Spannung pur, großartiger Volleyballsport, es wurde alles geboten in der Gellersenhalle an diesem Abend. Mit 3:2 haben die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching zwei Punkte aus dem hohen Norden mitgenommen und im Kampf um den fünften Tabellenplatz jetzt die Oberhand.

Dass die Gäste nicht nur in den hohen Norden gereist sind, um die Punkte abzuliefern, zeigten sie vom ersten Ballwechsel an. Hoher Einsatz auf beiden Seiten, ständig wechselnde Führungen, es war sofort alles drin in der Partie (7:8). Raymond Szeto und Ryan Sclater waren es immer wieder über Außen, die für die LüneHünen punkteten und zum 18:15 das erste Mal eine Drei-Punkte-Führung für die Gastgeber erspielten. Auffallend stark kamen die Aufschläge vom silbernen MVP auf Lüneburger Seite Adam Kocian, der gleich mehrmals den Ball an der Außenlinie platzierte. Die Führung im ersten Durchgang gab die SVG nicht mehr aus der Hand und holte sich diesen mit 25:21.

Ausgeglichen ging es auch in den zweiten Durchgang (3:4, 8:6). Wieder war es eine Aufschlagserie von Kocian, der die SVG in Front bracht (12:8). Aber die Alpenvolleys um MVP Rudy Pieter Verhoeff hielten dagegen und gingen beim 18:19 das erste Mal in Führung. Es war die Einleitung eines hochspannenden Showdowns mit 15 Satzbällen. Besonders tat sich wieder Szeto hervor, der ein ums andere Mal von der Position 4 erfolgreich war. Den erfolgreichen Schlusspunkt in diesem 45-minütigen Durchgang setzten aber die Gäste aus Haching und glichen zum 1:1 aus (37:39).

Hochkonzentriert und fokussiert kam die Mannschaft von Lüneburg-Coach Stefan Hübner aus der Pause (8:4). Nur wenige Fehler im Spiel bescherten den Gastgebern einen ungefährdeten Durchmarsch im dritten Durchgang (16:12). Die AlpenVolleys kamen zwar noch einmal heran, aber wieder war es ein Ass von Kocian, das die Gäste auf Distanz hielt (21:19). Schlussendlich blieben sie in diesem Satz souverän und brachten ihn mit 25:21 nachhause.

Im vierten Durchgang schienen sich die Gäste ihrer Herkunft zu erinnern. Unüberwindbar schien der Wall der Alpenvolleys, die das Team mit vier Blocks am Stück mit 2:6 in Führung brachten. Stefan Hübner stellte nach dem Spiel fest, dass „das Angriffsspiel nach drei richtig guten Sätzen irgendwie verloren ging.“ Den LüneHünen gelingen in dieser Zeit nur wenige entscheidende Punkte und immer wenn es schien, als wenn sie den entscheidenden Punch hätten setzen können, hatten die Gäste, insbesondere im aufschlagstarken Danilo Gelinski eine Antwort parat (10:9, 12:15, 17:18). Vollends riss der Faden dann in der entscheidenden Phase. Fünf Punkte bei Aufschlag Gelinski brachten die 17:23-Führung für die Gäste, die sich dann auch den Satz sicherten (20:25).

Der zweite Tie-Break innerhalb von vier Tagen, zeigte den LüneHünen gegen die stark auf spielende Gäste ihre Grenzen auf. Von Beginn an in Rückstand schlichen sich leichte Fehler ein, der Anschluss wollte einfach nicht gelingen. „Wir spielen zwar gerade auf einem sehr guten Level, aber die AlpenVolleys haben in dieser Phase einfach die wichtigen Ballwechsel für sich entschieden“, resümierte SVG-Libero Tyler Koslowsky. Dies sah auch Stefan Hübner so: „Die entscheidende Punkte hat am Ende Haching geholt.“ So hatten die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching sechs Matchbälle und nutzten den zweiten zum 3:2-Erfolg in der Lüneburger Gellersenhalle (15:9).

Hübner unterstrich nach dem Spiel die großartige Qualität der Begegnung: „Das war ein Spiel auf extrem hohen Niveau. Heute konnte man gut sehen, wie das Niveau in der gesamten Liga angewachsen ist. Es sind viele Teams auf Augenhöhe, das ist einfach ganz anders als in den Jahren zuvor und das tut der Spannung in der Liga einfach gut.“