Drittes Spiel gegen Frankfurt wieder ein Krimi

– Nun ab Mittwoch gegen Friedrichshafen

 

Auf zum Bodensee: Als „wunderbare Reise“ hatte Trainer Stefan Hübner diese außergewöhnliche Saison mit vielen Bestmarken in der Vereinsgeschichte schon vor Wochen bezeichnet – diese wunderbare Reise der LüneHünen geht nun noch weiter. Die SVG Lüneburg steht im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft und trifft dort in den Playoffs der besten vier deutschen Teams schon ab diesem Mittwoch (20 Uhr) auf den VfB Friedrichshafen. Das erste Heimspiel der Serie „best of 5“ folgt am kommenden Sonnabend, 13. April, in der CU Arena Hamburg-Neugraben. Tickets gibt es ab sofort online bei Ticketmaster sowie auf der SVG-Geschäftsstelle.

Im 3. Viertelfinale fügten die LüneHünen ihrer langen Reihe denkwürdiger Spiele ein neues Match hinzu. 3:2 (20:25, 25:14, 25:22, 31:33, 15:10) hieß es nach 133 Minuten gegen die United Volleys Frankfurt. 1300 Fans in der Hamburger CU Arena waren aus dem Häuschen und feierten ihre Helden noch lange. 3:2 -aber für Frankfurt – war auch das zweite Match am Mittwoch ausgegangen, nachdem die SVG schon 2:0 geführt und auch den ersten Vergleich gewonnen hatte.

 

Starke Mrdak und Fragkos

reichen United nicht

„Do or die“ hieß es also dieses Mal für beide Teams und United musste dabei verkraften, dass mit Außenangreifer Moritz Karlitzek wegen gebrochenem Daumen ein wichtiger Spieler fehlte. Aber dafür trumpften wieder wie am Mittwoch der Diagonale Milija Mrdak (33 Punkte) und Außenangreifer Andreas Fragkos (20) groß auf, gut in Szene gesetzt von Zuspieler Maksim Buculjevic. Mrdak wurde später auch als Bester seiner Mannschaft ausgezeichnet.

Und die Gäste schlossen da an, wo sie am Mittwoch aufgehört hatten, begannen selbstbewusst mit druckvollem Aufschlag, starkem Block und guten Angriffen. Zur ersten technischen Auszeit führten sie 8:6, beim zweiten Break lag die SVG 16:15 vorn. Aber aus einem 17:16 machte United dann ein 17:20 und baute diese Führung dann noch aus.

Durchgang zwei nahm dann aber einen völlig anderen Verlauf. Wie aus einem Guss spielte das Hübner-Team plötzlich auf, als Initialzündung wirkten Punkte von Ryan Sclater zum 3:3, 4:3, 5:3 und 6:4 allein bis zur ersten technischen Auszeit (8:5). Zudem war Michel Schlien nun auf Betriebstemperatur mit 5 Punkten, und an seiner Seite fand im Mittelblock der für Noah Baxpöhler eingewechselte Florian Krage sofort ins Spiel und ließ den SVG-Block zu einer Mauer werden.

Satte 5 direkte Punkte machte er dort noch mit Abwehraktionen, verwandelte zudem 9 seiner 11 Angriffe (82%) und war später einfach nur happy: „Ich habe einen guten Tag erwischt, unsere Annahme war aber auch klasse. Ich freue mich, dass ich auch mal Verantwortung übernehmen durfte, von draußen zuzuschauen ist schon recht schwer. Und ich bin froh, dass ich helfen konnte.“ Und wie der 22-Jährige das konnte, gegen ihn fand Frankfurt kein Mittel, vor allem, wenn Zuspieler Adam Schriemer sich für das erste Tempo entschied. So wurde auch Schlien nun wirkungsvoll eingesetzt, und so war der zweite Satz nach nur 24 Minuten klar entschieden.

 

Das erste Tempo als

höchst wirksames Mittel

Im dritten Abschnitt erwischte die SVG wieder einen Fehlstart, lag schnell 1:5 hinten und lief diesem Rückstand lange hinterher (5:8, 13:16). Die Wende kam spät: von 15:17 stellten Sclater & Co. auf 18:17, hin und her ging es nun, ehe Sclater mit zwei Punkten und der immer besser werdende Ray Szeto mit dem Satzball die Fans jubeln ließen. Szeto wurde noch zweitbester Scorer (17 Punkte) hinter Sclater (29) und überzeugte auch in der Annahme (56%) wie auch Cody Kessel (60%) und vor allem Libero Tyler Koslowsky (62% positive Annahme, 48% sogar perfekt). „T.K.“ wurde schließlich auch MVP.

 

Auch in Satz vier hatten die Gäste den besseren Start (5:1), mussten aber die SVG dieses Mal schnell wieder herankommen lassen auf 7:8, machten daraus aber ein 7:10. Doch die LüneHünen ließen sich nicht entmutigen. Punkte von Krage zum 13:13 und 14:14 machten alles wieder offen, vor allem aber bekam Sclater nun einen Lauf: 11 Punkte in diesem Durchgang. Weil auf der Gegenseite auch Mrdak und Fragkos zuverlässig zuschlugen, blieb es nicht nur bis zum Ende offen sondern entwickelte sich die Verlängerung zum Krimi. Vier Matchbälle vergab die SVG, Frankfurt erzwang mit dem sechsten Satzball zum 33:31 den Tiebreak.

 

Immer wieder wichtige

Punkte von Florian Krage

Befürchtungen, dass die LüneHünen nach diesem moralischen Tiefschlag nun einbrechen könnten, erwiesen sich schnell als grundlos. Wieder spielte dabei Krage eine wichtige Rolle, zwei Punkte steuerte er zur 4:1-Führung bei, auch das 7:3 ging auf sein Konto und einen Aufschlag mit Wirkung nutzte Schlien zum 8:3 beim letzten Seitenwechsel. Diesen Vorsprung ließen sich die SVG und die längst stehend feiernden Fans nicht mehr nehmen, und Sclater war es vorbehalten, den Matchball zu verwandeln.

„Bis auf das Angriffsspiel haben wir alle anderen Dinge gut gemacht“, hatte Trainer Hübner nur wenig auszusetzen, lobte aber vor allem die Einstellung: „Wir haben eine hervorragende Stimmung im Team, das macht in dieser physisch anstrengenden Saisonphase einiges leichter. Jetzt kommt viel darauf an, ob man mit den Gedanken schon in der Heimat ist oder ob man noch Spaß zusammen hat – und den haben die Jungs. Sie wollen einfach noch zusammenbleiben und haben dafür ihre ganze Energie aufs Feld gebracht.“

 

Die SVG spielte mit: Sclater, Szeto, Schlien, Baxpöhler, Kessel, Schriemer, Koslowsky; eingewechselt: van Solkema, Krage.