einem Monsterblock gegen Reggers für den Tiebreak.

In dem schockte Reggers, mit 25 Punkten ebenfalls bester Scorer seines Teams und MVP, zunächst einmal mit 3 Hammern in Folge zum 2:3. Doch dann waren die Gastgeber dran: Ass von, zwei Blocks von Brand gegen Reggers, auf einmal stand es 8:4. Grozer, Brehme und Brand mit einem Ass genau ins äußerste Eck stellten auf 11:7, doch Belgien schlug zurück und glich nach einer der längsten Rallys zum 14:14 sogar nochmal aus. Grozer – wer sonst – nach Aufschlag von Peter band schließlich mit dem zweiten Matchball den Sack zu.

Die Fans feierten, und wie sie war SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg begeistert: „Unser langer Atem hat sich ausgezahlt, um ein Länderspiel nach Lüneburg zu holen. Es war auch viel Arbeit für alle damit verbunden, ab die hat sich absolut gelohnt. Wir sind als Volleyball-Standort auch für solche Spiele in ganz Deutschland angekommen.“

So spielte der DVV am Sonnabend: Grozer (25 Punkte), Röhrs (17), Brand (16), Brehme (11), Krage (8), Zimmermann – Graven; eingewechselt: Peter (2), Krick.

Spiel 1 tags zuvor noch holperig

Bereits tags zuvor hatten sich beide Teams vor 3107 Zuschauern in der LKH Arena gegenüber gestanden. Dabei bot der Bundestrainer eine komplett andere Starting Six mit Lokalmatator Theo Mohwinkel und Moritz Reichert im Außenangriff, Filip John auf Diagonal, Tobias Krick und Simon Torwie in der Mitte und dem 2. Zuspieler Eric Burggräf sowie Libero Graven auf. Die begannen auch gut (11:6), konnten dann aber dem immer stärker werdenden Aufschlagsdruck der „Red Dragons“ nicht standhalten (12:12, 13:17, 15:22).

Der starke Diagonale Reggers (16 Punkte) sorgte dann auch im 2. Satz maßgeblich und schnell für klare Verhältnisse, während sein Gegenpart John sich den Fuß vertrat und Mitte des Satzes für Grozer Platz machte. Er kam aber nicht so recht auf Touren (Erfolgsquote 39%), wie auch einige andere, denen die harten Trainingstage in Kienbaum doch anzumerken waren.

Bester DVV-Angreifer war Krick, nicht nur nach Punkten (65%), und ein Aktivposten bei der Verhinderung eines 0:3. Denn Durchgang 3 sicherten sich die Gastgeber am Ende knapp nach zwischendurch klarem Vorsprung. Und in Satz 4 war dann deutlich die Luft raus. Als MVP wurde am Ende aber der aufschlagstarke Mohwinkel ausgezeichnet, der vom Gegner am meisten in der Annahme beschäftigt wurde (50%-Quote). Belgiens MVP wurde Basil Dermaux, der 2. Diagonale, der ab Satz 3 für Reggers spielte und ebenfalls auf 16 Punkte kam.

So spielte der DVV am Freitag: Krick (13 Punkte), Reichert (10), Mohwinkel (7), Torwie (5), John (3), Burggräf (1) – Graven; eingewechselt: Grozer (8), Peter, Zimmermann, Röhrs, Brand (2).

Die Ex-LüneHünen Lukas Maase (verletzt) und Yann Böhme waren nicht mit dabei, Maase saß am Sonnabend immerhin in Zivil am Rand. Nach Lüneburg kamen zudem zwei langjährige Nationalspieler, die nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris zurücktraten: Lukas Kampa und Christian Fromm. Beide wurden in einem tollen Rahmen offiziell verabschiedet und für ihre langjährigen Karrieren im DVV-Trikot (242 Spiele Kampa, 234 Fromm) geehrt.

(hre)

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