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Erst volle Packung Playoff-Dramatik – dann: Finale! 

SVG gewinnt Halbfinalschlacht in Düren mit 3:1

Das war ein echter Playoff-Krimi und nichts für schwache Nerven: Im zweiten Spiel der Halbfinalserie setzte sich die SVG Lüneburg bei den SWD powervolleys Düren mit 3:1 (25:20, 26:24, 22:25, 27:25) durch. Mit dem zweiten Erfolg in der Best-of-three-Serie sicherten sich die LüneHünen zum zweiten Mal in Folge den Einzug ins Finale um den Meistertitel. Der Ticket-Vorverkauf für die Finalserie gegen den Sieger des Halbfinales Berlin/Friedrichshafen läuft bereits im Ticket-Onlineshop.

Wie schon mehrfach in dieser Saison lieferten sich die Teams ein intensives Duell. Nach der 2:0-Satzführung der SVG kam Düren zurück, bot den Gästen ebenso deutlich Paroli wie beim 3:0-Heimsieg in der Hauptrunde.

„Riesen-Respekt an Düren! Sie haben Herz und Einsatz gezeigt“, zollte Chefcoach Stefan Hübner den Gastgebern Anerkennung. „Trotz zwei verletzten Außenangreifern genau in dieser Phase haben sie nochmal ein richtig gutes Spiel gemacht. Uns hat zeitweise der Druck im Aufschlag gefehlt, dann sind wir hinterhergerannt.“

Düren weiter geschwächt, SVG legt stark los

Die SVG war mit der gleichen Starting Six wie beim Auftaktduell ins Spiel gegangen. Die Dürener Hoffnung auf ein Comeback des wichtigen Außen Robin Baghdady erfüllte sich nicht. Vor 2200 Zuschauern in der ausverkauften Arena Kreis Düren, darunter einem lautstarken SVG-Fanblock, legten die Lüneburger mit viel Druck los (3:0). Mit guten Aktionen, etwa einem fast schon lässigen Ball von Ethan Champlin hinter den Block, bauten die Gäste ihre Führung aus (8:3). 

Düren kam nach einer zweiten Auszeit noch einmal gefährlich heran (13:12) und war spürbar besser im Spiel – aber die SVG zog gleich wieder an. Zum Auftakt in die Crunchtime (20:16) wechselte Düren den Zuspieler, Pernus kam für Berkhout. Die SVG ließ sich den Satzsieg aber nicht mehr nehmen. Ein Aufschlagfehler von Jordan Canham stellte auf 1:0. Vor allem im Angriff hatte die SVG klare Vorteile, lag mit einer Quote von 67:37 Prozent deutlich vorn.

Der zweite Satz startete umkämpfter. Absetzversuche der SVG (3:2, 6:4, 8:6) beantwortete Düren umgehend mit dem Ausgleich, holte sich dann die erste Führung im Spiel (8:10). “We have to reset!”, appellierte Stefan Hübner in einer Auszeit an sein Team. Doch Düren war jetzt im Flow, fand im Angriff immer wieder gute Lösungen, wie Petteri Tyynismaas wuchtiger Angriff zum Block-Aus (10:12). Auch Jordan Canham, im ersten Satz noch fast wirkungslos, war nun gut im Spiel, das erneut zum engen Schlagabtausch wurde (14:15, 17:17). 

Der wurde in der Crunchtime so richtig intensiv. Düren schien bei Ryan Pools Ass (20:21) das Momentum geholt zu haben (nach 20:19), behielt zunächst die Führung. Doch die SVG kam zurück, holte in wichtigen Momenten zwei Challenge-Gewinne (22:22, 24:23). Ethan Champlin drückte dem Satzende schließlich den Stempel auf. Der Außenangreifer punkte erst mit einem Angriff auf Canhams Block-Arm (25:24), sorgte dann mit dem Ass zum Satzgewinn für einen weiteren Highlight-Moment.

Düren kommt eindrucksvoll zurück – die SVG behält die Nerven

Im dritten Satz eroberte Düren nach ausgeglichenem Start die Führung – und gab sie auch nicht mehr her. Die SVG hielt den Druck aber aufrecht, blieb den Hausherren lange in Schlagdistanz im Nacken (9:11, 15:16). Zur Crunchtime schien Düren mit Kyle Paulsons Angriff (18:22) und einem Ass von Siebe Korenblek Wirkungstreffer gelandet zu haben, holte sich fünf Satzbälle (19:24). Doch die LüneHünen machten es nochmal spannend, kamen mit einem Angriff von Enlund und einer gewonnenen Blocktouch-Challenge heran (22:24). Eine Dürener Auszeit unterbrach den Lauf der Gäste, einen Canham-Angriff bekam die SVG-Abwehr nicht mehr unter Kontrolle (22:25).

Düren nahm den Schwung mit in den vierten Satz, legte vor euphorischer Kulisse fast schon dominant los (0:3). Nach dem Monsterblock von Korenblek gegen Daniel Gruvaeus (2:7) nahm Hübner bereits die zweite Auszeit. Dürens Mittelblocker hatte die SVG intensiv gefordert, hatte zum Block-Aus gegen Howe geknallt und auch Champlin zum Abwehrfehler gezwungen.

Nach der Auszeit fing sich die SVG zunächst, ein Monsterblock von Howe gegen Korenblek schien ein wichtiger Moment (4:7). Doch Düren hatte weiter einen Lauf – und auch Glück bei knappen Rettungsaktionen in Rallys. Der SVG-Rückstand wuchs auf sechs Punkte (6:12). Hübner setzte einen neuen Impuls, brachte im Außenangriff Axel Larsen für Daniel Gruvaeus. Das Lüneburger Pendel schwang nun von Aufholjagd (11:14) zu erneut deutlichem Rückstand (12:17, 14:19). Düren punktete  phasenweise aus fast jeder Situation – lediglich durch Aufschlagfehler brachten sich die Hausherren aus dem Rhythmus (26 waren es am Spielende, die SVG kam auf 22). Das nutzte die SVG, feierte in der Crunchtime ein Comeback: Aus einem 17:20-Rückstand machten die LüneHünen eine 23:22-Führung, unter anderem befeuert von guten Larsen-Aufschlägen samt einem Ass. 

Die Crunchtime-Dramatik wurde nach mehr als zwei Stunden Spielzeit noch intensiver: Erst Satzbälle für Düren (23:24, 24:25), dann SVG-Matchball (26:25) sowie Hektik auf und neben dem Feld: Nach einem Duell von Champlin und Canham am Netz gab’s erst den Punkt für Düren, dann prüfte das Referee-Duo lange, ließ den Punkt schließlich wiederholen. Die lange Unterbrechung schien einen nicht zu stören: Axel Enlund. Der schwedische Youngster ging erneut zur Aufschlaglinie – und ließ nach Goochs Annahmefehler Teamkollegen und Fans über Ass, Sieg und den Finaleinzug jubeln (27:25).

„Axel Larsen hat es gut gemacht, Axel Enlund hat Super-Nerven bewiesen“, freute sich auch Coach Hübner über die Schlussphase des Spiels und den Final-Moment. „So ein Aufschlag … sowas brauchst Du, solchen Mut, solche Leute.“

Matchpoint-Winner Enlund wurde als MVP geehrt, kam auch auf eine starke Punkteausbeute (19). Die wurde von Ethan Champlin noch übertroffen, der mit 22 Punkten Topscorer war. Die beste Bilanz auf Dürener Seite holte Ryan Poole (19).

„Wir genießen den Moment. Die Jungs wissen es wertzuschätzen und wissen, dass das etwas Besonderes ist“, betonte Stefan Hübner am Abend nach dem Spiel und dem Einzug ins dritte Finale der Saison. „Sie wollen noch etwas erreichen, das spürt man. Hier sitzt niemand auf gepackten Koffern. Alle haben Bock aufs Finale, wollen das zu Ende bringen. Der Fokus geht nach vorn.“.

SVG: Young, Välimaa, Gruvaeus, Howe, Enlund, Champlin – Takahashi; eingewechselt: Larsen

(gm)

Weitere Stimmen zum Spiel:

Christophe Achten (Chefcoach SWD powervolleys Düren): “Es ist schade. Meine Mannschaft hat alles gemacht, was wir im Moment können. In den letzten zwei Wochen haben wir so sehr gearbeitet, um spielfähig zu sein, zu kämpfen. Ich kann nur stolz sein auf die Mannschaft. Wir haben alles reingelegt, verdienen eigentlich einen fünften Satz. Gegen Lüneburg brauchst Du einfach alles: Glück, Du musst gut spielen, …”

Axel Enlund (SVG Lüneburg): “Wir haben im Training öfter das Selbstvertrauen in der Crunchtime gesprochen. Mein Ass? Volle Power – das hat diesmal geklappt. Wir haben aber auch einige Fehler gemacht, es war ein schwieriges Spiel. Wir müssen uns selbst vertrauen, dass wir auch in solchen Situation zurückkommen können.”