Zum Hauptinhalt springen

Auch Rzeszow hat einen großen Umbruch hinter sich

Der Start war rundum gelungen, die zweite Aufgabe wird aber ungleich schwerer. Wenn gleich zu Beginn des neuen Jahres die Champions League fortgesetzt wird, muss die SVG Lüneburg auswärts ran. Nach dem Auftaktsieg gegen Lissabon (3:1) geht die Reise dann in den Südosten Polens ins Dreiländereck mit der Ukraine und Tschechien. Dort ist am 6. Januar Asseco Resovia Rzeszow der zweite Gegner in der Gruppenphase.

Der Traditionsverein, siebenfacher Meister und dreifacher Pokalgewinner, ist den LüneHünen und ihren Fans ja keine unbekannte Größe und muss hier nicht mehr in allen Aspekten vorgestellt werden. Denn in der Saison 2023/24 kreuzten sich die Wege schon einmal. Beide wurden in der Königsklasse Dritter in ihrem Pool und wechselten dann in den CEV Cup, trafen schließlich im März 2024 in den Finals aufeinander. Der hohe Favorit Rzeszow holte sich den Cup mit zwei 3:0-Siegen. Aus der damaligen SVG-Mannschaft ist – außer dem Trainerteam – nur noch Joscha Kunstmann dabei. Der damalige Youngster stand in allen sechs Sätzen auf dem Feld. Doch wie hat sich der Kader der Polen seitdem verändert?

Viele Stars weg, neue Stars gekommen

Auch in Rzeszow gab es in den zwei Jahren einen großen Umbruch. Nicht mehr dabei sind u.a. der US-amerikanische Außen Torey de Falco, Frankreichs Diagonaler Stephen Boyer, die beide den LüneHünen große Probleme bereiteten, Polens Ex-Weltmeister Fabian Drzyzga (Zuspiel) und Karol Klos (Mittelblock) sowie der aktuelle Nationalspieler Jakub Kochanowski (Mittelblock). Der Cheftrainer hat gleich zweimal gewechselt, der Finne Tuomas Sammelvuo blieb nur eine Saison, im Sommer kam der Italiener Massimo Botti, der zuvor LUK Lublin überraschend zum Meister und CEV-Cup-Gewinnwer gemacht hatte.

Botti, als Ex-Mittelblocker Meister und Pokalsieger mit Parma sowie Nationalspieler, holte den französischen Olympiasieger Yacine Louati (Außen) von einem Gastspiel aus Mailand zurück. Aus Italien (Grottazzolina) kam auch Kanadas Nationalspieler Danny Demyanenko für den komplett neu formierten Mittelblock, neben ihm spielt meist der im letzten Sommer oft im Nationalteam eingesetzte Mateusz Poreba. Zudem kamen die in der PlusLiga etablierten Pawel Woch und Cezary Sapinski sowie Australiens Nationalspieler Beau Graham.

Neuer Diagonalangreifer ist nun Karel Butryn, zuletzt noch mit Zawiercie SVG-Gegner und dort Saisonbester auf seiner Position in der PlusLiga. Der 32-Jährige ist ebenso vielfacher Nationalspieler wie Außenangreifer Artur Szalpuk, neu aus Warschau gekommen und in dieser Saison schon fünfmal MVP. Ebenfalls im Außenangriff gelistet (seit letztem Jahr) ist der Tscheche Lukas Vasina, mit seinem Land Überraschungs-Vierter der WM 2025. Dort war er selbst 4. unter den Topscorern, hat aber auch große Qualitäten in der Annahme: Bester der PlusLiga 2024/25.

Wiedersehen nach vielen Jahren mit Erik Shoji

Die Fäden hält nun Marcin Janusz, ausgezeichnet als bester Zuspieler der EM 2023 beim Titelgewinn sowie Olympia-Silbermedaillengewinner 2024, in der Hand. Größter Coup war aber wohl die Verpflichtung von US-Libero Erik Shoji, seit mehr als einem Jahrzehnt einer der besten seines Fachs. Er war ja auch mal in Berlin (2014-2016) und spielte damals in der Gellersenhalle vor. Viele Titel und Medaillen schmücken die Vita des 36-Jährigen.

Dieser Transfer vom Liga-Konkurrenten Kedzierzyn-Kozle, mit Shoji zweimal Champions-League-Sieger, hatte „nebenbei“ zur Folge, dass Routinier Pawel Zatorski (35), Polens hoch dekorierter langjähriger Libero Nummer 1, auf seine alten Tage nun in der Regel als Annahmespieler auf dem Zettel steht und als Abwehrspezialist in kritischen Phasen eingewechselt wird. So bekommt er wohl mehr Spielzeit als Shojis Backup Michal Potera. Eins der wenigen Gesichter, das den SVG-Fans darüber hinaus bekannt vorkommen wird, ist Außen Klemen Cebulj, mit Slowenien dreifacher Vize-Europameister.

Da wartet also enorm viel Qualität und Erfahrung auf die LüneHünen, ein Kontrahent, der derzeit Fünfter in einer dicht gedrängter Spitzengruppe der PlusLiga ist.

(hre)