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Neue Impulse fürs stabile Gerüst

So läuft für Chefcoach Stefan Hübner eine Kaderplanung

Die Spannung der Saison: vorbei. Doch bevor es so richtig in die Sommerpause geht, ist für Fans, Medien und Umfeld noch eines spannend: Wie sieht der Kader der nächsten Saison aus?

In den kommenden Tagen wird auch die SVG vorstellen, wer 2026/27 im LüneHünen-Trikot auf Punktejagd gehen wird. Doch was dann innerhalb weniger Tage einen Eindruck des neuen Teams verschafft, ist vorher über Monate gewachsen. “Der Markt hat sich verändert”, ist der Eindruck von Chefcoach Stefan Hübner. “Zu meiner Zeit als Spieler war es oft noch so, dass man erst einen neuen Vertrag unterschrieben hat, wenn die Saison vorbei war. Inzwischen passiert das deutlich eher. In den großen Ligen, in Polen und der Türkei, geht es schon im Oktober/November los. Wir sind etwas später dran, aber wenn man da nicht dran bleibt, ist man außen vor”, spürt auch die SVG die Dynamik des Transfermarktes.

“Wenn wir eine Idee und Leute gefunden haben, steht eine Phase mit sehr viel Video-Analyse an. Wenn es dann in der Champions League oder im CEV Cup lange geht, wächst die Unruhe, ob oder bis es klappt. Da laufen viele Gespräche und Verhandlungen – und nicht alles klappt”, gibt Hübner einen Einblick in das Geschehen neben dem Feld.

Neue Rolle erarbeitet: SVG startet nicht immer bei Null

Die LüneHünen können inzwischen jedoch auch gelassener bleiben als in der Vergangenheit. “Für uns ist positiv, dass wir mittlerweile häufiger mit Zwei- oder sogar Dreijahresverträgen arbeiten können. Das bedeutet Planungssicherheit und mehr strategische Denkweise, man muss nicht immer bei Null anfangen.”

Sieben Spieler aus dem Pokalsieger-Team tragen als starkes Gerüst die Erfahrung der Erfolgssaison in die nächste Spielzeit. “Es ist gut, dass wir solche Stützen weiter drin haben”, freut sich Hübner, dass etwa Santeri Välimaa, Daniel Gruvaeus und Jackson Howe bleiben. “Wir haben jetzt ein Gerüst von Leuten, die etwas verinnerlicht haben. Das macht es leichter, da neue Leute reinzubringen.” Doch reine Routine wird’s auch für die “Alten” im Team nicht geben: “Wir stellen uns auch die Frage, wo wir in unserer Arbeit etwas verändern. Sei es im Spielsystem, in der täglichen Arbeit, … da geht es um neuen Input.”

Doch Hübner betont, dass zu viel Lockerheit beim Kader-Bau ebenso nicht drin ist: “Man muss aber auch immer im Blick haben: Welche Leistungsträger bleiben? Wo sind Leute, die Perspektive mitbringen? Wichtig ist, dass die Spieler passen. Es gibt ja für jeden eine Rolle im Team. Und da ist es immer wieder ein spannender Prozess, wie die Spieler da reinwachsen.“

Für diese Entwicklung und den Zusammenbau des Teams ist mehr wichtig als die spielerische Qualität. “Zuallererst muss es menschlich passen”, macht der Chefcoach deutlich. “Zudem suchen wir Spieler, die sich entwickeln wollen. Und es gibt ja verschiedene Typen: die einen sind eher introvertiert, andere extrovertiert. Die Mischung macht es aus. Aber zuerst müssen die grundlegenden Kennwerte passen, dann kommt der Athlet hinterher.”

Und das alles muss auch noch zu einem funktionierenden Team werden. “Spielerisch ist eine Idee da, was wir suchen. Wir brauchen Leute, die nicht völlig konträr zu unserem System sind und die Stärken mitbringen können. Wir haben da einen Rahmen, in dem es Raum für Freiheit gibt – aber eben auch ein System.”

SVG setzt weiter auf Spieler mit Potenzial

Das bei den Spielern zu verinnerlichen, ist dem Trainerteam in den vergangenen Jahren immer wieder überzeugend gelungen. Und – soviel sei schon verraten – auch in diesem Jahr kommen primär keine Routiniers aus den Top-Ligen, sondern – ganz SVG – ambitionierte Spieler mit Potenzial. “Wir müssen dabei bleiben, ein Stück weit weiter Risiko zu gehen. Jemanden wie Ethan Champlin, einen erfahrenen Spieler, auf diesem Level zu ersetzen, ist nicht einfach. Spieler mit hoher Qualität zu ersetzen, ist für Teams wie uns zu teuer”, blickt Hübner auf die Realität im internationalen Transfermarkt.

Doch die SVG zählt längst zu den Top-Adressen für ambitionierte Spieler – und profitiert dabei von der Entwicklung und den Erfolgen der vergangenen Jahre: “Wir gehen jetzt eher schon in Richtung der Topleute aus dem College. Und wir wollen auch weiter darauf setzen, dass Spieler sich entwickeln”, betont Stefan Hübner – und macht schon eine gewisse Vorfreude deutlich: “Ich bin zuversichtlich, dass es gut werden kann.”

(gm)