Zuspieler Joe Worsley bewies im Pokalfinale gegen Ex-Verein Friedrichshafen wieder einmal seine Klasse, setzte auch den starken Mittelblocker Pearson Eshenko (r.) immer wieder hervorragend ein. Foto: WW

Es gibt für die LüneHünen noch mehr Medaillen zu gewinnen

SVG nach Pokal-Enttäuschung hoch motiviert in die Playoffs

Wie verarbeitet man eine sportliche Enttäuschung am besten? Eindeutige Antwort: durch neue Erfolge. Getreu dieser Maxime geht die SVG Lüneburg in die alles entscheidende Saisonphase. Und da soll das nun anstehende Playoff-Viertelfinale gegen die United Volleys Frankfurt noch nicht das Ende sein. Auftakt der „best-of-3“-Serie ist am Sonntag, 15 Uhr, auswärts in der Ballsporthalle (früher Fraport-Arena) im Stadtteil Höchst. Neben Silber in Mannheim gibt es schließlich noch mehr Medaillen zu holen.

Neue Personalsorgen vor dem Viertelfinale

In der vergangenen Saison waren die LüneHünen ebenfalls Fünfte und setzten sich im Viertelfinale gegen den Vierten (damals Herrsching) durch. In diesen Quervergleichen ist stets mehr drin als in den Spielen 3. gegen 6., 2. gegen 7. oder gar 1. gegen 8. Die Vorfreunde erhielt aber kurz vor dem Wochenende einen empfindlichen Dämpfer – eigentlich sogar mehrere. Denn Libero Tyler Koslowsky wird am Main nicht dabei sein, bei ihm wurde per PCR-Test eine Corona-Infektion nachgewiesen. Zudem zwickt Auke van de Kamp das Knie, und auch Arthur Nath hat sich eine noch nicht näher definierte Blessur zugezogen. Beider Einsatz ist fraglich.

Das sind neue Personalsorgen, die unmittelbar vor dem Pokalfinale ausgestanden schienen, zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt. So wird auch wieder, wie schon in Mannheim, Teammanager Matthias Pompe auf der Spielerliste stehen. Und das Trainerteam wird im ungünstigsten Fall, wenn gleich alle drei ausfallen sollten, enorm improvisieren müssen. „Das sorgt jetzt natürlich ein bisschen für Unruhe und beschäftigt mich derzeit mehr als der Gegner“, räumte Chefcoach Stefan Hübner ein. Dabei begann die Woche mit zwei freien Tagen nach Mannheim recht entspannt. Dann wurde das Endspiel auch noch einmal aufgearbeitet, jeder konnte auf einer Sitzung seinen Gedanken verbal freien Lauf lassen. „ich glaube, wir haben alles ganz gut verdaut“, sieht Hübner das Erlebte mental verarbeitet.

Doch auch Frankfurt hat so seine Probleme, nicht nur durch den aktuellen Ärger durch die Punktabzüge von der Liga wegen Verstößen im wirtschaftlichen Lizenzierungsverfahren (wir berichteten). Vor allem plagten United schon seit Saisonbeginn personelle Sorgen. Neuzugang Karli Allik fiel mit Kreuzbandriss schnell aus, später kamen weitere Langzeitblessuren hinzu. So zog sich Diagonalangreifer und Topscorer Daniel Malescha im CEV Cup Anfang Dezember eine Schultereckgelenk-Sprengung zu. Erst am 13. Februar gab er ein Kurz-Comeback in der Zwischenrunde und wurde seitdem bei weiteren Kurzeinsätzen langsam wieder herangeführt. Möglich, dass er nun erstmals wieder länger mitwirkt.

Frankfurt besonders heiß nach Problemsaison

Immerhin wurde er gut vertreten von Oldie Jochen Schöps – so gut, dass der 38-Jährige Gefallen daran fand, noch einmal ein Jahr zu verlängern. Langzeitverletzte sind auch Zuspieler Byron Keturakis und Außenangreifer Robin Baghdady. Hinzu kamen im Lauf der Wochen mehrere Coronafälle. Und Trainer Christophe Achten musste sich zwischendurch wegen einer Augen-Operation mehrere Wochen lang von seinem Assistenten Liam Sketcher vertreten lassen. In der Zwischenrunde konnte United dann nicht mehr an die gute Hauptrunde anknüpfen, blieb ohne Sieg. Das letzte Erfolgserlebnis datiert vom 22. Dezember: 3:0 gegen KW-Bestensee vier Tage nach einem 3:0 in der LKH Arena. Das Hinspiel in Frankfurt aber hatte die SVG 3:2 gewonnen.

Das Match ist zu sehen auf Twitch, im Kanal Spontent (www.twitch.tv/spontent) mit Vorberichterstattung ab 14 Uhr und ab 14.55 Uhr wird es auch auf www.sportdeutschland.tv/bouncehousetv gezeigt.

Im Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen kann das Match wieder ein Public Viewing verfolgt werden.

Zwei weitere Viertelfinals finden an diesem Wochenende statt: Friedrichshafen – Herrsching (Sbd., 20.00) und Berlin – Giesen (Stg., 17.30). Erst eine Woche später, am 20. März, ist der Auftakt für Düren – KW-Bestensee angesetzt, diese Serie wird dann innerhalb weniger Tage abgeschlossen: mit Match zwei am Donnerstag, 24., und einem eventuellen dritten Spiel am 27.

SVG-NEWS in Kürze

Für das zweite Viertelfinal-Match der „best-of-3“-Serie, das Heimspiel gegen Frankfurt am 19. März, 20 Uhr, sind inzwischen im Ticketportal auch Eintrittskarten erhältlich – eine gute Gelegenheit, die LüneHünen nach der großartigen Leistung im Pokalfinale noch einmal zu feiern, zumal in der LKH Arena mittlerweile mehr als 1600 Zuschauer zugelassen sind und somit die Platzauswahl viel größer ist. Wichtig auch: Das Spiel ist eine Folgeveranstaltung für das am 26. Februar ausgefallene Spiel gegen Giesen, die damals gekauften Tickets haben weiter Gültigkeit. Und die Einlass-Bedingungen sind inzwischen auch erleichtert. Es handelt sich um eine 3G-Veranstaltung, also geimpft, genesen oder frisch getestet (Schnelltest, max. 24 Stunden oder PCR-Test, max. 48 Stunden alt). Zudem besteht eine FFP-2-Maskenpflicht nur noch auf dem Gelände und beim Einlass, aber nicht mehr am Sitzplatz. Die Tickets sind mit einem Klick hier erhältlich: https://tickets.svg-lueneburg.de/produkte/44070-tickets-heimspiel-svg-lueneburg-united-volleys-frankfurt-lkh-arena-lueneburg-am-19-03-2022

Das angesetzte Heimspiel für die Männer der SVG Lüneburg II in der Aufstiegsrunde der Regionalliga Nordwest an diesem Sonnabend gegen Vechelde findet wegen zu vieler Coronafälle beim Gegner zu einem späteren Zeitpunkt, wahrscheinlich im April, statt.

NEWS aus der Liga

Marcin Ernastowicz, seit 2020 polnischer Außenangreifer der powervolleys Düren, hat seinen Vertrag um 2 Jahre verlängert. Auch Mittelblocker und Kapitän Michael Andrei (36) bleibt, hat zunächst um ein Jahr – mit Option auf ein weiteres Jahr – verlängert.

Außenangreifer Patrick Rupprecht (18) bleibt beim TSV Haching München. Der Junioren-Nationalspieler, der derzeit dem Drittligisten ASV Dachau hilft, in die 2. Liga aufzusteigen, kehrt nach seiner Vertragsverlängerung dann nach Unterhaching zurück.

Mittelblocker Jean-Philippe Sol wechselt per sofort von den Giesen Grizzlys in seine französische Heimat zu St. Nazaire VBA, um dem Club noch beim Aufstieg in die 1. Liga zu helfen. Die Franzosen zogen dabei eine sogenannte „medical card“, die in manchen Ländern außerhalb des Transferfensters einen Wechsel möglich macht, wenn ein verletzter Spieler ersetzt werden soll.

NEWS aus der Szene

Die ohnehin schon schwere Aufgabe im Viertelfinale der Champions League ist für die Berlin Volleys noch schwerer geworden: Das Hinspiel bei Itas Trentino verloren sie 0:3 (25:27, 19:25, 22:25) und setzen ihre ganzen Hoffnungen nun auf einen Hexenkessel in der Max-Schmeling-Halle beim Rückspiel am kommenden Mittwoch. Der Vorjahresfinalist aus Italien hatte seine stärksten Kräfte in Jungstar Allesandro Michieletto (13 Punkte), Srecko Lisinac und Matey Kaziyski (je 11). Bei Berlin überragte Jeff Jendryk (11 Punkte bei 88% Erfolgsquote), Ruben Schott (10) und Zuspieler Sergey Grankin. Einen überraschend klaren Auswärtssieg landete Jastrzebski Wegiel mit 3:0 (25:23, 25:22, 25:19) bei Cucine Lube Civitanova.

Der Weltverband FIVB hat Russland die Austragung der Weltmeisterschaft der Männer vom 26. August bis 11. September 2022 entzogen. Zuvor hatte u.a. der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) beschlossen und verkündet, die Titelkämpfe wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine zu boykottieren, wenn sie nicht in ein anderes Land verlegt werden. Zudem hat der europäische Verband CEV beschlossen, alle russischen und belarussischen Vereine sowie die Nationalteams von europäischen Wettkämpfen – auch im Beachbereich – auszuschließen.

Für die von allen Wettbewerben ausgeschlossene Nationalmannschaft Russlands ist in der Nations League der Männer der elfmalige Afrikameister Tunesien von der FIVB zu seiner erstmaligen Teilnahme eingeladen worden.

Partizan Belgrad ist in Serbien Pokalsieger der Männer – zum 8. Mal nun durch ein 3:1 gegen Mladi Radnik. Titelverteidiger Ribnica Kraljevo, CEV-Cup-Gegner der SVG Lüneburg im vergangenen Herbst, war im Viertelfinale ausgeschieden.

Das Corona bedingt am 6. März ausgefallene Frauen-Finale im DVV-Pokal zwischen dem MTV Stuttgart und dem Dresdner SC wird am 20. März, 19.15 Uhr, in Wiesbaden nachgeholt und im Free-TV auf Sport1 übertragen.

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