
In Maaseik ist für SVG ein dickes Brett zu bohren
Die Belgier sind schon seit Wochen in Glanzform
Insgesamt 40 Pflichtspiele in nationalen und internationalen Wettbewerben haben sie in dieser Saison mit vielen englischen Wochen bereits bestritten. Doch die LüneHünen empfinden das keineswegs als lästige Pflicht, versprühen immer noch eine große Freude, dieses Programm noch möglichst lange durchzuziehen. Nun geht es mal wieder im CEV Cup weiter, im Halbfinal-Hinspiel wartet auf sie an diesem Mittwoch, 20.30 Uhr, in Belgien der VC Greenyard Maaseik. Das Match läuft im kostenpflichtigen Stream auf Sporteurope.tv (für Deutschland, kommentiert von Roman Gerth) und Eurovolley.tv.
Der Vorzeige-Club aus Flandern lechzt nach neuen Erfolgen, die angesichts der Dominanz des größten Landeskonkurrenten Roeselare seit fast einer Dekade lange zurückliegen. Der Dauerrivale war allein in den letzten fünf Jahren stets Meister, in den letzten drei Jahren sogar Double-Gewinner. Jetzt winkt Maaseik aber gleich mehrfach die Chance, neue Schlagzeilen zu schreiben: in Meisterschaft und Pokalfinale in Belgien, im gemeinsamen Spielbetrieb der je vier besten Teams aus Belgien und Holland, der BeNeConference – und eben im CEV Cup. Denn das Team um Ex-LüneHüne Antti Ronkainen ist bestens in Form.
Diagonaler Sil Meijs mit 35 Punkten
Und in der heimischen „Steengoed Arena“ hat Maaseik gerade einmal mehr seine Heimstärke unter Beweis gestellt, gewann am Wochenende in der BeNeConference 3:2 nach 0:2-Satzrückstand gegen Orion Stars Doetinchem, den aktuellen klaren Hauptrundensieger der holländischen Liga und Double-Gewinner der beiden letzten Jahre. Damit wurde Platz 2 gefestigt, hinter Roeselare. Einer trumpfte in diesem Match besonders auffällig auf: Diagonalangreifer Sil Meijs sammelte satte 35 Punkte (inklusive 3 Asse und 2 Blocks) bei einer Angriffsquote von 75 Prozent. Solche Werte sind für ihn keine Seltenheit, im Achtelfinal-Hinspiel bei Galatasaray Istanbul (3:2) kam er zum Beispiel auf 33 Punkte.
Der 23-jährige Niederländer mit ersten Einsätzen im Nationalteam im letzten Sommer (VNL und WM) – zweiter Mann hinter dem aus Giesen bekannten Michiel Ahyi – sammelte in der vorigen Saison schon Erfahrungen in Modena (Italien), auch wenn er nicht über Teil-Einsätze (21) hinauskam. Da ist für die LüneHünen in jedem Fall im Hinspiel ein dickes Brett zu bohren, denn auch der zweite Hauptangreifer kann zu ganz großer Form auflaufen: Außen Pierre Perin. Der 22-jährige belgische Nationalspieler gilt als eins der größten Talente des Landes, wurde schon 2024 von der Liga als „Rookie des Jahres“ ausgezeichnet.
Dazu weisen auch immer wieder die beiden Mittelblocker Sam Fafchamps und Gustavs Freimanis herausragende Angriffsquoten auf, am Wochenende gerade 73 bzw. 68 Prozent bei 15 bzw. 10 Punkten. Damit sie alle nicht wie gewohnt zum Zuge kommen können, müssen die LüneHünen den routinierten argentinischen Zuspieler Juan Ignacio Finoli gut „lesen“. Vor Ehrfurcht erstarren müssen sie aber nicht, haben ja mit Platz 1 nach der Bundesliga-Hauptrunde gerade einmal mehr gezeigt, welch herausragende Mannschaft sie sind. Eine, die auch ein enormes Selbstbewusstsein ausstrahlt.
Die wird in den nächsten Wochen jetzt wieder enorm gefordert, nachdem die letzten Gegner Karlsruhe, VCO Berlin und Dachau nicht aus dem obersten Regal waren. „Maaseik ist eine richtig gute Mannschaft und der Verein ist sehr professionell, da hat alles Hand und Fuß. Ein schöner Gegner“, will SVG-Chefcoach Stefan Hübner vorab nicht zu sehr ins Detail gehen. Einen Spieler stellt er aber dann doch heraus: Außenangreifer Pierre Perin. „Der hat eine sehr gute Schulter“, hat er beobachtet, als die belgische Nationalmannschaft im August 2025 in der LKH Arena gegen das DVV-Team spielte.
Maaseiks Weg ins Halbfinale: SCM Craiova/Rumänien 3:1 (H) – 2:3 (A), Tourcoing Lille/Frankreich 3:1 (H) – 2:3 (A), ON Hotels Alanya/Türkei 3:0 (A) – 3:1 (H), CEZ Karlovarsko/Tschechien 2:3 (A) – 3:1 (H), Galatasaray Istanbul 3:2 (A) – 3:1 (H), also durchweg Heimsiege. Dazu gab es international auch ausschließlich Heimsiege in der „BeNeConference“ (mit Hollands Spitzenteams) gegen Lycurgus Groningen 3:1, Simplex SSS Barneveld 3:0, Draisma Dynamo Apeldoorn 3:0 und Orion Stars Doetinchem 3:2.
Der Gesamtsieger trifft im Finale auf den Gewinner aus Gas Sales Bluenergy Piacenza (Italien) – ACH Volley Ljubljana (Slowenien).
(hre)