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CL-Vorschau: Sporting hat den Stadtrivalen Benfica im Mai geschockt

Portugals Meister erster SVG-Gegner (Teil 1)

Wegen der ungeraden Mannschaftszahl (15) in der Bundesliga ist die SVG Lüneburg an diesem Wochenende spielfrei – eine gute Gelegenheit, sich auf die Champions League einzustimmen. Denn dort rückt der Start der Gruppenphase näher. Erster Gegner für die LüneHünen ist in einem Heimspiel Sporting Lissabon (10. Dezember, 19 Uhr), im Gegensatz zu den weiteren Kontrahenten Zawiercie und Rzeszow hier noch gänzlich unbekannt. Wir stellen die Portugiesen hier vor (Teil 1):

Sporting Clube de Portugal Lisboa (oft nur SCP genannt) ist der offizielle, vollständige Name des aktuellen portugiesischen Meisters, nicht zu verwechseln mit Sport Lisboa e Benfica (kurz: Benfica Lissabon), wo der Ex-LüneHüne Pearson Eshenko von 2023 bis zum Sommer spielte (jetzt: Poitiers/Frankreich). Benfica ist der ruhmreichere Verein, musste sich aber im Mai nach zuvor fünf Meisterschaften in Serie in den Playoffs nach zwei Auftaktsiegen mit 2:3 dem Stadtrivalen beugen und sich mit dem Pokal-Triumph begnügen. Sporting schied da als Cupverteidiger im Viertelfinale aus.

International zuletzt Dritter im Challenge Cup

Umso größer war dann der SCP-Jubel über den Titel, den ersten seit 2018 und insgesamt 7. in der Vereinsgeschichte (Benfica 12). Den Pokal holte SCP fünfmal, Benfica 21-mal. Der Sporting Clube de Portugal Lissabon, gegründet 1906, bietet 18 Sportarten an, die Volleyballsparte gibt es seit 1938. Die ersten großen Erfolge stellten sich Mitte der 1950er Jahre mit zwei Meisterschaften ein, dann herrschte eine lange Titelflaute bis in die 1990er Jahre. International sind beide Clubs noch nicht nachhaltig in Erscheinung getreten. SCP war seit 2018 stets im Challenge Cup dabei, wurde dort Dritter 2019 und wieder in diesem Jahr nach zwei 0:3-Niederlagen gegen Polens Überraschungsmeister Lublin. In der Champions League datiert der letzte Start aus der Saison 1994/95 (Aus in der 2. Runde).

Die Hauptstadt Portugals an der Tejo-Mündung ist für Touristen eines der beliebtesten Städteziele Europas und erinnert mit der bekannten roten Hängebrücke an das Stadtbild von San Francisco. Auch eine größere Abordnung von SVG-Fans wird sich im Rückspiel am 10. Februar auf den Weg machen, um ihr Team zu unterstützen. Lissabon ist mit seinen 570.000 Einwohnern plus mehr als 2,5 Millionen im Großraum zudem das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.

Aus maurischer Zeit stammt das Altstadtviertel Alfama, das sich von einer Burg bis hinunter zum Tejo zieht und von einer historischen Straßenbahn durchquert wird, die gerade erst im September mit einem Unglück für traurige Schlagzeilen sorgte. Das Labyrinth aus krummen Gassen und Treppen war im Mittelalter ein wohlhabendes Wohnquartier, in das später Handwerker und Fischer zogen. Heute finden sich hier viele Kneipen und edle Restaurants, idyllische Innenhöfe und historische Gebäude.

Die Heimspiele von SCP finden im „João Rocha Pavillon“ mit 3000 Plätzen statt, eröffnet im Juni 2017. Auch andere Sportarten des Vereins wie Handball und Basketball haben da ihre Heimat. Um für die Matches im schweren Pool D gerüstet zu sein, holte sich Sporting im Sommer für seinen ohnehin schon gut besetzten Kader noch einige Verstärkungen – zuvorderst auf der Zuspielposition den auch hierzulande durch seine Berliner Zeit bestens bekannten Sergey Grankin.

Die Hauptstadt verließ der Olympiasieger von 2012 trotz eines noch bis 2023 laufenden Vertrags ein Jahr früher wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und schloss sich in der Heimat Fakel Nowy Urengoi an. In der vergangenen Saison stieg er zudem ins Trainergeschäft ein, führte als Chefcoach Yaroslavich Yaroslavl in die Superleague. Und trotz seiner mittlerweile 40 Jahre gehört der Zuspieler weiterhin zu den besten seines Fachs. Wen er mit seinem Können in Szene setzt, ist hier demnächst in Teil 2 zu lesen.

(hre/Foto: FIVB)