Es ist schon das letzte Bundesliga-Heimspiel in diesem Jahr, und es ist noch einmal ein absolutes Highlight. Die Volleyballer der SVG Lüneburg haben am morgigen Sonnabend (20 Uhr) mit dem TV Bühl einen der drei auch international spielenden deutschen Erstligisten zum Gegner. Die Süddeutschen bekamen am Dienstag im Achtelfinal-Hinspiel des CEV-Cups im französischen Toulouse mit einem 0:3 die Grenzen aufgezeigt. Umso mehr sind sie nun unter Druck, sich nicht auch noch von einem Aufsteiger düpieren zu lassen. Es sind sozusagen die „Europapokal-Wochen“ für die SVG:

Am vergangenen Sonnabend die Berlin Volleys, am Sonntag nächster Woche das Spiel in Friedrichshafen (beides Champions-League-Starter), dazwischen nun Bühl aus der Nähe von Baden-Baden, ein Team mit Stars aus neun Nationen, dazu einem argentinischen Trainer und Co-Trainer und einem mexikanischen Scout – so international war es in der Gellersenhalle noch nicht. Außenseiter ist die SVG da trotz der bisher reichen Punkteausbeute in jedem Fall, zumal sich nun die ersten personellen Probleme einstellen. So droht der in den letzten Wochen so konstant starke Scott Kevorken, den nach einem Sprung im Training Rückenschmerzen plagen, auszufallen. „Und einige andere Spieler kränkeln entsprechend der Jahreszeit“, berichtet Trainer Stefan Hübner, selbst heftig vergrippt. Mit seinem eigenen Erscheinen morgen rechnet der Coach, in Bezug auf seine Schützlinge bleibt er gelassen: „Mal sehen, wer sich spielfähig meldet – unser Kader ist groß und ausgeglichen genug. Ich bin ja froh, dass wir bisher von größeren Verletzungen verschont geblieben sind.“ Die Gäste hatten da im Saisonverlauf schon ein paar Sorgen mehr – und durch die internationalen Einsätze auch einige englische Wochen zusätzlich. „Ein Kraftproblem ist das nicht, da trainiert man eben weniger. Aber das ist natürlich dennoch eine Belastung“, weiß Hübner aus eigener Spieler-Erfahrung, zumal mit der Partie in Toulouse eine 15-stündige Busfahrt verbunden war. Außerdem urteilt er: „Die Berlin Volleys habeneinen doppelt gut besetzten Kader, Bühl nicht. Die haben sechs, sieben sehr starke Spieler, dahinter aber einen Qualitätsverlust.“ Der SVG-Trainer glaubt aber nicht, dass Bühl nach der 0:3-Abfuhr in Frankreich gefrustet nach Reppenstedt kommt: „Im Rückspiel können sie noch das Viertelfinale klarmachen. Für dieses Ziel wollen sie sich bei uns vorbereiten und einspielen.“ Was die SVG natürlich verhindern möchte.

Zukunft von Cloud and Heat Volley Dresden ungewiss

Überraschend hat die Spielbetriebs GmbH der Volleyballer von Cloud and Heat Dresden einen Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht Dresden gestellt. Auslöser ist dabei offensichtlich kein wirtschaftliches Missmanagement, sondern ein Machtkampf zwischen dem VC Dresden e.V. als Lizenzgeber und der Spielbetriebs GmbH als Lizenznehmer. So kündigte der VC Dresden den Lizenzvertrag mit der Spielbetriebs GmbH für die kommende Saison. Ein Schritt, der alle Sponsorenverträg ungültig werden ließ. Die Folge: Alle zukünftigen Sponsorenzahlungen sind zunächst gestoppt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Dresdner Volleyballer nicht mehr gegeben.

Die Dresdner sind Pokalgegner der SVG Lüneburg im Viertelfinale am kommenden Mittwoch, um 19:30 Uhr. „Wir gehen momentan davon aus, dass wir am Mittwoch in Dresden spielen werden und gestalten unsere Vorbereitung entsprechend. Ein Urteil der Situation steht uns auf Grund der spärlichen Informationen nicht zu, aber wir stehen in einem regen Kontakt mit der Volleyball Bundesliga. Im Sinne der Liga wäre es natürlich am besten, käme es zwischen dem VC Dresden e.V. und der Spielbetriebs GmbH zu einer raschen und gütlichen Einigung“, sagt SVG Sprecher Henrik Morgenstern.