Sechs Spiele gab es zum Auftakt der 41. Saison der Volleyball-Bundesliga. Und nur eines davon endete mit einem 3:0. Viel ist vor der Saison über eine spannende Liga und eine höhere Leistungsdichte gesprochen worden.
Zu viel versprochen worden ist dabei scheinbar nicht.
Okay, es war erst der allererste Spieltag in dieser Saison. Doch es hat schon eine geisswe Aussagekraft, wenn sich der CV Mitteldeutschland unzufrieden mit einer Niederlage bei den traditionell heimstarken Dürenern zeigt, Aufsteiger United Volleys den Rekordmeister VFB Friedrichshafen am Rande der Niederlage hat und wenn die in der vergangenen Saison so starke SVG Lüneburg mit ach und krach noch einen Punkt aus Herrsching mitnehmen kann. Ja und der Zuschauerkrösus der Liga, die Berlin Recycling Volleys, gewinnen mit ganz Viel Glück aber auch Courage ihr erstes Spiel mit 3:0. Doch wenn es normal läuft, holt sich Gegner  TV Ingersoll Bühl  nach einer zeitweiligen 5-Punkte Führung den zweiten Durchgang. Diese Liga hat am ersten Spieltag richtig Spaß und Lust gemacht. Lust auf mehr hochklassigen Volleyball. Da kommt es vielen Sportfans gelegen, dass zukünftig alle Spiele live auf sportdeutschland.tv übertragen werden.

Und so befindet sich Volleyball in Deutschland nicht nur sportlich in einer lange nicht gekannten und so nicht zu erwartenden Aufbruchsstimmung. Das zeigt auch der Blick auf die Damen Bundesliga und Deutschlands Nationalmannschaften. Sport1 entwickelt sich immer mehr zum Volleyball-Sender, zeigt Spiele der Nationalteams von den großen Turnieren live. Und wenn das mal nicht der Fall ist, investiert laola1.tv online weiter in das Format Volleyball – mit Experten und Hintergrundgesprächen.
Bei weitem ist Volleyball in Deutschland noch nicht so sexy, wie beispielsweise die immer weiter wachsende Basketball-Bundesliga. Doch kokettiert die Volleyball-Bundesliga gar nicht mit einem sexy Auftritt, sondern mit einer zurückhaltenden, spannenden Attraktivität. Sie ist die Liga und Sportart die von vielen auf den ersten Blick nicht als begehrenswert erkannt wird. Dabei ist sie die schöne Unbekannte in Deutschlands Sportlandschaft, mit großem Potential und vielen Entwicklungsmöglichkeiten. Sofern sie denn den passenden starken Partner findet. Doch dabei hat sie einen großen Vorteil: Sie gibt es im Doppelpack. Und welche Sportart hat in Deutschland schon zwei starke Ligen, im Herren- und im Damenbereich?

Und so will es die Geschichte, dass mit ProSiebenSat 1 bereits ein starker Partner gefunden wurde. Der TV Sender ist in diesem Sommer als Zentralvermarkter in die Volleyball-Bundesliga eingestiegen. Das Feld der Sportvermarktung ist zwar auch für ProSiebenSat 1 recht neu, doch darin liegt vielleicht auch die große Chance. Ähnlich wie der PayTV Sender Sky, der bei der deutschen Beach-Volleyball Serie eingestiegen ist, kann ProSiebenSat 1 vielleicht eigene Partner für den Sport Volleyball begeistern und neues Know-How sowie finanzielle Mittel in die Liga bringen.
Veränderungen stoßen aber auch immer auf Widerstand. Ein richtiges Unwort war dabei in der vergangenen Zeit der von der Liga herausgegebene Masterplan. Mit vielen kleinen und größeren Auflagen für die Bundesligisten. Oft wird dabei aber vergessen: Die Clubs der Liga bestimmen die wichtigsten Rahmenbedinungen dieses Plans bei ihrer jährlichen Versammlung selbst. Überforderung, zu hohe Kosten, und eine zu hohe Geschwindigkeit sind die Rufe einiger. Doch genau der Masterplan und seine Umsetzung sind es, was die Liga für potentielle Partner als begehrenswert erscheinen lässt. Denn mit einem Mindestmaß an strukturellen Reizen  –  im Vergleich zu anderen Sportarten – muss auch die Volleyball-Bundesliga ihre Attraktivität beweisen. Schönheit hat eben ihren Preis, und die Volleyball Bundesligisten sind bereit diesen zu zahlen.

Die Berlin Recycling Volleys haben es vorgemacht mit Ihrem Umzug in die kostenintensive Max-Schmelling-Halle und vielen innovativen Konzepten. Die Belohnung sind bis zu 8500 Zuschauer bei Topspielen. Inzwischen machen es den Berlinern viele Vereine nach. Und das ist vielleicht der entscheidende Vorteil für die Liga: Wer noch nicht in ein enges Korsett von Partnern und funktionären gedrückt ist, der kann vieles ausprobieren und vieles neu, besser und anders machen als das Sport-Establishment. Entrepreneurship ist ein Wort aus dem heutigen Zeitgeist. Und dieses Gründen und Schaffen neuer Ideen im Sport und der Eventisierung, das wird die Aufgabe der Volleyball-Bundesliga und ihrer Vereine in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren sein. Unterfüttert mit der wohl größten Aufbruchstimmung im Volleyball seit vielen, vielen Jahren.

Ein Kommentar von Henrik Morgenstern