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Für die SVG geht doch immer wieder noch mehr …

Diese Bilanz schien nach Erfolgssaison zuvor kaum möglich

Neue Superlative bei der Entwicklung der SVG Lüneburg zu finden, ist nicht schwer – es geht einfach immer weiter. Das zeigt auch die Saisonbilanz 2025/26. Wie selbstverständlich und wie jedes Jahr steigerte sich die Mannschaft trotz radikalen Umbaus erneut, doch so selbstverständlich ist dieser Prozess keineswegs und deshalb umso mehr zu würdigen.

Was gab es nicht schon alles für unvergessliche Meilensteine. Fünf enge Playoff-Halbfinals im Kampf um die erste Endspiel-Teilnahme? Na klar. Golden Sets im Europapokal? Na klar. Ein Rekordsatz mit 48:50? Na klar. Alles passiert in den letzten Jahren. Aber was die LüneHünen in den zurückliegenden Monaten an Spannung erzeugten, toppte noch einmal alles. Ein erster Fingerzeig, dass es trotz nur drei verbliebener Spieler nach dem Umbruch wieder eine gute Saison werden könnte, war der Ligacup. Beim Vorbereitungsturnier mit den acht besten Bundesligisten der Vorsaison zog die SVG erstmals ins Endspiel ein. Sieger aber, wie immer: Berlin.

Siegeszug der neuen LüneHünen durch die Wettbewerbe

Der Serienmeister schwächelte danach jedoch, während die Mannen von Chefcoach Stefan Hübner einen Erfolgsweg starteten, inklusive eines 3:0 Mitte November in der Max-Schmeling-Halle. Und nach einer kurzen Unterbrechung, einem 0:3 in Düren, folgte die nächste Serie: Wettbewerbsübergreifend zehn Siege am Stück, inklusive Pokal-Halbfinale gegen Düren (3:0) und Champions-League-Auftakt gegen Lissabon (3:1). Erst Rzeszow setzte dem in der Königsklasse Anfang 2026 ein Ende. Januar und Februar brachten weitere Niederlagen gegen Zawiercie (zweimal), Rzeszow, Lissabon (1:3) und im Rückspiel gegen Berlin, die einzige Bundesliga-Niederlage in der Rückrunde (1:3).

Das 1:3 in Lissabon hatte besonders dramatische Züge, führte dazu, dass es danach mit den Portugiesen am letzten Gruppenspieltag der Champions League ein Foto-Finish um Platz 3 gab. Mit Happyend für die LüneHünen. Die durften im Fernduell schließlich als Dritter in den CEV Cup wechseln, bei Gleichstand nach Siegen (2), nach Punkten (6) und im Satzverhältnis (7:14). Die „kleinen Ballpunkte“ entschieden, also die in allen Gruppenspielen geholten Punkte pro Satz. Da hatte die SVG knapp die Nase vorn.

Die Europa-Reise führte im März und April über je zwei Siege in Poitiers (Frankreich) und Maaseik (Belgien) bis in die Endspiele gegen Piacenza (0:3, 0:3), nachdem die LüneHünen Ende Februar einen Traum wahr gemacht und mit einem 3:2 im DVV-Pokal gegen Friedrichshafen den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte geholt hatten. Ein erlösender Triumph, der das Selbstvertrauen weiter steigen ließ und neue Träume befeuerte. Denn in der Bundesliga hielt die Siegesserie an, die Hauptrunde wurde erstmals mit Platz 1 und der optimalen Startrampe in die Playoffs abgeschlossen.

Dort waren Herrsching im Viertel- und Düren im Halbfinale nur mäßig hohe Hürden in je zwei Spielen – Triple-Finalist war die SVG nun also, nach DVV-Pokal und CEV Cup. Der Siegeszug hatte Anfang Mai sogar Platz 1 auf der Club-Weltrangliste einer umfangreichen Datenbank – die renommierte „Volleybox“ – zur Folge, ein Ranking, ermittelt mit einem Punktesystem, das das Abschneiden in allen Wettbewerben je nach Bedeutung und je nach Wichtigkeit der jeweiligen Nation bewertet. Inzwischen hat aber Brasiliens Vizemeister Volei Renata die SVG auf Platz 2 verdrängt. Und einige Entscheidungen, wie das Final4 in der Champions League, stehen ja noch aus.

Für das Bundesliga-Finale standen dann scheinbar die Chancen gut wie nie. Cheftrainer Stefan Hübner blieb aber bei der um sich greifenden Euphorie vorsichtiger, wollte einfach besser abschneiden als im Jahr zuvor, als die SVG nur einen Satz in drei Matches der Finalserie gewonnen hatte. Berlin war wieder voll da, als es um alles ging, setzte sich dreimal mit 3:1 durch, nun aber reichte es immerhin in jedem Match zu einem Satzgewinn – besser abschneiden also gelungen, könnte man sagen. Ein bitteres Szenario war jedoch, dass der Rivale seine 10. Meisterschaft in Folge (und 16. insgesamt) ausgerechnet in der LKH-Arena, dem SVG-Wohnzimmer, feiern konnte.

Den Triple-Finalisten hat Konstanz ausgezeichnet

„Der Glaube an die Gruppe war von Anfang an sehr groß. Wir waren uns ziemlich sicher, dass das eine spielstarke Mannschaft werden kann – dass es dann so läuft, kann man natürlich nicht ahnen“, zog Hübner trotz des jähen Endes zufrieden Bilanz. „Wir waren breit aufgestellt, hatten keinen Superstar wie Berlin mit Hanes. Schade nur, dass Kapitän Jesse Elser aus wichtigen privaten Gründen am Schluss nicht mehr bei uns sein konnte. Und uns hat Konstanz ausgezeichnet, wir hatten wenig Formschwankungen. Kurz: Es war ein tolles Jahr.“ Wozu auch gehörte, dass der Zuschauerschnitt erstmals über die 3000er-Marke kletterte.

Die Neuen waren allesamt (!) Volltreffer, drei wurden sogar als Beste ihres Fachs geadelt. Bei einer vom Streaming-Sender Dyn durchgeführten Wahl unter allen Bundesligatrainern landeten Sho Takahashi (Liberos), Santeri Välimaa (Zuspieler) und Ethan Champlin (Außenangreifer) jeweils auf Platz 1. Takahashi wurde zudem – wie auch Ex-LüneHüne Florian Krage-Brewitz (Berlin) – als MVP der ganzen Bundesligasaison geehrt. Beide waren in den Matches jeweils siebenmal MVP geworden.

Zur Saisonbilanz gehört zudem, dass Stefan Hübner in einer Abstimmung des „Volleyball Magazins“ und des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) zum Trainer des Jahres 2025 gewählt wurde – wobei das formell für die Erfolge der Saison zuvor gilt und seine gesamte Arbeit in Lüneburg würdigt. Und bei all diesen Ehrungen ging fast unter, dass die SVG – ebenfalls für 2025 – von den Lesern der Landeszeitung zu Lüneburgs Mannschaft des Jahres gewählt wurde. Zu einer erfolgreichen Saison 2025/26 gehört letztlich auch die Ausrichtung zweier Länderspiele Deutschlands gegen Belgien in der LKH Arena durch die SVG.

In der Saison zuvor hatte die SVG 46 Pflichtspiele bestritten, das war schon Rekord. Nun wurden es 51 – zählt man noch aus der Vorbereitungszeit den Ligacup und ernsthafte Testspiele wie die Turnier-Teilnahme in Gorzow/Polen und bei dessen PlusLiga-Rivalen Olsztyn dazu, sind das schon fast 60. So ein Programm in nicht einmal ganz sieben Monaten kann man mit so einem Erfolg nur ohne größere Personalprobleme durchziehen. Shane Holdaway fiel ja bedauerlicherweise schon vor der Saison mit Achillessehnenriss aus, feierte aber sein Debüt noch am 10. März in Poitiers. Für Takahashi mussten, eine Besonderheit, wegen einer Verletzung die Außenangreifer Daniel Gruvaeus und Elser je einmal Libero spielen. Und am Schluss kam Jung-Libero Joris Backhaus als Außenangreifer zum Einsatz, weil auf dieser Position Not herrschte.

(Einsätze gesamt – Hauptrunde/Playoffs/DVV-Pokal/CL/CEV)

Backhaus, Joris 8 – 5/1/0/0/2

Byam, Christopher 39 – 23/4/3/3/6

Champlin, Ethan 44 – 21/7/4/6/6

Elser, Jesse 25 – 16/0/3/2/4

Enlund, Axel 43 – 22/6/4/5/6

Gruvaeus, Daniel 45 – 22/7/4/6/6

Holdaway, Shane 6 – /2/1/0/0/3

Howe, Jackson 44 – 21/7/4/6/6

Kunstmann, Joscha 34 – 22/2/2/6/2

Larsen, Axel 45 – 26/4/3/6/6

Laumann, Neo 21 – 15/1/2/0/3

Takahashi, Sho 49 – 26/7/4/6/6

Välimaa, Santeri 49 – 26/7/4/6/6

Young, Cole 32 – 17/7/2/1/5

(hre)