Vorzeitige Vetragsverlängerung bis 2023- Bernd Schlesinger schließt sich an

Was für ein Zeichen weit über die Region hinaus, ein Zeichen an die Bundesliga-Konkurrenz und auch international: Volleyball-Erstligist SVG Lüneburg und Cheftrainer Stefan Hübner dehnen ihre Zusammenarbeit vorzeitig bis 2023 aus. Der noch eine Saison laufende aktuelle Kontrakt wurde jetzt langfristig verlängert. Längst hatte die noch junge, aber schon erfolgreiche Trainerkarriere nämlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt, bekam der 42-Jährige immer wieder Anfragen.
Auch der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger band sich prompt ebenso lange an die SVG. Der 59-Jährige, auch Co-Trainer, ist bereits seit Januar 2011 im Verein. Seit Hübners Einstieg 2014 arbeiten beide als ein Duo zusammen, zwischen das kein Blatt Papier passt. Zudem gibt es erstmals nach einer Saison keinerlei Änderungen im Staff, der bleibt komplett zusammen.
„Das ist hier ein perfektes Umfeld für mich, und wir sind noch längst nicht am Ende“, begründete Hübner die dauerhafte Weichenstellung, „deshalb musste ich auch gar nicht lange nachdenken. Mich reizt nach wie vor das Gesamtpaket, und ich spüre bei allen den Drive, noch mehr erreichen zu wollen. Dazu braucht man auch Geduld – besonders gute Sachen brauchen etwas länger. Dabei ist jeder Baustein in der SVG-Familie wichtig, das ist es, was die SVG ausmacht. Und das ist mir wichtig“, verwies er darauf, dass es keinerlei Abnutzungserscheinungen in der Zusammenarbeit gibt, weder beim Trainer selbst, noch zur Mannschaft, zum Team ums Team herum oder zu SVG-Macher Andreas Bahlburg.
So war nur die familiäre Komponente noch zu klären. Da auch Hübners Frau Angelina wie auch die beiden kleinen Söhne längst in Lüneburg heimisch geworden sind, war er sich mit Bahlburg „ziemlich schnell einig, auch wenn es immer wieder – durchaus auch interessante – Anfragen gab“. Schließlich wird es für die Hübners wohl auch Zeit, sesshaft zu werden. Denn sie sind in ihren Karrieren viel in der Welt herumgekommen. Er spielte unter anderem neun Jahre in Italien, sie war – unter ihrem Mädchennamen Grün – zum Beispiel in Italien, der Türkei, Russland und Aserbeidschan zehn Jahre lang aktiv.
Auch für Schlesinger „war es ein Leichtes zu sagen, dass es noch lange weiter geht“. Er freut sich auf die nächsten Jahre, „nachdem die Zeit bis jetzt im Rückblick schon eine tolle Sache ist“. Und Bahlburg strahlte: „Ich bin stolz wie Bolle, stolz, dass die Beiden das Projekt weiter mit gestalten wollen. Das ist ein klares Bekenntnis auch an andere Vereine: Ihr braucht es bei den Beiden gar nicht zu versuchen.“
Hübners neuer Vertrag enthält auch die Klausel, dass er jeweils in der Sommerpause – wenn die Bundesliga pausiert – eine Nebentätigkeit ausüben darf, sofern sie sein Arbeitsverhältnis bei der SVG nicht beeinträchtigt. Im Sommer 2017 weilte er schon einmal für vier Wochen als Spezialcoach für die Mittelblocker im Trainingslager der australischen Nationalmannschaft, als die sich in Polen auf die WM-Qualifikation vorbereitete. Ähnliche, begrenzte Engagements könnte er sich auch künftig vorstellen – eine reine Formalie. Etwas Konkretes gibt es derzeit nicht.
Bei Ende des jetzigen Kontraktes 2023 gehört Hübner dann nach neun Jahren zur Gilde der Langzeit-Trainer. Im Volleyball ist das nichts Ungewöhnliches. Beispiele aus der Bundesliga sind Ruben Wolochin (Bühl seit 2011), Mirko Culic (KW-Bestensee seit 2008), Max Hauser (Herrsching seit 2008) und Hans Peter Müller-Angstenberger (Rottenburg seit 2002) – ganz zu schweigen von Stelian Moculesecu, der von 1997 bis 2016 den VfB Friedrichshafen prägte.
Zu gesamten an Bord bleibenden SVG-Staff zählen neben dem 1. Co-Trainer Eugenio Dolfo sowie Scout, Statistiker und Co-Trainer Malte Stolley das Physiotherapeuten-Duo Thomas Kuke und Michaela Möller sowie die Ärzte Dr. Thomas Buller und Dr. Andreas Luedtke, von denen laut Vorschrift bei Heimspielen immer einer anwesend sein muss. Bei Auswärtsspielen stehen zudem bei Bedarf Sönke Hinz als Co-Trainer sowie die Physios Hans Joseph Groth und Ulf Nitschke zur Verfügung.