
Erster Saison-Vorgeschmack
LüneHünen reisen zu Turnier auf Mallorca
Es sind mehr als zwei hochkarätige Testspiele, die die LüneHünen am kommenden Wochenende im Plan haben. Für den SVG-Tross geht es am Freitagmorgen nach Mallorca. Auf der Sonneninsel, auf der es aktuell noch um die 30 Grad warm ist, erwartet das Team jedoch kein Erholungsprogramm, sondern ein voller Fokus auf die Saison. In Spielen gegen Gastgeber CV Manacor (Freitag, 19 Uhr) und Greenyard Maaseik (Sonntag, 12 Uhr) können sich die LüneHünen mit zwei starken europäischen Teams messen.
Zum ersten Mal zwei Test-Turniere im Ausland
“Es ist jetzt das erste Mal, dass wir eine Vorbereitung mit zwei Turnieren im Ausland haben. Das ist etwas Neues für uns”, betont Bernd Schlesinger die Bedeutung der Doppel-Reise – denn im Oktober geht’s zu einem weiteren hochkarätigen Turnier auf Sardinien. “Das sind zwei sehr attraktive Ziele, vor allem auch sportlich”, ordnet der Co-Trainer und Sportliche Leiter ein.
Aktuell steht für das SVG-Team vor allem eines an: “Abstimmung, Abstimmung, Abstimmung, Abstimmung”, macht Schlesinger klar. “Und natürlich Wettkampf auf hohem Niveau. So, dass jeder Spieler auch merkt, dass er immer hellwach sein muss, dass er bereit sein muss, dass die Schnellangreifer sich immer anbieten müssen und so weiter. Also alle diese Dinge, die, wenn man isoliert Techniken trainiert, hier einfach nicht vorkommen.”
Die Vorfreude auf den Besuch der beiden Champions-League-Klubs ist beim Ausrichter groß: “Das wohl das beste Volleyballturnier, das wir auf den Balearen sehen können”, preist Manacor das Turnier.
Die Gastgeber von der Balearen-Insel kommen wie die LüneHünen aus einer historischen Saison: Im Frühjahr holte der CV Manacor zum ersten Mal die Copa del Rey, den spanischen Pokal. 2018 war der Klub in die spanische Superliga aufgestiegen, war in der vergangenen Saison Vierter im Oberhaus. Da sammelte das Team des neuen argentinischen Coaches Juan Méndez (in der vergangenen Saison Co-Trainer in Częstochowa) bereits internationale Erfahrung im CEV Challenge Cup. In der kommenden Saison soll es weiter nach vorn gehen. Manacor wird im CEV Cup starten. Und das mit einem prominenten Zugang: Tobias Krick. Der deutsche Mittelblocker, bis 2025 bei den Berlin Recycling Volleys und zuletzt in Griechenland, wird wenige Tage nach dem EM-Aus mit dem DVV vielleicht noch nicht auf dem Feld stehen, sich das Turnier vor der eigenen Haustür – oft grüßt er als Wahl-Mallorqiner auf Social Media – aber bestimmt nicht entgehen lassen.
Wie Krick aus Griechenland wechselte Stefan Thiel auf die Insel. Der gebürtige Hesse spielte für Giesen und Bühl in der Bundesliga, beim VfB Friedrichshafen (2021/22) war er zweiter Zuspieler. Ein weiterer Akteur mit internationaler Erfahrung ist Marc Alomar Sanchez. Der Außenangreifer spielte mit dem spanischen Nationalteam in der European League.
Sonntag-Gegner Maaseik ist für die SVG ein bekanntes Gegenüber: In der vergangenen Saison waren die Belgier die Hürde auf dem Weg ins CEV-Cup-Finale, die die SVG mit zwei Siegen (3:1, 3:2) meisterte. Beim Team, bei dem Ex-LüneHüne Antti Ronkainen seinen Vertrag bis 2027 verlängert hat, hat Uģis Krastiņš die Nachfolge von Paweł Woicki als Chefcoach angetreten, der sein Amt vor vier Wochen aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Der Lette Krastiņš war zuletzt zehn Jahre Chefcoach bei Barkom-Każany Lwów – und feiert damit wohl ein Wiedersehen mit Santeri Välimaa, der 2024/25 für den ukrainischen Klub in der polnischen PlusLiga spielte. Der finnische Zuspieler wird – je nach Ausgang des EM-Spieles gegen Italien (Mittwoch, 21:05 Uhr) – voraussichtlich zum Turnier zum SVG-Team stoßen.
Auf Maaseik-Seite wird unter anderem interessant, wie sich die Zugänge Gabrijel Cvanciger (Diagonal, zuletzt bei Champions-League-Sieger Sir Sicoma Monini Perugia) und Tieme De Jong (zuletzt mit Lycurgus Groningen im CEV Cup, 2024/25 bei Haching München in der Bundesliga) präsentieren. Allerdings zählen auch bei den Belgiern noch Akteure zu Nationalteams, könnten die Vorbereitungstests noch verpassen.
Wichtig fürs SVG-Team: Abstimmung, Spielpraxis – und Zeit zusammen
Für die LüneHünen geht es vor allem um Spielpraxis im dann quasi kompletten Team. “Wir sind bis zum Wochenende immer nur mit maximal neun Leuten im Training gewesen, das ist schon sehr schwierig”, fasst Bernd Schlesinger die vergangenen Wochen zusammen. Mehrere LüneHünen hatten aufgrund von Spielen bei Kontinentalturnieren noch gefehlt.. “Man sieht es auch in den Trainingsspielen, dass uns die Einheiten 6 gegen 6 einfach fehlen. Da passt es an vielen Stellen noch nicht mit der Abstimmung, ob das jetzt Blockabwehr ist, ob das das Zusammenspiel im Sideout ist zwischen Zuspieler und Angreifer. Dieses Wochenende auf Mallorca werden wir dazu nutzen, um das nachzuholen”, nennt der Co-Trainer eines der zentralen Ziele.
Dass die beiden Gegner-Teams womöglich schon eingespielter sind, sieht Schlesinger als Herausforderung: “Ich finde das immer gut, wenn man auf hohem bis sehr hohem Niveau trainiert. Dann sind die Spieler gefordert. Es ist immer gut, dass die Anforderungen im Wettkampf immer einen Tick höher sind, damit man auch gefordert ist. Wir haben ja nicht mehr so viel Zeit bis zum ersten Pflichtspiel. Daher bin ich jetzt froh, dass richtig Gas gegeben wird.”
Neben der sportlichen Entwicklung ist die gemeinsame Reise aber auch für den Teamgeist von Vorteil: “Das ist superwichtig. Und gerade bei einer Mannschaft, die jetzt wieder zum großen Teil neu zusammengestellt ist, bringt so eine Reise über drei, vier Tage, auf der man 24 Stunden am Tag zusammen ist, unwahrscheinlich viel. In Sardinien haben wir nochmal dasselbe und dann nochmal beim Liga-Cup – da werden wir sehr schnell zu einer Einheit zusammenkommen”, ist Schlesinger überzeugt.
Wer am Wochenende bei den Spielen im Sportzentrum Poliesportiu Miquel Angel Nadal in Manacor spontan dabei sein will – hier gibt’s Tickets.