Die lang anhaltende Auswärtsschwäche legen die LüneHünen in der Endphase der Bundesliga-Hauptrunde langsam ab, lassen aber weiterhin unnötig Punkte liegen. Nach dem Mittwoch-Match beim TV Bühl hieß es Ende trotz des 3:2-Sieges zum wiederholten Mal : da war mehr möglich.
„Keine Frage – wir können hier deutlicher gewinnen. Aber letztlich haben wir erreicht, was wir uns vorgenommen hatten: Wir haben auswärts mal wieder ein paar Punkte geklaut“, zog Trainer Stefan Hübner nach 119 dramatischen Minuten Netto-Spielzeit bei den „Bisons“ ein positives Fazit.
So soll es weitergehen, wenn an diesem Sonnabend (20 Uhr) die Alpenvolleys Haching ihre Visitenkarte in der Gellersenhölle abgeben. „Es ist Crunchtime der Hauptrunde, es geht wieder um Big Points“, fasst Hübner die Gemeinsamkeit und Wichtigkeit der beiden Spiele in dieser Woche treffend zusammen.
Der Erfolg in Bühl brachte der SVG (7.) zwar tabellerisch noch keine Verbesserung, ließ das Feld von Platz 4 bis 8 aber erneut noch näher zusammenrücken. Und nun können die nur einen Punkt besser dastehenden Alpenvolleys (5.) überholt werden. Zudem gibt es aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen. „Das war nicht schön“, wirft Hübner säuerlich lächelnd einen Blick zurück auf den mit 0:3 verpatzten Auftritt in Innsbruck. Da soll der Chefcoach in der 10-Minuten-Pause auch ausnahmsweise mal richtig laut geworden sein….
Nun wollen es die Mannen um den derzeit groß auftrumpfenden Ray Szeto besser machen. Wie heiß die Mannschaft ist, beweist auch die Bitte von mehr als der Hälfte der Spieler um eine extra Ball-Trainingseinheit schon wieder am Donnerstag, nur wenige Stunden nach der Rückkehr am frühen Morgen.
Doch die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching – so der komplette Name der eigentlich in Österreich beheimateten Multi-Kulti-Truppe – wollen ihren Platz natürlich verteidigen: Laut Trainer Stefan Chrtiansky mit drei Punkten in der Gellersenhölle. Zu den herausragenden Spielern gehört sein Sohn (der ebenfalls Stefan heißt) im Außenangriff, der aus Düren im Sommer dazugestoßene Diagonale Rudy Verhoeff aus Kanada, Igor Grobelny (Außen) und der brasilianische Kapitän Douglas Duarte Souza da Silva (Mittelblock), schon seit 2013 in Innsbruck. Der junge Belgier Grobelny, aus der polnischen Plusliga gekommen, trumpfte besonders in den letzten Wochen auf, war mehrmals MVP und gehörte zu den fleißigsten Punktesammlern. Verhoeff rangiert unter den Topscorern der Liga sogar unter den ersten 10.
In diesem Ranking wird Bühls Japaner Masahiro Yanagida sogar an 2 geführt. Ihn hatten die LüneHünen am Mittwoch lange gut neutralisiert. Nicht zuletzt deshalb sah es nach zwei souveränen, hoch konzentriert geführten Sätzen nach einem Drei-Punkte-Sieg im Badischen aus. „Dann ging uns das Blockspiel flöten, wir sind in der Annahme in Schwierigkeiten gekommen und haben Bühl zu leichte Punkte ermöglicht“, analysierte Coach Hübner später die Wende im dritten Satz. Da half selbst eine späte Aufholjagd nicht mehr – aus einem 10:18-Rückstand machten 18-Punkte-Topscorer Ray Szeto & Co. ein 23:23, ehe der Satz doch weg war.
In Durchgang vier schien das Match dann endgültig zu kippen, obwohl die SVG schon 13:8 führte. Da packte Yanagida seinen Aufschlaghammer aus, servierte drei Asse in Serie, und Zuspieler Mario Schmidgall legte noch zwei Asse drauf, 22:18 – der SVG war der Zahn gezogen, Tiebreak. Auch da sah es erst nicht gut aus (4:7-Rückstand), doch die LüneHünen kamen noch einmal zurück. Dem Ex-Bühler Noah Baxpöhler – im Mittelblock zusammen mit Michel Schlien über weite Strecken ein unüberwindliches Bollwerk, war es vorbehalten, den umjubelten Matchball zu versenken.